PRESSE/IPO: Mehr Geld für Deutsche Bahn-Vorstand – Gehälter sollen steigen
MÜNCHEN (AWP International) – Die Vorstände der Deutschen Bahn (DB) sollen einem Zeitungsbericht zufolge im nächsten Jahr deutlich mehr Geld bekommen. Bei den Grundgehältern sei eine starke Aufstockung vorgesehen, auch die Leistungszulagen könnten, sofern das Staatsunternehmen Umsatz und Gewinn steigert, wesentlich höher ausfallen, schreibt die “Süddeutsche Zeitung” (“SZ”; Freitagausgabe) und beruft sich auf den bislang unter Verschluss gehaltenen Prospekt für den geplanten Börsengang des Verkehrskonzerns, der dem Blatt in Auszügen vorläge. Die Steigerungen betrügen teilweise 20 Prozent und mehr.
Das Gehalt von Bahnchef Hartmut Mehdorn steige demnach von 750.000 auf 900.000 Euro. Mehdorns Leistungszulage könnte im für ihn günstigen Fall in diesem Jahr 2,99 Millionen Euro, im nächsten Jahr 3,51 Millionen Euro betragen, schreibt die “SZ”. Besonders hoch fielen die Zuwächse bei Personalchefin Margret Suckale aus, die zusätzliche Aufgaben im Konzern übernehme. Ihr Grundgehalt steigt von 400.000 auf 550.000 Euro, bei den Leistungszulagen solle ihr Plus 20 Prozent betragen. Im günstigsten Fall könnte Suckale 2009 fast zwei Millionen Euro Sonderhonorar bekommen. Suckale habe als einziger weiblicher Vorstand der Bahn allerdings auch den grössten Nachholbedarf. Ihre Kollegen in der Konzernspitze verdienen deutlich mehr. Auch deren Gehälter und Leistungszulagen sollen steigen, allerdings weniger stark als bei Suckale.
Die Bahn habe auf Anfrage der “SZ” erklärt, 2007 seien die Vorstandsbezüge im Vergleich zum Vorjahr gesunken. “Die Vergütung liegt nach wie vor im unteren marktüblichen Bereich.” So werde das laut “SZ” auch in Aufsichtsratskreisen gesehen. Im Vergleich zu anderen Grossunternehmen bezahle die Bahn ihre Manager eher moderat. “Bei einem Chemie-, Energie- oder Autokonzern bekommt man für dieses Geld keinen Vorstand.” Im übrigen habe die Bahn ihre Betriebsergebnisse über die Jahre hinweg deutlich gesteigert.
Nach Angaben der Zeitung sind im Börsenprospekt auch die Tantiemen für die geplante Teil-Privatisierung des Staatsunternehmens aufgelistet. Falls es zum Börsengang komme, seien folgende Mindestzahlung vorgesehen: 140.000 Euro bei Konzernchef Mehdorn, 120.000 Euro bei Finanz-Vorstand Diethelm Sack und jeweils 100.000 Euro bei den übrigen Vorständen. Mehdorn könne im für ihn besten Fall 1,2 Millionen Euro Sonderhonorar kassieren, die anderen Vorstände kämen auf 1 oder 1,2 Millionen Euro. Dazu müssten beim Verkauf der Aktien nach Angaben aus Aufsichtsratskreisen aber weit mehr als die zuletzt kalkulierten gut fünf Milliarden Euro in die Kassen von Bund und Bahn fliessen. Das gelte im Aufsichtsrat allerdings als unrealistisch. Dort hoffe man auf wenigstens 4,5 bis 5 Milliarden Euro. Das sei das Ziel. Laut Börsenprospekt werde die “Zielerreichung” bei Mehdorn mit 560.000 Euro honoriert, bei Sack mit 480.000 Euro und bei den anderen Vorständen mit 400.000 Euro./wiz
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