Archiv für 2. Juli 2006

Zahl des Tages: 94248

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Ja, ich weiss, ihr mögt es nicht, wenn ich meine Statistik veröffentliche. Doch, ich hab ja jetzt zwei Monate lang nichts dazu geschrieben, oder nicht viel.

Jetzt muss ich mal wieder. Schliesslich hoffe ich ja noch immer, dass ich jemanden finde, der auf meiner Webseite richtige Werbung machen will. *lach*

Die Zahlen sind schon beeindruckend für mich.

Warum?

Nun, in der Kalenderwoche 52 (Sprich vom 1.1-7.1) hatte ich 4982 Views
Nur 26 Wochen später, also Woche 25: (25.6.-1.7) waren es 42032 Views

Und: Es ist endlich wieder ne steigende Tendenz zu erkennen. Waren doch in den letzen beiden Monaten die Zahlen leicht rückläufig, so sind sie jetzt wieder am steigen.

Immerhin waren es mehr als 20.000 Views mehr als im Vormonat. (May: 71760) (Juni: 94248)

Damit sind wir bei der Zahl des Tages: 94248.

Grafisch sieht das auch sehr nett aus:

ZA26

Ach, wären dass Aktien.. man hätte sich ne Goldene Nase damit verdient *lach*

Berlinerisch für Angefangene und Vortgeschrittene – Teil 1

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Ein sehr guter Internet-Bekannter hat mir ein Dokument geschickt, das ich mal hier sehr auszugsweise veröffentlichen will.

Ein Lexikon für Berlinerisch, sozusagen.

Aas dit Schimpfwort; keen Aas zuhause kein Schwein zuhause
aasen vergeuden
aasich (auch esich) stark, sehr; dit is ne aasiche Kälte das ist eine sehr starke Kälte ab abgearbeitet, erschöpft
abbeißen, eenen einen Schnaps trinken
abbrumm eine Strafe absitzen
abfahrn (1): abfahrn auf etwas oder jemanden gut finden
abfahrn (2) hinauswerfen
abfalln jemanden zurückweisen; missglücken
abhaun abfahren, weggehen; nu hau endlich ab jetzt verschwinde endlich
abjachern, sich jagen, bis zur Atemlosigkeit laufen
abjeem (= abgeben) sich befassen, umgehen mit; Jib da bloß nich mit den da ab! Gib dich bloß nicht mit dem dort ab!
abjebrannt mittellos, ohne Geld, pleite, blank
abjebrieht (= abgebrüht) verschlagen, kaltschnäuzig, durchtrieben
abjebrochna Riese Mensch von geringer Größe; (auch:) jemand, der große Pläne hatte, diese jedoch nicht verwirklicht hat
abjehalftat heruntergekommen, ausgeschlossen
abjehn (1) losgehen; da jeht die Post ab da geht es richtig zur Sache
abjehn (2) ablösen; der Knopp is abjejangen der Knopf ist ab
abjemeldet erledigt, nicht mehr vorhanden sein
Abjewöhn: zum Abjewöhn Ausdruck der Geringschätzung: der Kerl is doch zum Abjewöhn; entschuldigend beim Konsum von Zigaretten oder Alkohol: na, noch een Bier zum Abjewöhn na, bevor wir gehen, nehmen wir noch ein Bier
abklappan absuchen; ick hab die janze Jejend abjeklappat ich habe die ganze Gegend abgesucht
abklavier’n abzählen; Woher weeßt’n dit?Dit kannste dir doch an deine fümf Finga abklavier’n! Woher weißt du denn das? – Das kannst du dir doch an deinen fünf Fingern abzählen!
abkratzen sterben
abkriejen abbekommen; wir wern woll noch wat abkriejen wir werden wohl noch etwas davon abbekommen (oftmals in Verbindung mit Regen)
abkurv’n flüchten, weglaufen
ableucht’n überprüfen
abloof’n, sich einer Sache hinterherlaufen; bis de dit Jeld hast, kannste dir de Beene abloof’n auf das Geld kannst du lange warten
ablutschen (öffentlich) küssen; → brutalknutschen

Ich werde natürlich noch mehr bringen! Dont Panic!

Die Frage aller Fragen

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Nun, ja, wer das Buch kennt, weiß, es geht so weiter:

“Die Fragen aller Fragen auf das Leben, das Universum und den Rest, auf die die Antwort 42 lautet, ist… ”

Da die Frage ja nur ganz am ende kommt, und mit der lustigen Frage endet, neun mal sechs gleich… , stell ich nun ne andere Frage, worauf die Antwort durchaus nicht 42 sein muss.

Wie ihr ja alle Wisst, wurde ich ja bei Mc Donalds Deutschland gekündigt, vorallem, weil Zitat: “wir 900h sparen müssen”. Wohl war, es war ja überhaupt nichts los. Toter als Tot.

Schon ein Tag nach meiner Kündigung hatte ich mich um eine neue Stelle umgesehen, und sogleich eine gefunden. (Ach ja, hab ich schon erwähnt, dass ich in Deutschland Ausländerin bin, zudem Transsexuell und meine Qualifikation eher aus meinem großen Mund denn aus all zu vielen Zeugnissen besteht?)

Nein, Deutschland hat nur vier Millionen Arbeitslose, also ganz viel Potenzial, da ist so jemand wie ich, die gerade mal 26 ist, und quasi frisch aus dem Ei geschlüpft ist, sicher nicht die bestqualifizierte Person auf dem Arbeitsmarkt. Mag ja sein, dass ich dies und dass kann, und dass ich’s ein paar -Tage- -Monate- Jahre bei Mc Donalds ausgehalten habe, aber dennoch erstaunt es mich, wie einfach es ist, ne Arbeit zu finden.

Selbst in der Schweiz, ein Land das gerade mal ein Bruchteil der Arbeitslosen von Deutschland hat, und in dem im vergleich zu Deutschland geradezu Vollbeschäftigung herrscht, war es für mich erheblich schwerer, an eine Arbeitsstelle zu kommen. Klar, die Schweizer, als oberkonservatives Land wo man als Transsexuelle es sehr schwer hat, stellt die gleichen natürlich, wenn überhaupt, gar nicht ein.

Nun, egal, irgendwie ist der Deutsche Arbeitsmarkt gegenüber Geschöpfen wie mir einfach offener. (Nur, frag ich mich, warum dass andere so lange brauchen, um ne Arbeit zu finden.)

Jedenfalls wollte ich euch gerne mal von meinem neuen -Traum- Job erzählen. Ich arbeite für eine Telefonmarketingfirma. (Hurra, der Wald ist grün!) Also nicht so mein Traum von einer Arbeit. Zum einen mag ich’s selbst nicht, wenn irgendwelche wildfremden dahergekommenen Firmen anrufen, und zu glauben wissen, was alles wunderbares denn in meinem Leben schon immer gefehlt hat, und zum anderen bin ich halt im Verkauf (nein, ich meine RL Verkauf) und der Gastronomie zu hause.

Die Stelle rechtfertigt sich für mich aus dreierlei Gründen:

- Wir rufen keine Privatpersonen an
- Wir beschäftigen mit dem, was wir verkaufen, Blinde Menschen in der Schweiz
- Man verdient sich eine Goldene Nase damit

Auf das erste Argument geh ich gar nicht weiter ein, es ist klar, und leuchtet allen ein, dass Firmen anzurufen erheblich einfacher ist, als Privatpersonen.

Wir beschäftigen Blinde Leute, da wir ausschließlich und nur für die Blindenwerkstätten in der Schweiz verkaufen. Wir vertreiben sozusagen die Produkte, die diese Blinden Menschen in (zum größten Teil) Handarbeit anfertigen. Vorallem also Besenwaren (Ein klassischer Blindenberuf: Besenbinder) und Webwaren. Wir rufen also quasi von Berlin aus in die Schweiz an, um Schweizer Ware in der Schweiz zu verkaufen. Das macht durchaus Sinn, zum einen sind die Mieten in Berlin um ca. 70% billiger, als in der Schweiz, zum anderen muss der Arbeitgeber hier nicht die gleichen Löhne zahlen und zum dritten können bereits vorhandene Strukturen genutzt werden, da wir eine enge Zusammenarbeit mit den Deutschen Blindenwerken haben.

So, man kann also durchaus eine Soziale Ader hier sehen. Auch wenn es durchaus andere Vertriebsformen gibt, als das Telefon.

Man verdient sich eine Goldene Nase damit: Und das macht die Sache etwas Brisant. Eigentlich finde ich, sollte das Geld zu den Blinden Menschen fließen. Das tut es mit Sicherheit auch. Die Marche ist etwa gleich wie in allen Verkaufsbranchen. Dennoch verdient man hier ziemlich leicht Geld.

Jedenfalls, wenn man viel Verkaufen kann.

Nun, der Chef will mich über den Sommer hier behalten, weil er der Meinung ist, dass ich sehr gut Qualifiziert bin, und die Sache gut angehe. Und offenbar stimmen auch die Zahlen einigermaßen.

Jedenfalls hat er mir nun angeboten, mir mehr (SIC) zu zahlen, als Mc Donalds Schweiz mir in der gleichen Zeit zahlen würde.

Nur so als Info: Das bedeutet, dass ich für Deutsche Verhältnisse ein gutes Beamtengehalt bekommen würde.

Dieses Angebot ist absolut verlockend, da ich diesen Betrag schon im Voraus bezahlt bekomme, und es egal ist, wie viele Abschlüsse ich mache. Aber, ich habe meiner Chefin versprochen, dass ich komme. Meine Chefin hat auch schon die Dienstpläne geschrieben, und mich geplant.

Und hier kommt mein Problem:

Was soll ich nur tun?

Die Argumentationsbasis:

Eigentlich will ich ja nicht unbedingt in die Schweiz fahren, schon gar nicht für ganze zwei Monate. Ich liebe Berlin, es ist meine Stadt, es ist mein zu hause und mein Wohnort, auch wenn ich in der Schweiz noch ne klitzekleine Wurzel hab.

Ich habe jedoch Sabrina versprochen, dass ich komme, und sie hat mich eingeplant, und rechnet so mit mir. Ich bin ein treuer und ehrlicher Mensch, weshalb ich mich von Hause aus an dieses Versprechen halten muss.

Gegenargumentation:
Was hat Mc Donalds Schweiz für mich getan, außer mir eine Arbeit gegeben? Und wenn ich in Not bin, hilft mir Mc Donalds? Nein! Also, was nun?

Ich brauche echt eure Hilfe, da ich einen extremen Gewissenskonflikt habe.

Zumal ich eigentlich nur ungern in ne WG einziehe, und dann zwei Monate lang so gut wie nie da bin.

Es spricht viel für Berlin, und nur mein Gewissen für die Schweiz, und das Interesse, die Crew mal wieder zu sehen, doch für das bräuchte ich ja bestimmt keine zwei Monate.

Klar ist nur, wenn das mit der WG aus irgend einem Grund nicht klappt, dann geh ich mit Sicherheit in die Schweiz, schon allein nur, damit ich die Baustelle hier ein wenig verlassen kann.