Krankenhäuser
50.000 Pflegestellen in Krankenhäusern wurden in den letzten Jahren gestrichen. Bei gleichzeitig einer Million mehr Patienten geht das auf die Knochen!
Sparen bis der Arzt kommt?
Im gesamten Gesundheitswesen wird gespart, in besonderem Umfang aber bei der Pflege in den Krankenhäusern – und das bei rasant steigenden Patientenzahlen: Derzeit werden etwa eine Million mehr Menschen in den Kliniken versorgt und gepflegt als noch vor zehn Jahren. Und damals gab es in deutschen Krankenhäusern über 50.000 Pflegestellen mehr als heute! Die Folge: Die Krankenschwestern und Pfleger müssen Überstunden en masse schieben – im Jahr 2006 waren es allein so viele offiziell erfasste Überstunden, dass mehr als 5.000 Stellen hätten geschaffen werden können!
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Diese Entwicklung geht zunehmend zu Lasten der Patientinnen und Mitarbeiter. Immer häufiger beschweren sich Patienten oder ihre Angehörigen darüber, dass notwendige Leistungen, wie Umlagerungen, Mobilisationen, Schmerzmittelverabreichungen und Überwachungen von frisch Operierten wegfallen oder nicht rechtzeitig stattfinden – trotz aller Bemühungen des Pflegepersonals. Hinzu kommt, dass durch die Verkürzung der stationären Behandlung ein wesentlich höherer Anteil von stark pflegebedürftigen Patienten zu versorgen ist: mehr Patienten – in kritischerem Zustand – bei deutlich reduziertem Personal!
Pflegedienste befürchten Gesundheitsrisiken
Im aktuellen Pflegebarometer des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung geben 30 Prozent der befragten Pflegedirektionen an, dass sie in den letzten zwei Jahren keine ausreichende Versorgung in der Pflege anbieten konnten. Nur in jeder vierten Einrichtung konnten die Pflegekräfte sicher sein, dass sie jederzeit eine engmaschige Kontrolle der Patienten gewährleisten können. Angesichts dieser prekären Lage bleiben nicht-medizinische, aber nicht minder notwendige Leistungen, wie gesprächsorientierte Patientenbegleitung oder die Unterstützung beim Essen und Trinken auf der Strecke.
Gesundheitswesen krankt
Der Abbau des Pflegepersonals in deutschen Krankenhäusern geht immer mehr zu Lasten der Versorgungssicherheit der Patientinnen und auch die Gesundheit der Beschäftigten bleibt zunehmend auf der Strecke. Die körperliche und psychische Belastung von hoch qualifizierten Personal bei intensivstem Kontakt zu oftmals schwer kranken Menschen wird mit der zumeist niedrigen Bezahlung nur unzureichend vergütet.
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