Am nächsten Tag ging Arinia wieder zum Wasser holen. Zuerst wollte sie auf direktem Weg zum Dorfbrunnen gehen, doch dann interessierte sie es doch, was aus dem Eis auf dem alten Wasserloch geworden war. So schlich sie sich heimlich, trotz des Verbotes der Mutter, zum alten Brunnen und ließ den Eimer dort hinab. Wie am Vortag schlug er hart auf der Eisoberfläche auf und wie am Vortag siegte in dem Mädchen die Neugier und es stieg nochmals in den Schacht hinab. Angestrengt betrachtete es die Eisfläche. Ihre glatte Regelmäßigkeit faszinierte Arinia. Die Oberfläche wirkte in der Tat wie von magischer Hand gemacht. Sie war sehr massiv und trotzdem nicht sonderlich dick, da man direkt unter der Oberfläche eine Reihe von kleinen Fischen unter dem Eis erkennen konnte. Sie schienen nach oben zu schauen und einen Moment taten sie dem Mädchen ein wenig leid, dass sie der Wassermann wegen seiner Reise einfach eingesperrt hatte. Früher waren Arinia nie Fische im Brunnenschacht aufgefallen.

Nach einer Weile riss sie sich von diesem Anblick los und stieg eilig wieder den Schacht hinauf. Ihre Mutter wartete doch auf das Wasser! Wie der Wind rannte sie zum Dorfbrunnen und füllte dort den Eimer. Doch nach getaner Arbeit wollte sie unbedingt zur Großmutter gehen. Diese wusste immer so viel, kannte eine Menge Geschichten. Bestimmt konnte sie noch mehr von dem Wassermann berichten. Artig half Arinia der Mutter noch beim Essenkochen und holte Feuerholz, dann entließ die Mutter sie zum Spielen und das Mädchen ging in die kleine Wohnstube, wo die Oma bei einer Näharbeit saß. Arinia liebte ihre Großmutter sehr. Sie wusste immer eine Geschichte oder etwas Spannendes aus längst vergangener Zeit zu erzählen. Es würde ein Leichtes sein, ihr alles über den Wassermann zu entlocken. So sprach sie die Großmutter gleich auf den vereisten Brunnen, den Wassermann und die Zaubersteine an und erzählte ihr alles, was sie am Vortag von der Mutter gehört hatte. Aufmerksam lauschte ihre Großmama und begann dann zu sprechen.

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DER ALTE BRUNNEN (Teil 3) {0}

Mittwoch, 16. Juli 2008, 18:00

„Mama, Mama! Der Brunnen ist zugefroren! Und das mitten im Sommer! Irgendetwas Sonderbares passiert dort unten!“ Die Mutter drehte sich um und schien sich an etwas zu erinnern. „Ach Gott, ist es schon wieder soweit!“ Sie setzte sich auf einen Küchenstuhl und winkte das Mädchen zu sich. „Komm einmal her zu mir. Es gibt etwas, das du nicht weißt.“ Artig kam Arinia herbei und setzte sich auf ihre Knie. Zärtlich streichelte die Mutter durch ihr Haar. „Es ist kein gewöhnlicher Brunnen, den wir hier draußen haben. Es ist nämlich so, dass das Wasser in dem Brunnen aus einem unterirdischen See kommt. Und in dem See, da wohnt ein Wassermann.“ Überrascht riss Arinia die Augen auf und lauschte gespannt weiter. „Dieser Wassermann stört uns nicht, wenn wir ihn nur in Ruhe lassen. Daher bist du ihm auch noch nie begegnet. Alle sieben Jahre aber, kurz nach dem Mittsommertag, reist der Wassermann zum König aller Wasserwesen, um diesem seinen Tribut zu zahlen. So wie wir unsere Tür verriegeln, wenn wir in der Stadt unsere Näharbeiten verkaufen, so verschließt auch der Wassermann seine Tür. Sein Schloss ist die Eisfläche, die er über das Wasser zieht, bevor er weit weg zum Wasserkönig schwimmt, damit niemand Unbefugtes in sein Reich eindringen kann.“ „Und, ... und wie kommen wir wieder an unser Wasser?“ Die Mutter ging zum Küchenschrank, öffnete ein kleines Fach und nahm einen ledernen Beutel heraus. Sie reichte ihn dem Mädchen. Neugierig schaute es hinein. Es enthielt eine ganze Menge roter Steinchen. „Unsere Familie hat schon seit langer Zeit eine Abmachung mit dem Wassermann. Er ist stets drei Tage fort. Am vierten aber dürfen wir so ein Steinchen nehmen und einfach auf die Eisfläche werfen. Im gleichen Moment taut das Eis. Doch das ist uns erst am vierten Tag erlaubt, wenn der Wassermann wieder da ist. Bis dahin müssen wir zum Brunnen im Dorf gehen und dort Wasser holen. Jetzt lauf, Arinia!“

Arinia konnte es kaum fassen, als sie unterwegs ins Dorf war. Ein echter Wassermann in ihrem alten Brunnen! Das war ja eine Überraschung! Ob sie diesen einmal zu Gesicht bekommen würde? Obwohl, die Mutter hatte ein wenig so geklungen, als ob mit diesem Wassermann nicht gut Kirschen essen wäre. Vielleicht wäre es besser, ihm nicht zu begegnen.

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DER ALTE BRUNNEN (Teil 2) {0}

Mittwoch, 9. Juli 2008, 15:00

Vor langer Zeit lebte einmal ein Mädchen namens Arinia mit seiner Mutter und Großmutter am Rande eines Dorfes. Vater und Großvater der Familie waren schon vor Zeiten gestorben und so lebten die drei in großer Armut von dem wenigen, was ihnen gute Näharbeiten für die Bewohner der umliegenden Dörfer einbrachten. Doch sie verzagten nicht wegen ihres schweren Schicksals und lebten trotz aller Armut glücklich miteinander. Sie wohnten in einem verfallenen Häuschen, neben dem ein alter Brunnen stand. Von dort holten nur die drei ihr Wasser, denn für die anderen Bewohner im Ort war der Dorfbrunnen am großen Platz viel näher.

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DER ALTE BRUNNEN (Teil 1) {0}

Mittwoch, 2. Juli 2008, 18:00

Die große Tafel im Thronsaal war bis zum letzten Platz besetzt. Seine Allmächtigkeit, der Kaiser des Kontinents hatte geladen und alle waren gekommen. Da war er, der oberste Steuereintreiber des Landes, drei Zentner schwer und sich momentan im einem gebratenen Wildschwein richtiggehend suhlend, in dem er nach den Teilen Ausschau hielt, die seinem Gaumen am besten mundeten. Laut fluchend über die unfähige Dienerschaft, die sich wieder nicht gemerkt hatte, von der Sau seine bevorzugten Teile vor dem Mahle zu separieren und ihm gesondert zu servieren. Da war er, der schwächlich wirkende oberste Hirte der elumisch-torbinianischen Kirche, der gerade mit seiner Hand bei der gelangweilt wirkenden Gemahlin des verreisten Herzog von Walden unter dem Tisch zur Sache ging. Sie war ein wahres Mannweib, deren tyrannische und unbarmherzige Art sie im heimischen Schloss zu einer Gefahr für Leib und Leben aller Zofen und Diener werden lies. Da war er, der hagere, kleinwüchsige Statthalter von Elum, der gerade unter den Pagen nach neuer Befriedigung für seine Vorliebe für junge Knaben

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Der Kaiser {0}

Mittwoch, 25. Juni 2008, 18:00

Raschdur war ein sehr reicher und sehr glücklicher Kaufmann. Angefangen hatte er im weit entfernten Tranisien mit zwei von seinen Eltern geerbten alten Fuhrwerken und einem kleinen Flußboot. Durch sein Geschick war daraus ein Handelsimperium entstanden, zu dem heute Hunderte von Fuhrwerken und Dutzende von Flussbooten, ja sogar drei Hochseeschiffe gehörten. Er besaß Handelsniederlassungen in allen bekannten Ländern und residierte in einem prächtigen Palast in der Hauptstadt des mächtigsten aller Reiche, dem Kaiserreich Elum. Glücklich war er auch, weil er vor einigen Monaten zum kaiserlichen Hoflieferanten für Kapossische Wolle ernannt worden war. Damit gehörte seines zur ersten Garde der Handelshäuser des gesamten Kontinents.

Das Privatgemach der Prinzessin war in tiefe Dunkelheit getaucht und nichts war zu erkennen. Doch Roltan kannte sich aus. Vorsichtig schloss er die Tür hinter sich und schlug den direkten Weg zu Katinas Bett ein. Da lag sie, friedlich schlummernd in ihrer vollen Schönheit. Roltan konnte nicht umhin, sie erst einen Augenblick zu bewundern, bevor er sich über sie beugte und sie durch eine Berührung an ihrem Arm weckte. Sie schrak hoch und wollte schreien, doch geistesgegenwärtig hielt Roltan ihr den Mund zu. Dann erkannte sie ihn und entspannte sich, doch ihr aufgeregtes Herz pochte noch heftig unter ihrer Brust. "Roltan. Wie kommst Du hierher? Wie bist Du hier in den Palast gekommen?" Roltan legte beruhigend die Hand auf ihre Schulter und bedeutete ihr Schweigen. Dann nahm er sie in den Arm und küsste sie leidenschaftlich. Es war ein langer und intensiver Kuss voller Leidenschaft und Liebe. Danach war sie merklich ruhiger. Sie kuschelte sich mit ihrem Kopf an seine Schulter. "Ich habe Dich vermisst." flüsterte sie. Es war das erste mal, dass sie so etwas sagte. Zwar spürte er immer in ihrer Gegenwart ihre Sehnsucht nach Geborgenheit und seiner Liebe, er spürte auch, dass sie sich immer freute, wenn sie ihn sah, aber ewöhnlicher weise machte sie wenig Worte um solche Gefühle "Ich komme, um Dich mitzunehmen." Erschrocken richtete Katina sich auf.

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Das Goldene Land (Teil 5) {0}

Mittwoch, 11. Juni 2008, 18:00
_IGP2638_IGP2636_IGP2632Eis Dängeli_IGP2620Prinzessin im SchneePrinzessin K_IGP2611_IGP2608_IGP2603_IGP2605_IGP2602_IGP2600zwei Gelb auf eins Weiss und Blau
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