Archiv für 3. März 2008

KuMa:Geld – Soll ich jetzt Aktien oder Obligationen kaufen?

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Die Antwort gleich vorne weg – ich weiss es nicht. Genauer gesagt, noch nicht. Man muss zuerst eine Menge Fragen beantworten können. Jeder Anleger ist anders und hat andere Voraussetzungen, andere Ziele.

Ein weiterer Beitrag über «Geld und Finanzen – leicht erklärt» – eine Idee von Tari Eledhwen aus Solothurn.

In der herkömmlichen Beratung gibt es drei wichtige Punkte, die angeschaut werden müssen – Risiko, Rendite und Liquidität. Diesen drei Punkten sagt man das magische Dreieck. Was bedeutet das aber nun für jede einzelnen Leser.

Die Liquidität ist das Wichtigste – bitte vergesst das nie in eurem ganzen Leben. Geld zum Leben braucht man immer und die meisten Firmen und Privatpersonen die in Konkurs geraten sind an der fehlenden Liquidität gescheitert. Wenn sie Aktien kaufen müssen sie sich auch überlegen, wann sie das investierte Geld wieder brauchen. Wenn sie zum Beispiel ein Haus bauen wollen, dann sollten sie nicht der Gier verfallen sein, zuvor noch an der steigenden Börse zu spekulieren. Da müssen sie, wenn sie noch von steigenden Kursen profitieren wollen, nach einem System arbeiten. Zum Beispiel bei einem Kursrückgang von fünf Prozent des erreichten Höchstwertes, verkaufen – und zwar knallhart ohne wenn und aber. Dieses System hätte auch vor dem Crash im Oktober 1987 bestens funktioniert. Bei einer Person die ich beraten habe, wären alle Aktien im September verkauft gewesen. Aber eben, die Gier. Wer warten konnte, hat wieder viel Geld verdient. Warten ist aber manchmal schwierig – vor allem wenn man Geld benötigt das investiert ist.

Obligationen oder Anleihen sind hier grob gesagt etwas besser. Aber auch Obligationen können an Wert ein büssen. Bei steigenden Zinsen oder wenn der Schuldner (auf den die Obligation lautet), Vertrauen verliert. Bei einigen Bankobligationen dürfte dies zur Zeit der Fall sein. Das liebe Risiko steckt in jedem Wertpapier, in jeder Anlageform. Bei einem mehr, beim andern weniger. Grob gesagt ist das Risiko aber bei Aktien wesentlich höher als bei Obligationen oder gar Geldern die auf Konten liegen oder in einem Festgeld oder Termingeld angelegt sind. Der Anlagehorizont ist hier meist unter einem Jahr und im Normalfall hat man mit keinen Kursschwankungen zu rechnen. Es sei denn, man legt in Fremdwährungen an. Der Dollar kann in den nächsten Tagen oder Wochen vielleicht auf unter einen Franken sinken. Wir wissen es nicht – das ist eben das Risiko.

Das Risiko und die Rendite sind meist direkt von einander abhängig. Je mehr Risiko man eingeht, desto höher ist die Rendite. Das ist eine Weisheit, die eigentlich jeder gekannt hat. Nur wurde uns mit der Subprime Krise – die amerikanische Immobilienkrise – bewiesen, dass es auch anders geht. Auch europäische Banken sind hohe Risiken eingegangen und hätten dafür nur wenig Rendite erhalten. Wie viel sie jetzt noch erhalten werden, ist fraglich. Über 100 Milliarden US Dollar wurden bis jetzt abgeschrieben. Alle dubiosen Kredite schätzt man auf das gut Sechsfache. Das heisst, man wird noch in grossem Rahmen abschreiben müssen, es sei denn, die Amerikaner könnten sich jetzt die Hypotheken wieder leisten, weil der Zins gesunken ist.

In jede Aktie würde ich jetzt noch nicht investieren auch wenn einige ganz schön tief gefallen sind und optisch gesehen günstig zu kaufen sind. Am besten man kauft sich nicht alle Aktien zum gleichen Zeitpunkt. Es ist nicht möglich dass sie zu den Tiefstkursen kaufen und zu den Höchstkursen verkaufen. Wenn es einmal so ist nennt man dies Glück – und das wünsche ich ihnen an der Börse.

Ja, für Junge gibt es noch eine zusätzliche Überlegung. Ich will noch nicht auf das martische 6-Eck hinaus, das behandeln wir später einmal. Mit Aktien, wenn man das wirklich langfristig betrachtet, erreicht man pro Jahr ein, zwei, drei, vier, fünf oder noch mehr Prozent Mehrrendite. Es kommt darauf an, wie gut sie die Titel auswählen und ob ihnen Fortuna auch gut gesinnt ist.

Nehmen wir an, wir investieren 40 Jahre lang jeweils 1000 Franken. Mit 3% haben wir einen Ertrag von rund 38 000 und bei 6 % sind es schon mehr als drei mal soviel – und zusätzlich haben wir noch die 40’000, die wir investiert haben und vielleicht für «nichts Blöderes» ausgegeben haben. Oder anders gesagt, es ginge manchem besser wenn er früh lernt mit Risiken vernünftig um zu gehen.

An Aktien ist noch etwas erstaunlich. Es ist eines der wenigen herkömmlichen Wertpapiere das in Deutschland und der Schweiz gleich heisst.

Mein Freund, der Flugpirat

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Karan Singh und drei weitere Kollegen sollen nach 13 Jahren aus der Schweiz ausgeschafft werden, weil sie vor 27 Jahren ein Flugzeug entführt hatten.

Ich schreibe im Ich-Stil, wie sie es im Blog gewöhnt sind. Aber heute versuche ich die Meinung unseres Vorstandes von «libref.» wieder zu geben, der zufälligerweise heute getagt hat. Unter den Stichworten Sikhs, Pfarrer Sieber, Dalai Lama, Yahya Hassan Bajwa, 2. Kappeler Milchsuppe, Bivio und Menschenrechte finden sie einige Beiträge, die wir ohne Karan Singh und sein Beziehungsnetz nicht hätten schreiben können.

Lesen sie im Tagesanzeiger und in der Berner Zeitung ausführlich um was es geht.

Oder nachstehend in Kurzform (nota bene den ganzen Text bei www.espace.ch geklaut):

«Seit 13 Jahren in der Schweiz

Karan Singh war in den 80er-Jahren an zwei Flugzeugentführungen beteiligt. Dafür wurde er in Pakistan zu 13 Jahren Haft verurteilt. Nach Verbüssung der Strafe kam er 1995 als politisch anerkannter Flüchtling in die Schweiz. Jetzt hätte er – mit anderen Sikhs – die Schweiz verlassen sollen auf Grund einer Neubeurteilung des Bundesamts für Migration. «Die Lage in Indien hat sich geändert – heute droht den Sikhs keine Gefahr mehr», erklärte Pressesprecher Philippe Haas gegenüber dem Schweizer Fernsehen. sae»

Ich nehme auch nicht an, dass die BZ im Jahre 2035 kommt und mich auf diesen Tatbestand des kopierten Textes einklagen will. Ich habe den Artikel korrekt mit Link zitiert . Ich habe so Sühne getan – Karan Singh war dazu über 10 Jahre im Gefängnis. Ich bin auch überzeugt, dass die Zeitung Verständnis hat, dass wir den Text gleich aufschalten. Einige längere Beiträge haben wir auch schon ungekürzt mit Einwilligung gebracht. Diejenigen, die Dr. Yahya Hassan Bajwa geschrieben hat. Ich denke, er ist schon lange ein Kollege von Karan Singh und hat vermutlich mit den Erfahrungen aus Pakistan noch viel mehr Verständnis, was damals vor 27 Jahren geschah.

Bei jedem Konflikt gibt es Leute die eher bereit sind sich für ihre Gerechtigkeit ein zu setzten. Wenn Freunde, Bekannte, Landsleute von einem Staat oder einer andern Religion oder Volksgruppe unterdrückt werden, gibt es welche die sich wehren. Die meisten sind zu feige. Ob sie immer zu den Fundamentalisten gezählt werden dürfen ist für mich sehr fraglich. Ich bin alles andere als ein Fundamentalist aber ich habe mehrere Hinweise dass ich auf einer Liste für ein Sonderkommando war. Die Angelegenheit ist aufgeflogen. Die Presse wurde spärlichst mit Informationen versorgt. Deckel drauf und Gras darüber! Vermutlich sind die Akten längst vernichtet oder dann wird nach vielleicht 50 Jahren mal etwas freigegeben. Da kommt mir einer in den Sinn, der vielleicht mal nachforschen könnte. Wie Karan Singh war er auch Referent an der 2. Kappeler Milchsuppe.

Die Tat wollen wir nicht beschönigen aber darauf hinweisen, dass bei Konflikten sich einige wehren. Sie haben auch ihre Strafe abgesessen und kamen als Flüchtlinge in die Schweiz. Ich habe, bevor ich Vermögensverwalter wurde, viel direkt mit Flüchtlingen zu tun gehabt. Es gibt zwei Arten Flüchtlinge. Wirtschafts-Flüchtlinge und politische Flüchtlinge. Die erste Gruppe sind Profiteure. Und bei der zweiten Gruppe weiss man immer, dass dies keine Anpasser waren. Diese haben sich für etwas eingesetzt und vielfach das Leben aufs Spiel gesetzt. Karan Singh und seine drei Kollegen hätten auch die Todesstrafe erleiden können.

Einer meiner besten Kollegen könnten wir heute auch wieder nach Tschechien zurück schicken. Aber ich denke, dass er nicht dreizehn Jahre warten musste, bis er und seine Familie Schweizer wurden. Und es könnte ja sein, dass wir tatsächlich ein so unmenschliches Recht in der Schweiz haben, dass einige nach dreizehn Jahren ausgewiesen werden müssen. Vielleicht gibt es aber noch die Vernunft.