© Solothurner Zeitung / MLZ; 06.01.2009; Seite 1
Kanton SO
313 Männer und 134 Frauen buhlen um 100 Sitze
Kantonsratswahlen Die FdP stellt die grösste Auswahl, die vor einem Monat gegründeten Grünliberalen überraschen mit ihrer Anzahl
Bis zum gestrigen Anmeldeschluss haben sich 447 Kandidierende für die Kantonsratswahlen angemeldet. Darunter sind auch «neue», bekannte Namen.
2005 haben 401 Personen für die 100 zu vergebenden Sitze im Kantonsrat kandidiert. Am kommenden 8. März stehen auf 39 Listen 447 Kandidierende zur Wahl. Der Frauenanteil ist wie bei den Kantonsratswahlen zuvor erneut gestiegen. Im Vergleich zu 2005 um 2 auf 30 Prozent. In allen fünf Amteien treten FdP, SP, CVP, SVP, Grüne – diese Parteien teilweise mit ihren Jungparteien – und die kürzlich gegründete Grünliberalen Partei (GLP) Kanton Solothurn an.
Am meisten Kandidierende hat die FdP mit 87, gefolgt von der SP mit 81, der CVP mit 79, der SVP mit 57 und den Grünen mit 54 Kandidierenden. Bei den Kleinen hat es die GLP innert Monatsfrist auf 37 Kandidierende gebracht, gefolgt von der EVP mit 29 (Listen in Solothurn-Lebern, Bucheggberg-Wasseramt, Olten-Gösgen) und den Jungen Grünen mit 12 (eigene Liste in Solothurn-Lebern) sowie der EDU (Listen in Bucheggberg-Wasseramt, Thal-Gäu) und der JUSO (eigene Liste in Olten-Gösgen) mit je 5 Kandidierenden. Als Einzelkandidatin für ihre Alternative Schweizer Partei (ASP) kandidiert Sandra Lia Infanger (Bellach). Vor vier Jahren sorgte die Transsexuelle bei der JUSO für Wirbel, kürzlich versuchte sie bei der GLP unterzukommen (wir berichteten). Im Thal/Gäu hat es erneut am wenigsten Kandidierende und den tiefsten Frauenanteil (siehe Tabelle).
Bekannte und Listenverbindungen
Einige versuchen ihr politisches Comeback. Allen voran Roberto Zanetti (Gerlafingen), der 2005 als Regierungsrat abgewählt wurde. Bei den Grünen, steigt alt Nationalrätin Marguerite Misteli (Solothurn) und alt Kantonsrat Robert Amiet (Oberdorf) ins Rennen. Unter den Kandidierenden, die den Sprung ins Parlament erstmals schaffen wollen, hat es weitere bekannte Namen. So etwa bei der FdP Pia Stebler (Solothurn), ehemalige Chefin des kantonalen Finanzamtes, Kuno Tschumi, Gemeindepräsident von Derendingen und Präsident des Einwoh- nergemeinden-Verbandes, Peter Oesch (Olten), Präsident von Gastro Solothurn, und Verena Enzler (Lostorf), Synodalratspräsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche Kanton Solothurn. Bei der CVP kandidiert erstmals Parteipräsidentin Annelies Peduzzi (Zuchwil). Bei der SP Giorgio Tuti (Langendorf), SEV-Interimspräsident. Für die GLP kandidiert Opernsängerin Marion Ammann (Dornach) und Rudolf Hafner (Dornach), der 1984 als Revisor bei der Finanzkontrolle Kanton Bern im Zuge der Laufental-Abstimmung illegale Abstimmungsfinanzierungen des Berner Regierungsrates aufgedeckt hatte. Ein Skandal, der unter «Berner Finanzaffäre» für Schlagzeilen sorgte. Bei der SVP fällt Georg Schellenberg (Oensingen) auf, der 12 Jahre im Zürcher Kantonsrat war.
Listenverbindungen gehen die SP und die Grünen ein. Ebenso geht die CVP wieder mit der EVP und neu mit den Grünliberalen eine Verbindung ein. Aus Prinzip allein versuchts erneut die FdP. Wie bereits für die Nationalratswahlen 2007 hat sie der SVP, welche die bürgerlichen Kräfte gegen Mitte-Links bündeln wollte, einen Korb gegeben. Auch die GLP war für die FdP kein Thema.
FdP muss ihre Flügel einziehen
Grüne, EVP und SVP als Gewinnerinnen – SP, CVP und vor allem FdP als Verliererinnen: So schnitten die Parteien bei den Kantonsratswahlen 2005 ab. Die Ausgangslage nun? Die FdP, mit 31 von 100 Sitzen noch grösste Partei, wird wohl weiter Federn lassen müssen. Am rechten Flügel zugunsten der SVP, am linken Flügel zugunsten der Grünliberalen. Zwar hat die FdP auf der einen Seite in der Ausländerpolitik eine strengere Gangart eingeschlagen und auf der anderen Seite sich für die Förderung von erneuerbaren Energien stark gemacht. Dies dürfte aber kaum genügen. Verlieren wird wohl auch die SP, sowohl zugunsten der Grünen aber auch zugunsten der GLP. Das rechte Wählerspektrum wird in der SVP vereint – die Schweizer Demokraten haben sich aufgelöst.
Sie Treten nicht mehr an
FdP Andreas Gasche (Oekingen), Kurt Henzi (Dornach), Robert Hess (Trimbach), Ruedi Nützi (Wolfwil), Thomas Roppel (Obergösgen), François Scheidegger (Grenchen), Kaspar Sutter (Breitenbach).
SP Barbara Banga-Schaad (Grenchen), Manfred Baumann (Nennigkofen), Marianne Kläy (Horriwil), Fatma Tekol (Biberist), Urs Wirth (Grenchen).
CVP Beat Allemann (Welschenrohr), Alfons Ernst (Stüsslingen), Adrian Flury (Lommiswil), Edith Hänggi (Meltingen), Jakob Nussbaumer (Lohn-Ammannsegg), Chantal Stucki (Olten).
SVP Ursula Deiss (Olten).
Grüne Stephanie Affolter (Biberist).

[...] das der Schritt zu deiner ersten Million. Und einem wünsche ich auch Erfolg – du hast Rudolf Hafner erwähnt. Bekannt wegen der Finanzaffäre im Kanton [...]