Im Kampf um den Klassenerhalt musste der 1. FC Köln gestern zum wichtigen Spiel beim SC Freiburg antreten. Für Freiburg bot sich die Chance sich vom Tabellenkeller abzusetzen, für den FC ging es darum aus selbigem heraus zu kommen.
Schon von Beginn an agierten beide Teams sehr nervös. In der 3. Minute konnte Lukas Podolski bereits Milivoje Novakovic in Szene setzen, dieser stand jedoch im Abseits. In der Folgezeit hatten Freiburgs Makiadi und Reisinger jeweils nach unnötigen Kölner Ballverlusten zwei kleinere Möglichkeiten, ehe Podolski auf der anderen Seite in der 12. Minute die Latte traf. Das Spiel war weiterhin sehr zerfahren. Bei beiden lief nicht viel zusammen. Freiburg machte zwar das Spiel und war öfter im Vorwärtsgang, aber der finale Pass blieb meist in der Kölner Abwehr oder bei Keeper Faryd Mondragon hängen. Vom FC war nicht viel zu sehen. Wenn, dann wurde es aber direkt gefährlich. Zwei Schüsse Podolskis (32., 34.) entschärfte Freiburgs Keeper Simon Pouplin. Kurz vor Ende der 1. Halbzeit musste sich dann auch Modragon wieder gegen Idrissou auszeichnen. Doch dann ging es in die Pause.
In der 2. Halbzeit machte Freiburg noch mehr Druck. Die wirklich grossen Chancen blieben jedoch weiterhin aus. Von der FC-Offensive war gar nichts mehr zu sehen. Stattdessen sammelte der FC fleissig Gelbe Karten. Lediglich Petit kam noch zu einer gefährlichen Aktion, als er aus sehr spitzem Winkel abzog und zur Überraschung aller Beteiligten der Ball nur knapp rechts am Freiburger Tor vorbei rauschte. Die Schlussphase gehörte wieder vollkommen den Gastgebern, die sich jedoch nur ein Festival von Eckbällen und Freistössen lieferten, die zwar ab und an zu gefährlichen Situationen führte, die jedoch meist von Mondragon geklärt wurden. So blieb es am Ende beim trostlosen 0:0.
Für den FC war es inzwischen das dritte 0:0 in Folge. Desweiteren stellte der FC einen neuen Bundesliga-Rekord auf. Er ist nun seit sechs Auswärtsspielen ohne Gegentor. Dies schaffte bisher noch keine Bundesliga-Mannschaft. Der Punktgewinn reichte zumindest vorläufig, um den Nicht-Abstiegsplatz zu halten, da die Konkurrenten aus Bochum (1:5 gegen Bayern München) und Nürnberg (0:4 gegen den HSV) hohe Niederlagen hinnehmen mussten. Einen überraschenden Punktgewinn feierte Schlusslicht Hertha BSC Berlin mit einem 2:2 ausgerechnet gegen Tabellenführer Bayer Leverkusen. Trotzdem bleibt die Hertha weiterhin abgeschlagen am Tabellenende.
Leverkusen bleibt trotz des Punktverlustes vorne, nun gefolgt von Schalke 04, die das Verfolgerduell bei Werder Bremen mit 2:0 gewannen und Rekord-Meister FC Bayern München nach ihrem 5:1-Erfolg beim VFL Bochum.
Unter der Woche standen für die drei deutschen Champions-League-Teilnehmer in den letzten Gruppenspielen echte Endspiele an. Eine wahnsinnige Energieleistung schaffte dabei der FC Bayern München, der sich mit einem 4:1-Erfolg bei Juventus Turin doch noch den nicht mehr für möglich geglaubte Einzug in die KO-Runde sicherte. Auch der VFB Stuttgart, der letzte Woche Trainer Markus Babbel entlassen und neu den Schweizer Trainer Christian Gross verpflichtete, erreichte mit einem 3:1-Erfog über Urziceni die KO-Runde. Der amtierende Meister VFL Wolfsburg dagegen unterlag Manchester United mit 1:3. Durch den gleichzeitigen Sieg von ZSKA Moskau bei Besiktas Istanbul, ist Wolfsburg nun raus aus der Champions League und muss sich nach der Winterpause mit der Europa-Leauge-KO-Runde begnügen. Der Schweizer Vertreter FC Zürich, der bereits vor dem letzten Spieltag ausgeschieden war, verabschiedete sich mit einem 1:1 gegen den AC Mailand aus dem europäischen Wettbewerb, kann aber mit 4 Punkten aus der Hammergruppe mit AC Mailand, Real Madrid und Olympique Marseille sicher gut leben.

