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	<title>Die Bloggerin.com &#62; Das Magazin! &#187; Roland Bathon</title>
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	<pubDate>Mon, 01 Dec 2008 11:00:21 +0000</pubDate>
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		<title>DER ALTE BRUNNEN (Teil 9 - Ende der Geschichte)</title>
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		<comments>http://www.bloggerin.com/archiv/der-alte-brunnen-teil-9-ende-der-geschichte#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 27 Aug 2008 16:00:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland Bathon</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p>Wie erstarrt warteten die Kinder ungl&#228;ubig im Steinkreis. In diesem Moment ert&#246;nte ein gro&#223;es Tosen, das von &#252;berall her zu kommen schien. Es schwoll an und die Erde zitterte, bebte. Aus dem Boden wuchs eine Mauer empor, H&#228;user und T&#252;rme folgten. Schlie&#223;lich kam die alte Burg wieder an die Oberfl&#228;che und gruppierte sich um das Haus von Arinias Familie. Die Kinder standen am Ufer eines kleinen Sees, der sich an der Stelle des vorherigen Brunnens befand. Dann wurde wieder alles still. Stolz ragten die Zinnen der Burgmauer empor, auch wenn sie noch teilweise mit Erde bedeckt waren. Die m&#228;chtige Festung stand wieder an ihrer alten Stelle, wo sie der Boden vor &#252;ber hundert Jahren verschluckt hatte.</p>

<p>In den n&#228;chsten Tagen war ein riesiges Get&#252;mmel im Dorf. Bis in die Nachbarorte war das Get&#246;se h&#246;rbar und das Beben sp&#252;rbar gewesen und nun kamen die Leute von nah und fern, um sich die wiedererstandene Burg zu besehen.
Schlie&#223;lich kam sogar der K&#246;nig ins Dorf, der von den Vorkommnissen geh&#246;rt hatte und lie&#223; sich pers&#246;nlich von Arinia und den anderen Kindern das Wunder erz&#228;hlen. Dann &#252;berlegte er kurz und setzte den j&#252;ngeren Sohn des Ritters, der den Wassermann besiegt hatte, als neuen Herrn der Burg ein. Der &#228;ltere verzichtete auf alle Anspr&#252;che und wollte auf die Wanderschaft gehen. Er war es gewesen, der damals durch den Diebstahl des Goldst&#252;cks den Untergang der Burg heraufbeschworen hatte. Arinia jedoch, die ja einen entscheidenden Anteil am Sieg &#252;ber den gef&#228;hrlichen Wassergeist hatte, belohnte er mit einem gro&#223;en Beutel voll Golddukaten und erhob sie zur Gr&#228;fin &#252;ber die ganze Gegend. Langsam kehrte wieder Ruhe ein in dem Land, das der Wassermann all die Jahre in Angst und Schrecken versetzt hatte. Die Menschen trauten sich, an dem Gew&#228;sser zu rasten und im See zu baden.</p>

<p>So gingen die Jahre dahin, in denen alle zusammen in Gl&#252;ck und Zufriedenheit lebten. Als der junge Ritter in das heiratsf&#228;hige Alter kam und selbst seine Burg in Besitz nahm, verliebte er sich in die junge Gr&#228;fin Arinia, heiratete sie und regierte noch lange Zeit mit ihr zusammen das Land. Doch das ist eine andere Geschichte.</p>
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			<content:encoded><![CDATA[	<p><p><em>&#169; 2008 Roland Bathon, keine unerlaubte Vervielf&#228;ltigung oder Verbreitung; Guillome Blanchard, hier verwendet unter den Lizenzen <span class="caps">GFDL</span> und Creative Commons </em></p></p>

	<p><p>Pr&#228;sentiert von:</p></p>

	<p><p><center><br />
<a HREF="http://www.russland-buecher.ru" TARGET="_blank"><img SRC="http://www.nachrussland.de/nrr/gfx/nrr468x60.gif" ALT="Nach Russland-Reihe - hier klicken" WIDTH=468 HEIGHT=60 BORDER=0/></a></center><br />
</p></p>

	<p><p>Wie erstarrt warteten die Kinder ungl&#228;ubig im Steinkreis. In diesem Moment ert&#246;nte ein gro&#223;es Tosen, das von &#252;berall her zu kommen schien. Es schwoll an und die Erde zitterte, bebte. Aus dem Boden wuchs eine Mauer empor, H&#228;user und T&#252;rme folgten. Schlie&#223;lich kam die alte Burg wieder an die Oberfl&#228;che und gruppierte sich um das Haus von Arinias Familie. Die Kinder standen am Ufer eines kleinen Sees, der sich an der Stelle des vorherigen Brunnens befand. Dann wurde wieder alles still. Stolz ragten die Zinnen der Burgmauer empor, auch wenn sie noch teilweise mit Erde bedeckt waren. Die m&#228;chtige Festung stand wieder an ihrer alten Stelle, wo sie der Boden vor &#252;ber hundert Jahren verschluckt hatte.</p></p>

	<p><p>In den n&#228;chsten Tagen war ein riesiges Get&#252;mmel im Dorf. Bis in die Nachbarorte war das Get&#246;se h&#246;rbar und das Beben sp&#252;rbar gewesen und nun kamen die Leute von nah und fern, um sich die wiedererstandene Burg zu besehen.<br />
Schlie&#223;lich kam sogar der K&#246;nig ins Dorf, der von den Vorkommnissen geh&#246;rt hatte und lie&#223; sich pers&#246;nlich von Arinia und den anderen Kindern das Wunder erz&#228;hlen. Dann &#252;berlegte er kurz und setzte den j&#252;ngeren Sohn des Ritters, der den Wassermann besiegt hatte, als neuen Herrn der Burg ein. Der &#228;ltere verzichtete auf alle Anspr&#252;che und wollte auf die Wanderschaft gehen. Er war es gewesen, der damals durch den Diebstahl des Goldst&#252;cks den Untergang der Burg heraufbeschworen hatte. Arinia jedoch, die ja einen entscheidenden Anteil am Sieg &#252;ber den gef&#228;hrlichen Wassergeist hatte, belohnte er mit einem gro&#223;en Beutel voll Golddukaten und erhob sie zur Gr&#228;fin &#252;ber die ganze Gegend. Langsam kehrte wieder Ruhe ein in dem Land, das der Wassermann all die Jahre in Angst und Schrecken versetzt hatte. Die Menschen trauten sich, an dem Gew&#228;sser zu rasten und im See zu baden.</p></p>

	<p><p>So gingen die Jahre dahin, in denen alle zusammen in Gl&#252;ck und Zufriedenheit lebten. Als der junge Ritter in das heiratsf&#228;hige Alter kam und selbst seine Burg in Besitz nahm, verliebte er sich in die junge Gr&#228;fin Arinia, heiratete sie und regierte noch lange Zeit mit ihr zusammen das Land. Doch das ist eine andere Geschichte.</p></p>

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		<title>DER ALTE BRUNNEN (Teil 8)</title>
		<link>http://www.bloggerin.com/archiv/der-alte-brunnen-teil-8</link>
		<comments>http://www.bloggerin.com/archiv/der-alte-brunnen-teil-8#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 20 Aug 2008 16:00:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland Bathon</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p><em>© 2008 Roland Bathon, keine unerlaubte Vervielf&#228;ltigung oder Verbreitung; Guillome Blanchard, hier verwendet unter den Lizenzen GFDL und Creative Commons </em></p>

<p>Pr&#228;sentiert von:</p>

<p><center>
<a HREF="http://www.russland-buecher.ru" TARGET="_blank"><img SRC="http://www.nachrussland.de/nrr/gfx/nrr468x60.gif" ALT="Nach Russland-Reihe - hier klicken" WIDTH=468 HEIGHT=60 BORDER=0/></a></center><br /></p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><p><em>&#169; 2008 Roland Bathon, keine unerlaubte Vervielf&#228;ltigung oder Verbreitung; Guillome Blanchard, hier verwendet unter den Lizenzen <span class="caps">GFDL</span> und Creative Commons </em></p></p>

	<p><p>Pr&#228;sentiert von:</p></p>

	<p><p><center><br />
<a HREF="http://www.russland-buecher.ru" TARGET="_blank"><img SRC="http://www.nachrussland.de/nrr/gfx/nrr468x60.gif" ALT="Nach Russland-Reihe - hier klicken" WIDTH=468 HEIGHT=60 BORDER=0/></a></center><br />
</p></p>

	<p><p>Wie staunte Arinia, als sie das h&#246;rte. Doch sie dachte auch an den Wassermann. Was w&#252;rde er nun tun, wenn seine Untertanen nach seiner R&#252;ckkehr verschwunden waren? Arinia hatte sich selbst, ihre Mutter, ihre Gro&#223;mutter, ja das ganze Dorf in gro&#223;e Gefahr gebracht. Aber sie konnte diese Kinder doch nicht zur&#252;ck in die ewige Dunkelheit schicken.<br />
W&#228;hrend sie gerade &#252;berlegte, was sie tun sollte, h&#246;rte sie ein Brausen aus der Ferne, das schnell lauter wurde. Wie eine Dampfwolke sauste etwas &#252;ber die Felder heran. Arinia wusste sofort, das musste der Wassermann sein. Auch die anderen Kinder hatten das Ger&#228;usch bemerkt und blankes Entsetzen stand in ihren Blicken.<br />
&#8222;Was tun, was tun, was tun?&#8220; Arinias Geist arbeitete fieberhaft. Auch sie hatte panische Angst. Dann sp&#252;rte sie den Lederbeutel mit den Steinchen in ihrer Sch&#252;rze. Nun w&#252;rde sie erfahren, ob die Steine der Macht des Wassermanns widerstanden.<br />
&#8222;Kommt her!&#8220;, schrie sie den Kindern zu, das n&#228;herkommende und lauter werdende Brausen &#252;bert&#246;nend. Schnell liefen sie zu ihrer Befreierin. Diese streute eilig einen Kreis aus den roten Steinchen in die Wiese, gro&#223; genug, um alle Kinder aufzunehmen. Nur einen einzigen Stein hielt sie zur&#252;ck. Dann trat sie in den Kreis und die anderen folgten ihr, gerade rechtzeitig, bevor der Wassermann neben dem Brunnen angekommen war.<br />
Er sah f&#252;rchterlich aus. &#220;ber zwei Schritte gro&#223;, mit breiten Schultern sah er aus, als ob er B&#228;ume mit blo&#223;en H&#228;nden ausrei&#223;en k&#246;nnte. Seine Haut war blau und seine dunklen Augen funkelten in zorniger Boshaftigkeit. In der Hand trug er einen riesigen Dreizack.<br />
Er schrie, dass die Erde erzitterte: &#8222;Wer hat meine Diener befreit? Wer hat meine Barriere zerst&#246;rt?&#8220; und stampfte w&#252;tend von einem Bein auf das andere. Arinia wurde angst und bange. Dann ging er auf die Kinder zu, den Dreizack drohend auf sie gerichtet. Doch als dessen Spitze an den Rand des Steinkreises stie&#223;, schien er gegen eine Wand zu prallen. Der Wassermann stutzte und stie&#223; ihn in Richtung des &#228;ltesten Jungen. Erneut prallte der Dreizack ab, als wenn &#252;ber den Steinen ein unsichtbares Hindernis bestehen w&#252;rde. W&#252;tend schrie der Wassermann auf. Ohrenbet&#228;ubend hallte sein Schrei durch das Land. Die kleineren Kinder hielten sich die Ohren zu und weinten vor Angst.<br />
Doch der j&#252;ngere der beiden Jungen, obwohl ebenfalls &#228;ngstlich, nahm all seinen Mut zusammen und tippte Arinia von hinten auf die Schulter. &#8222;Du hast doch noch so einen Zauberstein&#8220;, schrie er ihr ins Ohr, im verzweifelten Versuch, den Wassermann zu &#252;bert&#246;nen. Arinia nickte und zeigte dem Jungen den Stein in der ausgestreckten Hand. Dieser nahm ihn und sprach mehr zu sich selbst, zur eigenen Beruhigung: &#8222;Ich werfe am besten von uns.&#8220;<br />
Vor ihnen tobte immer noch der riesige Wassermann. Der Junge trat hinter ihm halb aus dem Kreis, um Platz zum Ausholen zu haben. Der Wassermann sah die Bewegung und wandte sich ihm w&#252;tend zu. Er zielte und warf mit voller Wucht den Stein auf die riesige Gestalt und traf direkt in ihren weit ge&#246;ffneten Rachen. Einen Moment war der Mann still, der Stein verstopfte seinen Hals. Er w&#252;rgte. Pl&#246;tzlich erschien eine Rauchwolke, die ihn ganz einh&#252;llte. Noch einmal h&#246;rte man ein ersticktes Br&#252;llen, dann l&#246;ste sich der Nebel auf und der Wassermann war verschwunden.</p></p>

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		<title>DER ALTE BRUNNEN (Teil 7)</title>
		<link>http://www.bloggerin.com/archiv/der-alte-brunnen-teil-7</link>
		<comments>http://www.bloggerin.com/archiv/der-alte-brunnen-teil-7#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 13 Aug 2008 16:00:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland Bathon</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p>Dann stieg sie den Brunnenschacht wieder hinauf. Zuerst wollte sie einfach weggehen, doch dann fielen ihr die traurigen Blicke der Fische wieder ein und ihre panischen Versuche, das Eis zu durchdringen. Sie hatte solches Mitleid mit den kleinen Kerlen. Wie konnte der Wassermann sie nur so lange alleine lassen?
Schlie&#223;lich fasste sich das M&#228;dchen ein Herz. Es holte aus dem Haus einen Kanten Brot und nahm eines der roten Zaubersteinchen in die Hand. Arinia wollte beides ganz schnell hinunter werfen und dann vom Brunnen verschwinden, so dass der Wassermann nicht herausfinden konnte, wer einen Tag vor der Zeit seine magische Eisbarriere zerst&#246;rt hatte. Sie holte aus und warf Stein und Brot in den Schacht hinunter. Sie wollte gerade wegrennen, da h&#246;rte sie ein lautes Zischen von unten und dann Stimmen, Stimmen von Leuten und lautes Platschen, als wenn eine ganze Menge Menschen dort im Brunnen herumschwimmen w&#252;rden. &#196;ngstlich schaute Arinia nach unten. Was hatte sie nur getan? Da kletterte ein junger Mann am Seil des Eimers nach oben, ein &#228;lteres M&#228;dchen folgte gleich hinter ihm.</p>

<p>Als sie oben &#252;ber den Brunnenrand kletterten, folgten weitere junge Leute. Am Ende standen f&#252;nf M&#228;dchen und zwei Jungen im Alter zwischen f&#252;nf und f&#252;nfzehn Jahren vor Arinia. Alle waren triefend nass und in altert&#252;mliche Kleider geh&#252;llt. Nachdem sie etwas zu Atem gekommen war, begann das &#228;lteste M&#228;dchen zu sprechen.</p>

<p>„Liebes Kind! Danke, dass du uns vor dem b&#246;sen Wassermann gerettet hast! Schon so viele Jahre leben wir da unten in diesem Loch und m&#252;ssen harte Arbeit f&#252;r ihn tun! Wir sind die Kinder des Burgherren, die vom Wassermann vor vielen Jahren verschleppt wurden. Alle sieben Jahre ist er zu seinem K&#246;nig gereist. Damit wir nicht w&#228;hrend seiner Abwesenheit ausrissen, verwandelte er uns immer in kleine Fische und verschloss den einzigen Ausgang seines Wasserreichs mit magischem Eis. Doch heute, als du das Eis zerst&#246;rt hast, hast du auch seinen Zauber zerst&#246;rt!“ </p>
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			<content:encoded><![CDATA[	<p><p><em>&#169; 2008 Roland Bathon, keine unerlaubte Vervielf&#228;ltigung oder Verbreitung; Guillome Blanchard, hier verwendet unter den Lizenzen <span class="caps">GFDL</span> und Creative Commons </em></p></p>

	<p><p>Pr&#228;sentiert von:</p></p>

	<p><p><center><br />
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</p></p>

	<p><p>Dann stieg sie den Brunnenschacht wieder hinauf. Zuerst wollte sie einfach weggehen, doch dann fielen ihr die traurigen Blicke der Fische wieder ein und ihre panischen Versuche, das Eis zu durchdringen. Sie hatte solches Mitleid mit den kleinen Kerlen. Wie konnte der Wassermann sie nur so lange alleine lassen?<br />
Schlie&#223;lich fasste sich das M&#228;dchen ein Herz. Es holte aus dem Haus einen Kanten Brot und nahm eines der roten Zaubersteinchen in die Hand. Arinia wollte beides ganz schnell hinunter werfen und dann vom Brunnen verschwinden, so dass der Wassermann nicht herausfinden konnte, wer einen Tag vor der Zeit seine magische Eisbarriere zerst&#246;rt hatte. Sie holte aus und warf Stein und Brot in den Schacht hinunter. Sie wollte gerade wegrennen, da h&#246;rte sie ein lautes Zischen von unten und dann Stimmen, Stimmen von Leuten und lautes Platschen, als wenn eine ganze Menge Menschen dort im Brunnen herumschwimmen w&#252;rden. &#196;ngstlich schaute Arinia nach unten. Was hatte sie nur getan? Da kletterte ein junger Mann am Seil des Eimers nach oben, ein &#228;lteres M&#228;dchen folgte gleich hinter ihm.</p></p>

	<p><p>Als sie oben &#252;ber den Brunnenrand kletterten, folgten weitere junge Leute. Am Ende standen f&#252;nf M&#228;dchen und zwei Jungen im Alter zwischen f&#252;nf und f&#252;nfzehn Jahren vor Arinia. Alle waren triefend nass und in altert&#252;mliche Kleider geh&#252;llt. Nachdem sie etwas zu Atem gekommen war, begann das &#228;lteste M&#228;dchen zu sprechen.</p></p>

	<p><p>&#8222;Liebes Kind! Danke, dass du uns vor dem b&#246;sen Wassermann gerettet hast! Schon so viele Jahre leben wir da unten in diesem Loch und m&#252;ssen harte Arbeit f&#252;r ihn tun! Wir sind die Kinder des Burgherren, die vom Wassermann vor vielen Jahren verschleppt wurden. Alle sieben Jahre ist er zu seinem K&#246;nig gereist. Damit wir nicht w&#228;hrend seiner Abwesenheit ausrissen, verwandelte er uns immer in kleine Fische und verschloss den einzigen Ausgang seines Wasserreichs mit magischem Eis. Doch heute, als du das Eis zerst&#246;rt hast, hast du auch seinen Zauber zerst&#246;rt!&#8220; </p></p>

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		<title>DER ALTE BRUNNEN (Teil 6)</title>
		<link>http://www.bloggerin.com/archiv/der-alte-brunnen-teil-6</link>
		<comments>http://www.bloggerin.com/archiv/der-alte-brunnen-teil-6#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 06 Aug 2008 16:00:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland Bathon</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p>So ging Arinia mit dem Beutel in ihrer Sch&#252;rze zum alten Brunnen und nach einem kurzen Z&#246;gern stieg sie in den Brunnenschacht. Rein und makellos lag die Eisfl&#228;che noch immer unter ihr. Keine Bl&#228;ttchen, ja nicht einmal ein Staubkorn lag darauf. Unter dem Eis bemerkte das M&#228;dchen wieder die Fische, die knapp darunter schwammen und zu ihr nach oben schauten. Fasziniert betrachtete sie ihre Bewegungen. Wenn sie beim Wassermann lebten, dann m&#252;ssten sie ihn ja auch gut kennen. Da, sie schauten alle nach oben und irgendwie wirkten sie dabei tieftraurig. Vielleicht geh&#246;rten sie dem Wassermann und warteten auf die R&#252;ckkehr ihres Herrn? Oder f&#252;hlten sie sich doch eingesperrt, weil dieser Eisdeckel ihnen den Weg an die Oberfl&#228;che versperrte?
Arinia hatte sogar das Gef&#252;hl, als wollten die Tiere ihr irgendetwas sagen. Alle fixierten sie mit ihren gro&#223;en Fischaugen, stie&#223;en mehrmals von unten an die Eisdecke und ihre M&#252;nder gingen heftig auf und zu.
„Was ist mit euch?“, fragte das M&#228;dchen und beugte sich mit dem Kopf tiefer nach unten. So, als wollten sie Antwort geben, stie&#223;en die Fische noch fester und h&#228;ufiger von unten an die Eisdecke und schwammen dabei ganz aufgeregt durcheinander.
Arinia war nun ganz sicher. Die Fische wollten, dass sie die Eisdecke durchbrach, dass sie die Tiere an die Oberfl&#228;che lie&#223;. Aber warum nur? Fische konnten doch nur unter Wasser leben? Oder hatte der Wassermann vielleicht vergessen, ihnen etwas zu fressen zu geben, bevor er zu seiner Reise aufgebrochen war?
Arinia &#252;berlegte eine ganze Weile und schaute in ihren Lederbeutel. Eine ganze Menge roter Steinchen befand sich noch darin. Vielleicht sollte sie einfach nach oben steigen und eines hineinwerfen? Der Wassermann w&#252;rde bei seiner R&#252;ckkehr ja nicht wissen, wer die Eisdecke durchbrochen hatte. Vielleicht w&#228;re er sogar dankbar, wenn sie seine Fischchen f&#252;ttern w&#252;rde, so dass sie nicht w&#228;hrend seiner Abwesenheit hungern mussten? Vielleicht war er aber auch b&#246;se? Arinia &#252;berlegte hin und her und betrachtete dabei die Steinchen.</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><p><em>&#169; 2008 Roland Bathon, keine unerlaubte Vervielf&#228;ltigung oder Verbreitung; Guillome Blanchard, hier verwendet unter den Lizenzen <span class="caps">GFDL</span> und Creative Commons </em></p></p>

	<p><p>Pr&#228;sentiert von:</p></p>

	<p><p><center><br />
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</p></p>

	<p><p>So ging Arinia mit dem Beutel in ihrer Sch&#252;rze zum alten Brunnen und nach einem kurzen Z&#246;gern stieg sie in den Brunnenschacht. Rein und makellos lag die Eisfl&#228;che noch immer unter ihr. Keine Bl&#228;ttchen, ja nicht einmal ein Staubkorn lag darauf. Unter dem Eis bemerkte das M&#228;dchen wieder die Fische, die knapp darunter schwammen und zu ihr nach oben schauten. Fasziniert betrachtete sie ihre Bewegungen. Wenn sie beim Wassermann lebten, dann m&#252;ssten sie ihn ja auch gut kennen. Da, sie schauten alle nach oben und irgendwie wirkten sie dabei tieftraurig. Vielleicht geh&#246;rten sie dem Wassermann und warteten auf die R&#252;ckkehr ihres Herrn? Oder f&#252;hlten sie sich doch eingesperrt, weil dieser Eisdeckel ihnen den Weg an die Oberfl&#228;che versperrte?<br />
Arinia hatte sogar das Gef&#252;hl, als wollten die Tiere ihr irgendetwas sagen. Alle fixierten sie mit ihren gro&#223;en Fischaugen, stie&#223;en mehrmals von unten an die Eisdecke und ihre M&#252;nder gingen heftig auf und zu.<br />
&#8222;Was ist mit euch?&#8220;, fragte das M&#228;dchen und beugte sich mit dem Kopf tiefer nach unten. So, als wollten sie Antwort geben, stie&#223;en die Fische noch fester und h&#228;ufiger von unten an die Eisdecke und schwammen dabei ganz aufgeregt durcheinander.<br />
Arinia war nun ganz sicher. Die Fische wollten, dass sie die Eisdecke durchbrach, dass sie die Tiere an die Oberfl&#228;che lie&#223;. Aber warum nur? Fische konnten doch nur unter Wasser leben? Oder hatte der Wassermann vielleicht vergessen, ihnen etwas zu fressen zu geben, bevor er zu seiner Reise aufgebrochen war?<br />
Arinia &#252;berlegte eine ganze Weile und schaute in ihren Lederbeutel. Eine ganze Menge roter Steinchen befand sich noch darin. Vielleicht sollte sie einfach nach oben steigen und eines hineinwerfen? Der Wassermann w&#252;rde bei seiner R&#252;ckkehr ja nicht wissen, wer die Eisdecke durchbrochen hatte. Vielleicht w&#228;re er sogar dankbar, wenn sie seine Fischchen f&#252;ttern w&#252;rde, so dass sie nicht w&#228;hrend seiner Abwesenheit hungern mussten? Vielleicht war er aber auch b&#246;se? Arinia &#252;berlegte hin und her und betrachtete dabei die Steinchen.</p></p>

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		<title>DER ALTE BRUNNEN (Teil 5)</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jul 2008 16:00:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland Bathon</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Archiv]]></category>

		<category><![CDATA[Feuipendium]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Arinia dachte eine Weile &#252;ber die Geschichte nach, bevor sie fragte:
„Aber Oma. Wenn die Burg mit allen darin unter die Erde gezogen wurde, warum steht dann unser Haus noch hier? Warum sind deine Oma und ihre Eltern nicht gestorben?“
„Da haben wir nur eine Vermutung. Die roten Zaubersteinchen, die dir Mama in der K&#252;che gezeigt hat, waren damals schon im Besitz unserer Familie und befanden sich in unserem Haus. Man sagt, sie durchbrechen auch die Macht b&#246;ser Magie. Das k&#246;nnte der Grund gewesen sein, weswegen unser Haus als einziges verschont wurde und nicht mit der alten Burg untergegangen war. Aber genau wei&#223; es niemand. Auf jeden Fall durchbrechen die Steinchen alle sieben Jahre nach der R&#252;ckkehr des Wassermanns seine Eisbarriere, der sonst kein Werkzeug etwas anhaben kann.“ „Warum zerbrechen wir das Eis denn nicht fr&#252;her?“
„Erst am vierten Tag d&#252;rfen wir es tun, da der Wassermann immer drei Tage unterwegs ist. So hat es mein eigener Gro&#223;vater selbst mit ihm vereinbart. Alle im Dorf hatten nach dem Untergang der Burg gro&#223;e Angst und waren froh, dass man eine Regelung fand, mit der alle in Frieden weiterleben konnten. So l&#228;sst uns der Wassermann seit dieser Zeit in Ruhe, denn auch ohne magische F&#228;higkeiten ist er sehr stark und gr&#246;&#223;er, als der kr&#228;ftigste Mann in unserem Dorf. Und jetzt wei&#223;t du auch, warum unser Haus ein St&#252;ckchen abseits von den anderen steht. Aber viele im Ort glauben schon gar nicht mehr an den Wassermann und die Geschichte von der alten Burg wird f&#252;r eine Legende gehalten. So schnell vergessen die Menschen halt.“</p>

<p>Als Arinia am folgenden Tag zum Wasser holen geschickt wurde, war sie immer noch ganz fasziniert von der Geschichte der Gro&#223;mutter. Nie h&#228;tte sie gedacht, dass sich unter ihrem Haus ein so m&#228;chtiges Geheimnis verbarg. An der Wahrheit der Geschichte zweifelte sie keinen Moment, denn ihre Gro&#223;mama wusste so ungeheuer viel &#252;ber alte Zeiten und bisher hatte immer alles, was sie dem kleinen M&#228;dchen erz&#228;hlt hatte, der Wahrheit entsprochen. Arinia war immer begeistert von solchen Geschichten und, obwohl sie Angst vor dem Wassermann hatte, h&#228;tte sie ihn gerne einmal gesehen. Auch das magische Eis weckte ihr Interesse.
Dennoch ging sie auch dieses Mal gehorsam direkt zum Dorfbrunnen und stellte anschlie&#223;end den vollen Wassereimer in die K&#252;che. Ihre Mutter war gerade auf dem Feld unterwegs und die Gro&#223;mutter machte in der Schlafstube ein Nickerchen. Da reifte in dem M&#228;dchen der Entschluss, doch noch einmal zu dem alten Brunnen zu gehen. Der Wassermann war ja noch auf seiner Reise und so konnte eigentlich nichts Schlimmes passieren. „Wobei, man wei&#223; ja nie“, dachte Arinia und nahm vorsichtshalber den Lederbeutel mit den roten Steinchen aus dem K&#252;chenschrank. Da sie Schutz vor dem Wassermann bieten sollten, war es wohl besser, sie mitzunehmen. </p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><p><em>&#169; 2008 Roland Bathon, keine unerlaubte Vervielf&#228;ltigung oder Verbreitung; Guillome Blanchard, hier verwendet unter den Lizenzen <span class="caps">GFDL</span> und Creative Commons </em></p></p>

	<p><p>Pr&#228;sentiert von:</p></p>

	<p><p><center><br />
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</p></p>

	<p><p>Arinia dachte eine Weile &#252;ber die Geschichte nach, bevor sie fragte:<br />
&#8222;Aber Oma. Wenn die Burg mit allen darin unter die Erde gezogen wurde, warum steht dann unser Haus noch hier? Warum sind deine Oma und ihre Eltern nicht gestorben?&#8220;<br />
&#8222;Da haben wir nur eine Vermutung. Die roten Zaubersteinchen, die dir Mama in der K&#252;che gezeigt hat, waren damals schon im Besitz unserer Familie und befanden sich in unserem Haus. Man sagt, sie durchbrechen auch die Macht b&#246;ser Magie. Das k&#246;nnte der Grund gewesen sein, weswegen unser Haus als einziges verschont wurde und nicht mit der alten Burg untergegangen war. Aber genau wei&#223; es niemand. Auf jeden Fall durchbrechen die Steinchen alle sieben Jahre nach der R&#252;ckkehr des Wassermanns seine Eisbarriere, der sonst kein Werkzeug etwas anhaben kann.&#8220; &#8222;Warum zerbrechen wir das Eis denn nicht fr&#252;her?&#8220;<br />
&#8222;Erst am vierten Tag d&#252;rfen wir es tun, da der Wassermann immer drei Tage unterwegs ist. So hat es mein eigener Gro&#223;vater selbst mit ihm vereinbart. Alle im Dorf hatten nach dem Untergang der Burg gro&#223;e Angst und waren froh, dass man eine Regelung fand, mit der alle in Frieden weiterleben konnten. So l&#228;sst uns der Wassermann seit dieser Zeit in Ruhe, denn auch ohne magische F&#228;higkeiten ist er sehr stark und gr&#246;&#223;er, als der kr&#228;ftigste Mann in unserem Dorf. Und jetzt wei&#223;t du auch, warum unser Haus ein St&#252;ckchen abseits von den anderen steht. Aber viele im Ort glauben schon gar nicht mehr an den Wassermann und die Geschichte von der alten Burg wird f&#252;r eine Legende gehalten. So schnell vergessen die Menschen halt.&#8220;</p></p>

	<p><p>Als Arinia am folgenden Tag zum Wasser holen geschickt wurde, war sie immer noch ganz fasziniert von der Geschichte der Gro&#223;mutter. Nie h&#228;tte sie gedacht, dass sich unter ihrem Haus ein so m&#228;chtiges Geheimnis verbarg. An der Wahrheit der Geschichte zweifelte sie keinen Moment, denn ihre Gro&#223;mama wusste so ungeheuer viel &#252;ber alte Zeiten und bisher hatte immer alles, was sie dem kleinen M&#228;dchen erz&#228;hlt hatte, der Wahrheit entsprochen. Arinia war immer begeistert von solchen Geschichten und, obwohl sie Angst vor dem Wassermann hatte, h&#228;tte sie ihn gerne einmal gesehen. Auch das magische Eis weckte ihr Interesse.<br />
Dennoch ging sie auch dieses Mal gehorsam direkt zum Dorfbrunnen und stellte anschlie&#223;end den vollen Wassereimer in die K&#252;che. Ihre Mutter war gerade auf dem Feld unterwegs und die Gro&#223;mutter machte in der Schlafstube ein Nickerchen. Da reifte in dem M&#228;dchen der Entschluss, doch noch einmal zu dem alten Brunnen zu gehen. Der Wassermann war ja noch auf seiner Reise und so konnte eigentlich nichts Schlimmes passieren. &#8222;Wobei, man wei&#223; ja nie&#8220;, dachte Arinia und nahm vorsichtshalber den Lederbeutel mit den roten Steinchen aus dem K&#252;chenschrank. Da sie Schutz vor dem Wassermann bieten sollten, war es wohl besser, sie mitzunehmen. </p></p>

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		<title>DER ALTE BRUNNEN (Teil 4)</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Jul 2008 16:00:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland Bathon</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Archiv]]></category>

		<category><![CDATA[Feuipendium]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>„Wie immer hat deine Mama dir alles richtig erz&#228;hlt, aber wie so oft hat sie den Teil der Geschichte, der dir vielleicht Angst machen k&#246;nnte, lieber weggelassen. Aber du bist doch kein Kindlein mehr. Also, komm hier zu meinem Stuhl, damit ich nicht so schreien muss, und h&#246;re mir zu. Ich werde dir die ganze Geschichte &#252;ber unseren Wassermann erz&#228;hlen.“</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><p><em>&#169; 2008 Roland Bathon, keine unerlaubte Vervielf&#228;ltigung oder Verbreitung; Guillome Blanchard, hier verwendet unter den Lizenzen <span class="caps">GFDL</span> und Creative Commons </em></p></p>

	<p><p>Pr&#228;sentiert von:</p></p>

	<p><p><center><br />
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</p></p>

	<p><p>&#8222;Wie immer hat deine Mama dir alles richtig erz&#228;hlt, aber wie so oft hat sie den Teil der Geschichte, der dir vielleicht Angst machen k&#246;nnte, lieber weggelassen. Aber du bist doch kein Kindlein mehr. Also, komm hier zu meinem Stuhl, damit ich nicht so schreien muss, und h&#246;re mir zu. Ich werde dir die ganze Geschichte &#252;ber unseren Wassermann erz&#228;hlen.&#8220;<br />
Artig setzte sich Arinia der alten Frau zu F&#252;&#223;en hin und diese begann:<br />
&#8220;Der Wassermann lebt hier schon seit Menschengedenken, ebenso wie unsere Familie, die schon seit vielen Jahrhunderten in diesem H&#228;uschen wohnt. Doch der Brunnen entstand erst viel sp&#228;ter. An seiner Stelle lag bis zu der Zeit, als meine eigene Gro&#223;mutter noch ein kleines M&#228;dchen war, ein See, in dem der Wassermann wohnte. Unser Haus stand inmitten einer m&#228;chtigen Burg, die direkt am Wasser erbaut wurde. So hat es mir meine Gro&#223;mama erz&#228;hlt und ich gebe es nun an dich weiter. Diese Festung geh&#246;rte einem gro&#223;en Ritter und seiner Frau, die zusammen sieben Kinder hatten. Unsere Vorfahren dienten diesem Ritter und seiner Familie als W&#228;chter und K&#252;chenm&#228;gde.<br />
Wie wir heute, hatte der Ritter mit dem Wassermann ein Abkommen. Wenn keiner der Menschen in seinen See eindringen w&#252;rde, blieben auch die Burgbewohner unbehelligt. Doch der &#228;lteste Sohn des Ritters war ein vorwitziger Kerl. Als er dachte, dass ihn niemand beobachtete, sprang er in den See und tauchte dort zum Grund. Er wollte wissen, ob der Wassermann etwas zu verbergen hatte. Denn weshalb sollte er sonst das Schwimmen im See verbieten? In der Tat fand der Rittersohn auf dem Grund ein Goldst&#252;ck, nahm es an sich und wollte gerade damit auftauchen, als pl&#246;tzlich der Wassermann vor ihm stand. Er hatte den Diebstahl bemerkt und war au&#223;er sich vor Wut. Er riss ihm das Goldst&#252;ck aus der Hand und schleuderte den Eindringling mit einem m&#228;chtigen Hieb aus dem Wasser. Er war so b&#246;se, dass er den Ritter und seine Familie verfluchte. Im gleichen Augenblick riss der Boden auf und die Burg versank mit allen Bewohnern unter der Erde. Nur die Kinder des Ritters &#252;berlebten das Ungl&#252;ck, da sie der Herrscher des Sees zuvor mit hinunter in sein Reich zog, in dem sie ihm bis zum j&#252;ngsten Tag dienen m&#252;ssen. Der See jedoch verschwand ebenfalls im Erdreich. Nur Loch blieb zur&#252;ck, das jetzt unser Brunnen ist.&#8220;</p></p>

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		<title>DER ALTE BRUNNEN (Teil 3)</title>
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		<comments>http://www.bloggerin.com/archiv/der-alte-brunnen-teil-3#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 Jul 2008 16:00:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland Bathon</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Archiv]]></category>

		<category><![CDATA[Feuipendium]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Am n&#228;chsten Tag ging Arinia wieder zum Wasser holen. Zuerst wollte sie auf direktem Weg zum Dorfbrunnen gehen, doch dann interessierte sie es doch, was aus dem Eis auf dem alten Wasserloch geworden war. So schlich sie sich heimlich, trotz des Verbotes der Mutter, zum alten Brunnen und lie&#223; den Eimer dort hinab. Wie am Vortag schlug er hart auf der Eisoberfl&#228;che auf und wie am Vortag siegte in dem M&#228;dchen die Neugier und es stieg nochmals in den Schacht hinab.
Angestrengt betrachtete es die Eisfl&#228;che. Ihre glatte Regelm&#228;&#223;igkeit faszinierte Arinia. Die Oberfl&#228;che wirkte in der Tat wie von magischer Hand gemacht. Sie war sehr massiv und trotzdem nicht sonderlich dick, da man direkt unter der Oberfl&#228;che eine Reihe von kleinen Fischen unter dem Eis erkennen konnte. Sie schienen nach oben zu schauen und einen Moment taten sie dem M&#228;dchen ein wenig leid, dass sie der Wassermann wegen seiner Reise einfach eingesperrt hatte. Fr&#252;her waren Arinia nie Fische im Brunnenschacht aufgefallen.</p>

<p>Nach einer Weile riss sie sich von diesem Anblick los und stieg eilig wieder den Schacht hinauf. Ihre Mutter wartete doch auf das Wasser! Wie der Wind rannte sie zum Dorfbrunnen und f&#252;llte dort den Eimer. Doch nach getaner Arbeit wollte sie unbedingt zur Gro&#223;mutter gehen. Diese wusste immer so viel, kannte eine Menge Geschichten. Bestimmt konnte sie noch mehr von dem Wassermann berichten.
Artig half Arinia der Mutter noch beim Essenkochen und holte Feuerholz, dann entlie&#223; die Mutter sie zum Spielen und das M&#228;dchen ging in die kleine Wohnstube, wo die Oma bei einer N&#228;harbeit sa&#223;. Arinia liebte ihre Gro&#223;mutter sehr. Sie wusste immer eine Geschichte oder etwas Spannendes aus l&#228;ngst vergangener Zeit zu erz&#228;hlen. Es w&#252;rde ein Leichtes sein, ihr alles &#252;ber den Wassermann zu entlocken. So sprach sie die Gro&#223;mutter gleich auf den vereisten Brunnen, den Wassermann und die Zaubersteine an und erz&#228;hlte ihr alles, was sie am Vortag von der Mutter geh&#246;rt hatte. Aufmerksam lauschte ihre Gro&#223;mama und begann dann zu sprechen.</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><p><em>&#169; 2008 Roland Bathon, keine unerlaubte Vervielf&#228;ltigung oder Verbreitung; Guillome Blanchard, hier verwendet unter den Lizenzen <span class="caps">GFDL</span> und Creative Commons </em></p></p>

	<p><p>Pr&#228;sentiert von:</p></p>

	<p><p><center><br />
<a HREF="http://www.russland-buecher.ru" TARGET="_blank"><img SRC="http://www.nachrussland.de/nrr/gfx/nrr468x60.gif" ALT="Nach Russland-Reihe - hier klicken" WIDTH=468 HEIGHT=60 BORDER=0/></a></center><br />
</p></p>

	<p><p>Am n&#228;chsten Tag ging Arinia wieder zum Wasser holen. Zuerst wollte sie auf direktem Weg zum Dorfbrunnen gehen, doch dann interessierte sie es doch, was aus dem Eis auf dem alten Wasserloch geworden war. So schlich sie sich heimlich, trotz des Verbotes der Mutter, zum alten Brunnen und lie&#223; den Eimer dort hinab. Wie am Vortag schlug er hart auf der Eisoberfl&#228;che auf und wie am Vortag siegte in dem M&#228;dchen die Neugier und es stieg nochmals in den Schacht hinab.<br />
Angestrengt betrachtete es die Eisfl&#228;che. Ihre glatte Regelm&#228;&#223;igkeit faszinierte Arinia. Die Oberfl&#228;che wirkte in der Tat wie von magischer Hand gemacht. Sie war sehr massiv und trotzdem nicht sonderlich dick, da man direkt unter der Oberfl&#228;che eine Reihe von kleinen Fischen unter dem Eis erkennen konnte. Sie schienen nach oben zu schauen und einen Moment taten sie dem M&#228;dchen ein wenig leid, dass sie der Wassermann wegen seiner Reise einfach eingesperrt hatte. Fr&#252;her waren Arinia nie Fische im Brunnenschacht aufgefallen.</p></p>

	<p><p>Nach einer Weile riss sie sich von diesem Anblick los und stieg eilig wieder den Schacht hinauf. Ihre Mutter wartete doch auf das Wasser! Wie der Wind rannte sie zum Dorfbrunnen und f&#252;llte dort den Eimer. Doch nach getaner Arbeit wollte sie unbedingt zur Gro&#223;mutter gehen. Diese wusste immer so viel, kannte eine Menge Geschichten. Bestimmt konnte sie noch mehr von dem Wassermann berichten.<br />
Artig half Arinia der Mutter noch beim Essenkochen und holte Feuerholz, dann entlie&#223; die Mutter sie zum Spielen und das M&#228;dchen ging in die kleine Wohnstube, wo die Oma bei einer N&#228;harbeit sa&#223;. Arinia liebte ihre Gro&#223;mutter sehr. Sie wusste immer eine Geschichte oder etwas Spannendes aus l&#228;ngst vergangener Zeit zu erz&#228;hlen. Es w&#252;rde ein Leichtes sein, ihr alles &#252;ber den Wassermann zu entlocken. So sprach sie die Gro&#223;mutter gleich auf den vereisten Brunnen, den Wassermann und die Zaubersteine an und erz&#228;hlte ihr alles, was sie am Vortag von der Mutter geh&#246;rt hatte. Aufmerksam lauschte ihre Gro&#223;mama und begann dann zu sprechen.</p></p>

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		<item>
		<title>DER ALTE BRUNNEN (Teil 2)</title>
		<link>http://www.bloggerin.com/archiv/der-alte-brunnen-teil-2</link>
		<comments>http://www.bloggerin.com/archiv/der-alte-brunnen-teil-2#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 13:00:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland Bathon</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Archiv]]></category>

		<category><![CDATA[Feuipendium]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>„Mama, Mama! Der Brunnen ist zugefroren! Und das mitten im Sommer! Irgendetwas Sonderbares passiert dort unten!“
Die Mutter drehte sich um und schien sich an etwas zu erinnern.
„Ach Gott, ist es schon wieder soweit!“ Sie setzte sich auf einen K&#252;chenstuhl und winkte das M&#228;dchen zu sich.
„Komm einmal her zu mir. Es gibt etwas, das du nicht wei&#223;t.“ Artig kam Arinia herbei und setzte sich auf ihre Knie. Z&#228;rtlich streichelte die Mutter durch ihr Haar.
„Es ist kein gew&#246;hnlicher Brunnen, den wir hier drau&#223;en haben. Es ist n&#228;mlich so, dass das Wasser in dem Brunnen aus einem unterirdischen See kommt. Und in dem See, da wohnt ein Wassermann.“
&#220;berrascht riss Arinia die Augen auf und lauschte gespannt weiter.
„Dieser Wassermann st&#246;rt uns nicht, wenn wir ihn nur in Ruhe lassen. Daher bist du ihm auch noch nie begegnet. Alle sieben Jahre aber, kurz nach dem Mittsommertag, reist der Wassermann zum K&#246;nig aller Wasserwesen, um diesem seinen Tribut zu zahlen. So wie wir unsere T&#252;r verriegeln, wenn wir in der Stadt unsere N&#228;harbeiten verkaufen, so verschlie&#223;t auch der Wassermann seine T&#252;r. Sein Schloss ist die Eisfl&#228;che, die er &#252;ber das Wasser zieht, bevor er weit weg zum Wasserk&#246;nig schwimmt, damit niemand Unbefugtes in sein Reich eindringen kann.“ „Und, ... und wie kommen wir wieder an unser Wasser?“
Die Mutter ging zum K&#252;chenschrank, &#246;ffnete ein kleines Fach und nahm einen ledernen Beutel heraus. Sie reichte ihn dem M&#228;dchen. Neugierig schaute es hinein. Es enthielt eine ganze Menge roter Steinchen.
„Unsere Familie hat schon seit langer Zeit eine Abmachung mit dem Wassermann. Er ist stets drei Tage fort. Am vierten aber d&#252;rfen wir so ein Steinchen nehmen und einfach auf die Eisfl&#228;che werfen. Im gleichen Moment taut das Eis. Doch das ist uns erst am vierten Tag erlaubt, wenn der Wassermann wieder da ist. Bis dahin m&#252;ssen wir zum Brunnen im Dorf gehen und dort Wasser holen. Jetzt lauf, Arinia!“</p>

<p>Arinia konnte es kaum fassen, als sie unterwegs ins Dorf war. Ein echter Wassermann in ihrem alten Brunnen! Das war ja eine &#220;berraschung! Ob sie diesen einmal zu Gesicht bekommen w&#252;rde? Obwohl, die Mutter hatte ein wenig so geklungen, als ob mit diesem Wassermann nicht gut Kirschen essen w&#228;re. Vielleicht w&#228;re es besser, ihm nicht zu begegnen. </p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><p><em>&#169; 2008 Roland Bathon, keine unerlaubte Vervielf&#228;ltigung oder Verbreitung; Guillome Blanchard, hier verwendet unter den Lizenzen <span class="caps">GFDL</span> und Creative Commons </em></p></p>

	<p><p>Pr&#228;sentiert von:</p></p>

	<p><p><center><br />
<a HREF="http://www.russland-buecher.ru" TARGET="_blank"><img SRC="http://www.nachrussland.de/nrr/gfx/nrr468x60.gif" ALT="Nach Russland-Reihe - hier klicken" WIDTH=468 HEIGHT=60 BORDER=0/></a></center><br />
</p></p>

	<p><p>&#8222;Mama, Mama! Der Brunnen ist zugefroren! Und das mitten im Sommer! Irgendetwas Sonderbares passiert dort unten!&#8220;<br />
Die Mutter drehte sich um und schien sich an etwas zu erinnern.<br />
&#8222;Ach Gott, ist es schon wieder soweit!&#8220; Sie setzte sich auf einen K&#252;chenstuhl und winkte das M&#228;dchen zu sich.<br />
&#8222;Komm einmal her zu mir. Es gibt etwas, das du nicht wei&#223;t.&#8220; Artig kam Arinia herbei und setzte sich auf ihre Knie. Z&#228;rtlich streichelte die Mutter durch ihr Haar.<br />
&#8222;Es ist kein gew&#246;hnlicher Brunnen, den wir hier drau&#223;en haben. Es ist n&#228;mlich so, dass das Wasser in dem Brunnen aus einem unterirdischen See kommt. Und in dem See, da wohnt ein Wassermann.&#8220;<br />
&#220;berrascht riss Arinia die Augen auf und lauschte gespannt weiter.<br />
&#8222;Dieser Wassermann st&#246;rt uns nicht, wenn wir ihn nur in Ruhe lassen. Daher bist du ihm auch noch nie begegnet. Alle sieben Jahre aber, kurz nach dem Mittsommertag, reist der Wassermann zum K&#246;nig aller Wasserwesen, um diesem seinen Tribut zu zahlen. So wie wir unsere T&#252;r verriegeln, wenn wir in der Stadt unsere N&#228;harbeiten verkaufen, so verschlie&#223;t auch der Wassermann seine T&#252;r. Sein Schloss ist die Eisfl&#228;che, die er &#252;ber das Wasser zieht, bevor er weit weg zum Wasserk&#246;nig schwimmt, damit niemand Unbefugtes in sein Reich eindringen kann.&#8220; &#8222;Und, ... und wie kommen wir wieder an unser Wasser?&#8220;<br />
Die Mutter ging zum K&#252;chenschrank, &#246;ffnete ein kleines Fach und nahm einen ledernen Beutel heraus. Sie reichte ihn dem M&#228;dchen. Neugierig schaute es hinein. Es enthielt eine ganze Menge roter Steinchen.<br />
&#8222;Unsere Familie hat schon seit langer Zeit eine Abmachung mit dem Wassermann. Er ist stets drei Tage fort. Am vierten aber d&#252;rfen wir so ein Steinchen nehmen und einfach auf die Eisfl&#228;che werfen. Im gleichen Moment taut das Eis. Doch das ist uns erst am vierten Tag erlaubt, wenn der Wassermann wieder da ist. Bis dahin m&#252;ssen wir zum Brunnen im Dorf gehen und dort Wasser holen. Jetzt lauf, Arinia!&#8220;</p></p>

	<p><p>Arinia konnte es kaum fassen, als sie unterwegs ins Dorf war. Ein echter Wassermann in ihrem alten Brunnen! Das war ja eine &#220;berraschung! Ob sie diesen einmal zu Gesicht bekommen w&#252;rde? Obwohl, die Mutter hatte ein wenig so geklungen, als ob mit diesem Wassermann nicht gut Kirschen essen w&#228;re. Vielleicht w&#228;re es besser, ihm nicht zu begegnen. </p></p>

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		<item>
		<title>DER ALTE BRUNNEN (Teil 1)</title>
		<link>http://www.bloggerin.com/archiv/der-alte-brunnen-teil-1</link>
		<comments>http://www.bloggerin.com/archiv/der-alte-brunnen-teil-1#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 02 Jul 2008 16:00:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland Bathon</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Archiv]]></category>

		<category><![CDATA[Feuipendium]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bloggerin.com/archiv/der-alte-brunnen-teil-1</guid>
		<description><![CDATA[<p>Vor langer Zeit lebte einmal ein M&#228;dchen namens Arinia mit seiner Mutter und Gro&#223;mutter am Rande eines Dorfes. Vater und Gro&#223;vater der Familie waren schon vor Zeiten gestorben und so lebten die drei in gro&#223;er Armut von dem wenigen, was ihnen gute N&#228;harbeiten f&#252;r die Bewohner der umliegenden D&#246;rfer einbrachten. Doch sie verzagten nicht wegen ihres schweren Schicksals und lebten trotz aller Armut gl&#252;cklich miteinander.
Sie wohnten in einem verfallenen H&#228;uschen, neben dem ein alter Brunnen stand. Von dort holten nur die drei ihr Wasser, denn f&#252;r die anderen Bewohner im Ort war der Dorfbrunnen am gro&#223;en Platz viel n&#228;her.</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><p><em>&#169; 2008 Roland Bathon, keine unerlaubte Vervielf&#228;ltigung oder Verbreitung; Guillome Blanchard, hier verwendet unter den Lizenzen <span class="caps">GFDL</span> und Creative Commons </em></p></p>

	<p><p>Pr&#228;sentiert von:</p></p>

	<p><p><center><br />
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</p></p>

	<p><p>Vor langer Zeit lebte einmal ein M&#228;dchen namens Arinia mit seiner Mutter und Gro&#223;mutter am Rande eines Dorfes. Vater und Gro&#223;vater der Familie waren schon vor Zeiten gestorben und so lebten die drei in gro&#223;er Armut von dem wenigen, was ihnen gute N&#228;harbeiten f&#252;r die Bewohner der umliegenden D&#246;rfer einbrachten. Doch sie verzagten nicht wegen ihres schweren Schicksals und lebten trotz aller Armut gl&#252;cklich miteinander.<br />
Sie wohnten in einem verfallenen H&#228;uschen, neben dem ein alter Brunnen stand. Von dort holten nur die drei ihr Wasser, denn f&#252;r die anderen Bewohner im Ort war der Dorfbrunnen am gro&#223;en Platz viel n&#228;her.</p></p>

	<p><p>Eines Sommertages, als das Kind gerade zehn Jahre alt war, lief es mit einem Eimer zum Wasserholen. Als es am Brunnenschacht sein Gef&#228;&#223; am quietschenden Gewinde hinablie&#223;, war statt des Aufklatschens auf das Wasser, ein harter Aufschlag zu h&#246;ren, als ob der Eimer auf den Boden fiel. Das M&#228;dchen stutzte. Der Brunnen konnte nicht ausgetrocknet sein. Der Eimer war l&#228;ngst nicht so tief hinuntergelassen, wo er sonst immer die Wasseroberfl&#228;che erreichte.<br />
Angestrengt schaute Arinia in den Schacht. Unten schien sich irgendein Glitzern zu befinden, doch sie konnte nichts Genaues erkennen. Von der Wasseroberfl&#228;che konnte es nicht kommen. Der Eimer war eindeutig auf harten Grund geprallt. Arinia &#252;berlegte kurz, ob sie die Mutter holen sollte. Doch seit dem Tod von Vater und Gro&#223;vater war sie es gewohnt, selbst nach dem rechten zu sehen, ohne gleich Hilfe zu erbitten.</p></p>

	<p><p>So fasste sich Arinia ein Herz und besah sich den Brunnenschacht. Er schien nicht besonders tief zu sein, war eng und recht unregelm&#228;&#223;ig. Es m&#252;sste eigentlich ein Leichtes sein, am Seil nach unten zu klettern und nachzuschauen. Sie war sehr geschickt darin, besser noch als die meisten Jungen aus dem Dorf. Sie stieg &#252;ber das M&#228;uerchen und lie&#223; sich dann mit Hilfe des Seiles in den Brunnenschacht hinunter. Wenig sp&#228;ter sah sie im D&#228;mmerlicht, wo ihr Eimer aufgeschlagen war. Arinia war verbl&#252;fft. Auf der Wasseroberfl&#228;che befand sich eine glatte Eisschicht. Eis, mitten im Sommer!?<br />
Vorsichtig stellte sich Arinia auf die Oberfl&#228;che und pr&#252;fte ihre Festigkeit. Als sie merkte, dass das Eis dick genug war, um sie zu tragen, ging sie auf die Knie und bef&#252;hlte das gefrorene Wasser mit ihren H&#228;nden. Es war kalt und makellos glatt, wie die Scheibe eines Fensters. Trotz der Hitze drau&#223;en schien es gar keine Anstalten zu machen, zu schmelzen. Irgendetwas Merkw&#252;rdiges geschah hier.<br />
Doch was sollte Arinia tun? Sie brauchte Wasser f&#252;r die Familie. Dicht unter der Eisfl&#228;che sah sie sogar einige Fische ihre Kreise drehen. Ungl&#228;ubig und ratlos sch&#252;ttelte sie den Kopf und beschloss, die Mutter um Rat zu fragen. So kletterte sie wieder am Seil hinauf und lief eilig ins Haus. Ihre Mutter war allein in der K&#252;che. </p></p>

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		<title>Der Kaiser</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Jun 2008 16:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roland Bathon</dc:creator>
		
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		<category><![CDATA[Feuipendium]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Die gro&#223;e Tafel im Thronsaal war bis zum letzten Platz besetzt. Seine Allm&#228;chtigkeit, der Kaiser des Kontinents hatte geladen und alle waren gekommen. Da war er, der oberste Steuereintreiber des Landes, drei Zentner schwer und sich momentan im einem gebratenen Wildschwein richtiggehend suhlend, in dem er nach den Teilen Ausschau hielt, die seinem Gaumen am besten mundeten. Laut fluchend &#252;ber die unf&#228;hige Dienerschaft, die sich wieder nicht gemerkt hatte, von der Sau seine bevorzugten Teile vor dem Mahle zu separieren und ihm gesondert zu servieren.  Da war er, der schw&#228;chlich wirkende oberste Hirte der elumisch-torbinianischen Kirche, der gerade mit seiner Hand bei der gelangweilt wirkenden Gemahlin des verreisten Herzog von Walden unter dem Tisch zur Sache ging. Sie war ein wahres Mannweib, deren tyrannische und unbarmherzige Art sie im heimischen Schloss zu einer Gefahr f&#252;r Leib und Leben aller Zofen und Diener werden lies. Da war er, der hagere, kleinw&#252;chsige Statthalter von Elum, der gerade unter den Pagen nach neuer Befriedigung f&#252;r seine Vorliebe f&#252;r junge Knaben </p>
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			<content:encoded><![CDATA[	<p><p><em>&#169; 2002, 2006 Roland Bathon, keine unerlaubte Vervielf&#228;ltigung oder Verbreitung; Guillome Blanchard, hier verwendet unter den Lizenzen <span class="caps">GFDL</span> und Creative Commons </em></p></p>

	<p><p>Pr&#228;sentiert von:</p></p>

	<p><p><center><br />
<a HREF="http://www.russland-buecher.ru" TARGET="_blank"><img SRC="http://www.nachrussland.de/nrr/gfx/nrr468x60.gif" ALT="Nach Russland-Reihe - hier klicken" WIDTH=468 HEIGHT=60 BORDER=0/></a></center><br />
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	<p><p>Die gro&#223;e Tafel im Thronsaal war bis zum letzten Platz besetzt. Seine Allm&#228;chtigkeit, der Kaiser des Kontinents hatte geladen und alle waren gekommen. Da war er, der oberste Steuereintreiber des Landes, drei Zentner schwer und sich momentan im einem gebratenen Wildschwein richtiggehend suhlend, in dem er nach den Teilen Ausschau hielt, die seinem Gaumen am besten mundeten. Laut fluchend &#252;ber die unf&#228;hige Dienerschaft, die sich wieder nicht gemerkt hatte, von der Sau seine bevorzugten Teile vor dem Mahle zu separieren und ihm gesondert zu servieren.  Da war er, der schw&#228;chlich wirkende oberste Hirte der elumisch-torbinianischen Kirche, der gerade mit seiner Hand bei der gelangweilt wirkenden Gemahlin des verreisten Herzog von Walden unter dem Tisch zur Sache ging. Sie war ein wahres Mannweib, deren tyrannische und unbarmherzige Art sie im heimischen Schloss zu einer Gefahr f&#252;r Leib und Leben aller Zofen und Diener werden lies. Da war er, der hagere, kleinw&#252;chsige Statthalter von Elum, der gerade unter den Pagen nach neuer Befriedigung f&#252;r seine Vorliebe f&#252;r junge Knaben Ausschau hielt und im Hinterkopf Strategien f&#252;r die Ausschaltung seines Rivalens um den Posten eines kaiserlichen Ministers ausdachte. Ansonsten folgte er eher unbeteiligt dem kaiserlichen Festmahl. Er hatte auch heute keinen Auftritt als &#220;berbringer wichtiger Botschaften, was er als einziges an den Tafelgelagen wirklich genoss. Oder der leicht schwachsinnige Graf von Tar, der der Sohn seines eigenen Gro&#223;vaters war, wovon ebenso jeder wusste, wie auch von seinem verwirrten Geist, wor&#252;ber jedoch niemand aufgrund seiner edlen Abstammung offen zu reden wagte.<br />
<br />
Da waren sie, etwa 150 G&#228;ste aus Hochadel und m&#228;chtigen Handelsh&#228;usern im Kaiserreich und schlemmten, w&#228;hrend sich im Hintergrund eine ganze Reihe Musiker abm&#252;hten, den oberfl&#228;chlichen gerade modernen Weisen der elumischen Komponierkunst mit ihrem K&#246;nnen zumindest etwas Leben einzuhauchen. Seine Allmacht, der Kaiser hatte eingeladen und wie immer kamen alle. An dieser Tafel zu sitzen, brachte Prestige und es war daneben auch noch unterhaltsam &#8211; was konnte es besseres geben ? Keine andere der zahlreichen Festm&#228;hler in der Kaiserstadt vereinigten diese beiden Vorteile auf so au&#223;erordentliche Weise.  Seine Allmacht Kaiser Ereber II., Adoptivsohn Erebers des Schwachsinnigen, thronte im Zentrum der U-f&#246;rmigen Tafel &#252;ber dem Gelage. Der gesamte Hochadel hatte seinerzeit Ererber I. dazu gedr&#228;ngt, ihn zu dessen Nachfolger zu bestimmen, woraufhin Ereber I. auch sehr schnell durch pl&#246;tzliches Ableben einen solchen Nachfolger brauchte. Auf seinem Haupt trug er die Insignien der kaiserlichen Macht, einen mehr als 2000 Jahre alten goldenen Stirnreif und eine dar&#252;ber vor vielen Jahrhunderten<br />
gearbeitete Kaiserkrone. Seine Miene war ausgelassen und er trank reichlich, doch irgendwie wirkte er auch nach den gr&#246;&#223;ten Gelagen nie wirklich betrunken. Um seine urspr&#252;ngliche Herkunft gab es zwar Ger&#252;chte. Niemand konnte sich so recht an seine leiblichen Eltern oder sein erstes Auftauchen bei Hofe vor so vielen Jahren erinnern. Aber seit er den Luxus in der Kaiserstadt durch eine neue Sondersteuer nochmals kr&#228;ftig steigerte und auch die Verbreiter der Ger&#252;chte als Verr&#228;ter des Kaiserreichs enttarnt worden waren, machte sich darum niemand mehr allzu gro&#223;e Gedanken. Der Kaiser war doch auch zweifelsohne der beste Verb&#252;ndete bei allen Intrigen des Hofes und der Stadt &#8211; und irgendwie glaubte in jedem der Spiele jeder Beteiligte seine Allm&#228;chtigkeit auf seiner Seite zu wissen. Und das war wichtig, vor allem bei diesem Ereber II., der nach einer langen Reihe kurzlebiger und schwacher Herrscher endlich wieder die F&#228;den im Kaiserreich f&#252;r eine Herrschaftszeit von mehr<br />
als zehn Jahren fest zusammenhielt.  Eine Fanfare ert&#246;nte und k&#252;ndigte die Ankunft eines neuen Gastes an. Nur wirklich wichtige G&#228;ste durften es wagen, ein kaiserliches Festmahl nach dessem Beginn auf diese Weise zu unterbrechen. Die T&#252;r schwang auf und der Zeremonienmeister, ein unscheinbarer leicht d&#252;mmlich aussehender Mann in einem prunkvollen Umhang, den das kaiserliche Wappen in Gold gestickt zierte, kam herein. In der Hand trug er einen mannshohen massiv goldenen Stab. Er postierte sich neben der T&#252;r und pochte mit dem Stab dreimal deutlich h&#246;rbar auf den Boden. Die Musik verstummte. &#8220;Die Gesandten der abtr&#252;nnigen Gebiete und der rebellierenden Provinzen.&#8221; Ein Raunen ging durch den Saal. Simple Gesandte wagten es, das Mahl seiner allm&#228;chtigen Majest&#228;t zu st&#246;ren. Nur der Kaiser selbst blieb gelassen. &#8220;Man lasse sie eintreten.&#8221;  Der Zeremonienmeister wollte sich gerade entfernen, als eine Gruppe Menschen auch ohne &#220;bermittlung der Erlaubnis des Kaisers zur T&#252;r eintrat. Es waren die Gesandten &#8211; vier M&#228;nner und zwei Frauen. Ein erneutes Raunen ging durch den Saal. Welch ein Affront &#8211; ohne Erlaubnis seiner Allmacht betraten sie den Saal. Alle starrten gebannt zu den Eindringlingen. Selbst die Fummelversuche des obersten Hirten gerieten f&#252;r einen Moment ins Stocken.  Wenige Meter nach der T&#252;r blieben die Gesandten stehen. Ihre Kleidung wirkte im Vergleich zu den Hofg&#228;sten &#228;rmlich, doch die K&#246;rper der M&#228;nner muskul&#246;s und die der Frauen schlank und wohlproportioniert. Allesamt waren noch keine 40 Jahre alt, ihre Gesichter dennoch von Wind, Wetter und harter Arbeit gezeichnet, nur einer der Gesandten strahlte eine etwas &#228;rmliche Art von Adel aus. Zwei M&#228;nner hatten die schwarze Hautfarbe der Bewohner der Provinzen im S&#252;dosten, die anderen beiden und die Frauen stammten mit Sicherheit von den V&#246;lkern aus dem fernen Westen, die sich dem Kaiserreich nie unterworfen hatten, oder aus den angrenzenden rebellierenden Grenzgebieten. Der Anf&#252;hrer der Gesandten, ein dunkelhaariger Mann Mitte 30 begann zu sprechen.<br />
<br />
&#8220;Wir kommen, um ein letztes mal unsere Forderungen zu &#252;bermitteln.&#8221;  &#8220;Wer seit Ihr, dass Ihr es wagt, an uns, den allm&#228;chtigen Herrscher der Welt, Forderungen stellen zu k&#246;nnen ?&#8221;  Der Kaiser wusste, dass sie es konnten. Aber es war ja auch nicht sein Ziel, sie milde zu stimmen. Der Gesandtenf&#252;hrer sprachen unger&#252;hrt weiter.  &#8220;Freiheit f&#252;r alle V&#246;lker westlich des gro&#223;en Berglandes und die Taris im S&#252;den. Eine Garantie der<br />
Unverletzlichkeit der von uns geforderten Grenzen.&#8221;  Der Kaiser wusste, das waren noch sehr milde Bedingungen f&#252;r die milit&#228;rische &#220;bermacht, die die Aufst&#228;ndischen und Feinde des Kaisers mittlerweile hatten. Und den Jahrhunderte alten Hass unterdr&#252;ckter V&#246;lker auf den Kaiser und sein Volk. Aber es war ja nicht sein Ziel, das Kernland des Kaiserreichs durch Annahme derartiger Bedingungen zu retten.  &#8220;Wer wagt es, dem Herrscher der Welt rechtm&#228;&#223;ige Besitzt&#252;mer zu rauben ? Wer wagt es, an den Herrscher der Welt Forderungen zu stellen ?&#8221;<br />
<br />
Die Gesandten wirkten unger&#252;hrt. Auf ein Zeichen ihres Anf&#252;hrers machten sie kehrt. Ohne Abschiedsgru&#223; verlie&#223;en sie den Saal. Der Kaiser wusste, damit war die letzte Chance zur Rettung des Reiches vertan. Der Kaiser wusste, weit w&#252;rden sie nicht kommen. Er hatte vorgesorgt, dass sie noch innerhalb der Grenzen der Kaiserstadt aufgegriffen und blutr&#252;nstig gemeuchelt werden w&#252;rden. Die Leichen w&#252;rde man ihren Befehlshabern zur&#252;ckschicken. Der Kaiser wusste, das w&#252;rde die aufst&#228;ndischen und feindlichen V&#246;lker entg&#252;ltig zur Wei&#223;glut bringen. Es w&#252;rde ein Gemetzel geben. Abertauschende von Menschen w&#252;rden in den K&#228;mpfen der folgenden Monate sterben. Das Kaiserreich w&#252;rde in einem Meer aus Blut untergehen. Mit den anderen V&#246;lkern w&#252;rde er es bei ihrer Vernichtung nicht so einfach haben. Vielleicht sollte er die derzeit-Verb&#252;ndeten in einer neuen Maske gegeneinander ausspielen.<br />
<br />
Das Bankett ging weiter, auch die Musik spielte wieder. Die Herzogin von Walden hatte mittlerweile mit dem Oberhirten den Thronsaal erlassen. In einem geheimen Separ&#233;, von denen es im Kaiserschloss unz&#228;hlige gab, gaben sie sich sado-masochistischen Spielereien hin. W&#228;hrenddessen<br />
hatte der oberste Steuereintreiber sein Lieblingsst&#252;ck an gebratenem Wildschwein gefunden und kaute gen&#252;sslich. Er hatte die Szene mit den Gesandten gar nicht bemerkt, so tief war er in die Suche im gro&#223;en Ganzk&#246;rper-Schweinebraten vertieft gewesen. Sie hatten es nie bemerkt, welchen D&#228;mon sie mit zum Herrscher des gr&#246;&#223;ten Reiches seit Menschengedenken gemacht hatten. Viel zu besch&#228;ftigt waren sie gewesen, viel zu sehr auf sich und ihre kleine und gro&#223; geglaubte Umgebung fixiert &#8211; auf ihre Lust, ihre egozentrischen Interessen und ihren Stand. Viel zu sicher glaubten sie sich nach fast einem Jahrtausend der Herrschaft &#252;ber fast die gesamte bekannte Welt und unermesslichem Reichtum von Generationen.  Schon so viele V&#246;lker hatte er versucht zu zerst&#246;ren. Mit kaum einem hatte er es so l&#228;cherlich einfach gehabt.  </p></p>

	<p><p>&#169; 2002, 2006 Roland Bathon, keine unerlaubte Vervielf&#228;ltigung oder Vebreitung </p></p>

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