Archiv für 31. Oktober 2006

Halloween: Der Rabe – Von E. A. Poe

{lang: 'de'}

Einst, um eine Mittnacht graulich, da ich trübe sann und traulich
müde über manchem alten Folio lang vergess’ner Lehr’-
da der Schlaf schon kam gekrochen, scholl auf einmal leis ein Pochen,
gleichwie wenn ein Fingerknochen pochte, von der Türe her.
“‘s ist Besuch wohl”, murrt’ ich, “was da pocht so knöchern zu mir her -

das allein – nichts weiter mehr.

Ah, ich kann’s genau bestimmen: im Dezember war’s, dem grimmen,
und der Kohlen matt Verglimmen schuf ein Geisterlicht so leer.
Brünstig wünscht’ ich mir den Morgen;- hatt’ umsonst versucht zu borgen
von den Büchern Trost dem Sorgen, ob Lenor’ wohl selig wär’-
ob Lenor’, die ich verloren, bei den Engeln selig wär’-

bei den Engeln – hier nicht mehr.

Und das seidig triste Drängen in den purpurnen Behängen
füllt’, durchwühlt’ mich mit Beengen, wie ich’s nie gefühlt vorher;
also daß ich den wie tollen Herzensschlag mußt’ wiederholen:
“‘s ist Besuch nur, der ohn’ Grollen mahnt, daß Einlaß er begehr’-
nur ein später Gast, der friedlich mahnt, daß Einlaß er begehr’:-

ja, nur das – nichts weiter mehr.”

Augenblicklich schwand mein Bangen, und so sprach ich unbefangen:
“Gleich, mein Herr – gleich, meine Dame – um Vergebung bitt’ ich sehr;
just ein Nickerchen ich machte, und Ihr Klopfen klang so sachte,
daß ich kaum davon erwachte, sachte von der Türe her -
doch nun tretet ein!” – und damit riß weit auf die Tür ich – leer!

Dunkel dort – nichts weiter mehr.

Tief ins Dunkel späht’ ich lange, zweifelnd, wieder seltsam bange,
Träume träumend, wie kein sterblich Hirn sie träumte je vorher;
doch die Stille gab kein Zeichen; nur ein Wort ließ hin sie streichen
durch die Nacht, das mich erbleichen ließ: das Wort “Lenor’?” so schwer -
selber sprach ich’s, und ein Echo murmelte’s zurück so schwer:

nur “Lenor’!” – nichts weiter mehr.

Da ich nun zurück mich wandte und mein Herz wie Feuer brannte,
hört’ ich abermals ein Pochen, etwas lauter denn vorher.
“Ah, gewiß”, so sprach ich bitter, “liegt’s an meinem Fenstergitter;
Schaden tat ihm das Gewitter jüngst – ja, so ich’s mir erklär’;-
schweig denn still, mein Herze, lass mich nachsehn, daß ich’s mir erklär’:-

‘s ist der Wind – nichts weiter mehr!”

Auf warf ich das Fenstergatter, als herein mit viel Geflatter
schritt ein stattlich stolzer Rabe wie aus Sagenzeiten her;
Grüßen lag ihm nicht im Sinne; keinen Blick lang hielt er inne;
mit hochherrschaftlicher Miene flog empor zur Türe er -
setzt’ sich auf die Pallas-Büste überm Türgesims dort – er

flog und saß – nichts weiter mehr.

Doch dies ebenholzne Wesen ließ mein Bangen rasch genesen,
ließ mich lächeln ob der Miene, die es macht’ so ernst und hehr:
“Ward dir auch kein Kamm zur Gabe”, sprach ich, “so doch stolz Gehabe,
grauslich grimmer alter Rabe, Wanderer aus nächtger Sphär’-
sag, welch hohen Namen gab man dir in Plutos nächtger Sphär’?”

Sprach der Rabe, “Nimmermehr.”

Staunend hört’ dies rauhe Klingen ich dem Schnabel sich entringen,
ob die Antwort schon nicht eben sinnvoll und bedeutungsschwer;
denn wir dürfen wohl gestehen, daß es keinem noch geschehen,
solch ein Tier bei sich zu sehen, das vom Türgesimse her -
das von einer Marmor-Büste überm Türgesimse her

sprach, es heiße “Nimmermehr.”

Doch der droben einsam ragte und dies eine Wort nur sagte,
gleich als schütte seine Seele aus in diesem Worte er,
keine Silbe sonst entriß sich seinem düstren Innern, bis ich
seufzte: “Mancher Freund verließ mich früher schon ohn’ Wiederkehr -
morgen wird er mich verlassen, wie mein Glück – ohn’ Wiederkehr.”

Doch da sprach er, “Nimmermehr!”

Einen Augenblick erblassend ob der Antwort, die so passend,
sagt’ ich, “Fraglos ist dies alles, was das Tier gelernt bisher:
‘s war bei einem Herrn in Pflege, den so tief des Schicksals Schläge
trafen, daß all seine Wege schloß dies eine Wort so schwer -
daß’ all seiner Hoffnung Lieder als Refrain beschloß so schwer

dies “Nimmer – nimmermehr.”

Doch was Trübes ich auch dachte, dieses Tier mich lächeln machte,
immer noch, und also rollt’ ich stracks mir einen Sessel her
und ließ die Gedanken fliehen, reihte wilde Theorien,
Phantasie an Phantasien: wie’s wohl zu verstehen wär’-
wie dies grimme, ominöse Wesen zu verstehen wär’,

wenn es krächzte “Nimmermehr.”

Dieses zu erraten, saß ich wortlos vor dem Tier, doch fraß sich
mir sein Blick ins tiefste Innre nun, als ob er Feuer wär’;
brütend über Ungewissem legt’ ich, hin und her gerissen,
meinen Kopf aufs samtne Kissen, das ihr Haupt einst drückte hehr -
auf das violette Kissen, das ihr Haupt einst drückte hehr,

doch nun, ach! drückt nimmermehr!

Da auf einmal füllten Düfte, dünkt’ mich, weihrauchgleich die Lüfte,
und seraphner Schritte Klingen drang vom Estrich zu mir her.
“Ärmster”, rief ich, “sieh, Gott sendet seine Engel dir und spendet
Nepenthes, worinnen endet nun Lenor’s Gedächtnis schwer;-
trink das freundliche Vergessen, das bald tilgt, was in dir schwer!”

Sprach der Rabe, “Nimmermehr.”

“Ah, du prophezeist ohn’ Zweifel, Höllenbrut! Ob Tier, ob Teufel -
ob dich der Versucher sandte, ob ein Sturm dich ließ hierher,
trostlos, doch ganz ohne Bangen, in dies öde Land gelangen,
in dies Haus, von Graun umpfangen,- sag’s mir ehrlich, bitt’ dich sehr -
gibt es – gibt’s in Gilead Balsam?- sag’s mir – sag mir, bitt’ dich sehr!”

Sprach der Rabe, “Nimmermehr.”

“Ah! dann nimm den letzten Zweifel, Höllenbrut – ob Tier, ob Teufel!
Bei dem Himmel, der hoch über uns sich wölbt – bei Gottes Ehr’-
künd mir: wird es denn geschehen, daß ich einst in Edens Höhen
darf ein Mädchen wiedersehen, selig in der Engel Heer -
darf Lenor’, die ich verloren, sehen in der Engel Heer?”

Sprach der Rabe, “Nimmermehr.”

“Sei denn dies dein Abschiedszeichen”, schrie ich, “Unhold ohnegleichen!
Hebe dich hinweg und kehre stracks zurück in Plutos Sphär’!
Keiner einz’gen Feder Schwärze bleibe hier, dem finstern Scherze
Zeugnis! Laß mit meinem Schmerze mich allein!- hinweg dich scher!
Friß nicht länger mir am Leben! Pack dich! Fort! Hinweg dich scher!”

Sprach der Rabe, “Nimmermehr.”

Und der Rabe rührt’ sich nimmer, sitzt noch immer, sitzt noch immer
auf der bleichen Pallas-Büste überm Türsims wie vorher;
und in seinen Augenhöhlen eines Dämons Träume schwelen,
und das Licht wirft seinen scheelen Schatten auf den Estrich schwer;
und es hebt sich aus dem Schatten auf dem Estrich dumpf und schwer

meine Seele – nimmermehr.

Wohnung versus WG

{lang: 'de'}

Tjaa… Manchmal nimmt das Leben seltsame Formen an. War ich doch vor ein paar Tagen sehr pessimistisch gegenüber dem, dass ich die Wohnung in der Wohnbaugenossenschaft kriegen würde, hab ich jetzt ne Entscheidung zu treffen, die schwer ist. Sehr schwer sogar!

Nun, ich weiß, diese Komfortable Situation wünschen sich viele. Und ich wünsche sie ihnen, von ganzem Herzen. Aber irgendwie doch nicht. Entscheiden kann so hart und so schwer sein.

Aber, nach dem ich heute die arme Vorstandsdame der Genossenschaft zwei Stunden am Telefon vollgetextet habe, ist es zum Glück etwas einfacher, da ich ein paar Optionen gefunden habe, die sehr nett und praktisch sind.

Zuerst aber zur WG:

Warum wieder ne WG, nach dem ich doch in der jetzigen derartig schlechte Erfahrungen gemacht habe? Und vor allem, wo ich doch eigentlich quasi meine Traumwohnung erhalten habe?

Nun, zum einen, weil es natürlich erheblich einfacher ist, und erheblich weniger Geld kostet.

Zum anderen aber auch, weil man nicht alle Menschen über den gleichen Kamm scheren soll, so wie ich das halt hin und wieder tue, und diese somit eine Chance verdient haben.

Worauf hab ich mich nun mit der Genossenschaft verständigt?

Ich erhalte die Chance, am Mittwoch definitiv Bescheid zu geben. (Es könnte ja sein, dass die WG sich doch noch anders entscheidet, man weiß ja nie!)

Ich werde auf die Interessentenliste kommen, falls ich der Wohnung in der Genossenschaft doch ein Negativbescheid geben müsste. (was mir übrigens extrem schwer fällt!!)

Ich kann mir dort ein Keller anmieten, wenn ich mein Umzug mache, damit ich mein Zeug aus der CH wo einstellen kann (Das wird dauern, da teuer, also der Umzug)

Ich kann unter Umständen da ehrenamtlich Tätig werden, und ich kann vllt. doch Mitglied der Genossenschaft werden, allerdings ohne 5k Euro einzuzahlen. (das wird sich zeigen)

Jedenfalls möchte ich hier klar für eine Genossenschaft, oder klar für diese Genossenschaft aussagen.

Denn: In einer solch Demokratischen, direkt Demokratischen Geschichte, und in einer solchen Form zu Leben, finde ich extrem Erstrebenswert. Und zudem auch noch schön. Die Lage ist halt gerade zu Fantastisch.

Allerdings wollte ich mich Finanziell nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen, denn 5000 Euro ist viel Geld! Und dass muss erst mal angespart sein (jedenfalls Teilweise), dann können wir weitergucken.

Und, die WG dort kann ne sehr langfristige Geschichte werden, wenn es mir gefällt, und wenn alles Stimmt. Das wird die Zeit zeigen.

Jedenfalls wohne ich ab Mitte Monat voraussichtlich in einem Dorf. (ehm, ja es gehört schon zur Gemeinde Berlin.. Aber.. hier ist eben alles anders :)

Na dann.. Ich berichte :)

Vllt noch ein Link zur Coolsten WOHNGENOSSENSCHAFT DER WELT.. wenn ich denn deren Webseite kennen würde..

Der Polizeipräsident in Berlin – Äusserung im Strafverfahren

{lang: 'de'}

Ja, drei mal könnt ihr Raten! Die BVG hat doch Anzeige wegen “Hausfriedensbruch” gestellt. Wie ihr euch alle ja noch erinnert, habe ich mir erlaubt, die U55, Steuergeldverschwendungsoase und Unsinnsprojekt zu Fotografieren. Das NichtErgebnis kann hier angesehen werden.

Die Polizei schreibt im schreiben:

Tatvorwurf: Hausfriedensbruch
Tatzeit Freitag 29 September 2006 um 3.00 Uhr
Tatort 10557 Berlin, U-Bahnstrecke
Tatörtlichkeit U-Bahn Gleisanlage

Nach § 163 a der Strafprozessordnung ist Ihnen Gelegenheit zu geben, zu dieser Beschuldigung Stellung zu nehmen, die gegen Sie vorliegende Verdachtsgründe zu beseitigen, entlastende Tatsachen vorzutragen und die Aufnahme von Beweisen zu beantragen.

Zu diesem Zweck können Sie sich entweder unter Angabe der obigen Vorgangs-Nr. schriftlich äußern (siehe Beiliegenden Äusserungsbogen) oder hier zur Vernehmung erscheinen. Falls sie vernommen werden wollen, werden sie gebeten, sich zur Vereinbarung eines Termins mit der angegebenen Dienststelle fernmündlich in Verbindung zu setzen. Zur Vernehmung sind dieses Schreiben und Ihre Ausweispapiere mitzubringen.

Es steht Ihnen jedoch nach dem Gesetz frei, sich zu der Beschuldigung zu äußern oder nicht zur Sache auszusagen und jederzeit, auch schon vor Ihrer Vernehmung, einem von Ihnen zu wählenden Verteidiger zu befragen.

Sofern innerhalb von 2 Wochen nach Zugang dieses Schreibens eine Nachricht von Ihnen nicht eingeht, wird angenommen, dass Sie von Ihrem Recht, zu er Beschuldigung Stellung zu nehmen, keinen Gebrauch machen wollen. Sie werden jedoch darauf hingewiesen, dass Ihnen vor Abschluss der Ermittlungen in diesem Verfahren eine nochmalige Gelegenheit zur Stellungnahme nicht mehr eingeräumt werden muss.

Hochachtungsvoll

Im Auftrag

Appel

Auf nimmer wiedersehen, Ladebalken!

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Aufruf

{lang: 'de'}

Geehrte Leser und Leserin,

letze Nacht haben einige von euch freundliche und nette Kommentare hinterlassen, die aber aus versehen im Spam gelandet sind. Ich habe dies zu spät gesehen, und nun sind diese weg. Das war keine Absicht. Da wir immer noch ohne Zensur leben, bitten wir euch, die Kommentare nochmals zu verfassen, welche nicht da sind. (Kommentare die gestern Abend geschrieben worden sind, können von diesem Problem betroffen sein.)

Wir bitten um Entschuldigung!

Der grösste Unsinn beginnt nächste Nacht

{lang: 'de'}

Die Uhren werden nächste Nacht um eine Stunde zurückgestellt. Damit ist es wieder ne Stunde früher dunkel.

Wir fragen uns: WEM bringt dieser Unsinn eigentlich was?

Sommerzeit wär doch gar nicht so schlecht, aber ohne Winterzeit. Weil es dann schon um 5 Dunkel ist, was viel zu früh ist. Besser wärs, wenn es im Winter ne Stunde länger Hell bliebe. Also müssten doch die Uhren vorgestellt werden.

Nun, wir freuen uns schon wieder auf die Sommerzeit!

Also, nicht vergessen: Uhr zurückstellen!