Alternativanlagen - was man(n) auch immer damit anbietet - brauchen wesentlich mehr Fachwissen, als Aktien oder gängige Wertpapiere. Das will aber nicht heissen, dass es unter dem "kleinen" Mann keine Branchenkenner gibt.

Hörbie sei Dank, er hat das Finanzblog während meiner Abwesenheit "gehütet" und Beiträge geschrieben. Über Kondratieff und seine Zyklen: das heisst für mich, antizyklisch einkaufen, weil dann die Preise kontratief sind. Kondratjew wie er heute geschrieben wird, fasziniert, begeistert viele und manche glauben nicht so recht an seine Theorie. Einige tun es ab als Magie, andere mit statistischem Aufwand nachgeholfener Zufall. Fragen über Fragen und was war vor dem 1. Kondratjew-Zyklus?

Alternative Anlagen kann man kaufen, wenn diese tief sind. Nur eben, es braucht relativ viel Wissen um zu sagen, ob etwas "tief" ist und ob es ein guter Kauf ist. In vier Tagen Post finde ich rund 10 Angebote über alternative Anlagen. Angefangen mit der Briefmarke, die Aktie des kleinen Mannes! Ich erhalte 25 Prozent VIP-Rabatt - wirklich nur CHF 8675, da müssen sie sofort anrufen, damit sie wirklich auch der stolze Besitzer sind. Zwingen tun sie mich nicht, obschon durch diesen Ort einen Fluss hat, der kurz danach in den Rhein mündet - des Müllers Lust lässt grüssen. Mit diesen Stichworten sollte auch für "Branchenfremde" schnell auf den Anbieter zurück gegriffen werden können, der im gleichen Schreiben Silber- und Goldmünzen empfiehlt - auf sichere Werte setzen.

Alternative Anlagen ja, aber Sachwissen ist gefragt ... und die meisten Leser haben ja einmal Briefmarken gesammelt und diese dann weiter gegeben. Oder Wein getrunken. Das soll auch eine Kapitalanlage sein. Vorgeschlagen von einem Händler der mit Weinen gross geworden ist, der 90 Rappen DAF der Liter gekostet hat. Das war eine Kapitalanlage. Übrigens, Giordano, war es nicht. Den möchte ich aber einmal ansehen. Gross und klein fasziniert. Das Industriegebäude beim Autobahnzubringer in die Alba-Gegend konnte ich nicht fotografieren, mein 16mm-Fisheye hätte nur einen Ausschnitt erfasst!

Die meisten Weinbauern und Weinhändler sind nicht kotiert, verkaufen nur Wein und keine eigenen Aktien. Sie kaufen oft auch keine andern Aktien, sondern ihr Erspartes wird in Land, Reben und Kellertechnik angelegt. Der "kleine Mann" oder die "grosse Frau" können aber oft bei solchen Häusern auf eine gute Rendite kommen. Über die Qualität lässt sich ja bekanntlich streiten und meistens, speziell in Italien, steigen gut bepunktete Weine extrem progressiv (überproportional) an. Es gibt immer noch Weine, die nicht billig, aber doch preiswert sind - und sehr gut. Erstaunlicherweise meist zu Preisen wie vor Jahren, gar Jahrzehnten. Es sei denn, man schaue sich die Preise in der Schweiz an oder es stehe allenfalls Barolo auf dem Etikett. Und hier muss ich schnell Hörbie zitieren: "Stephan gurgelt in Oberitalien neuartigen Frostschutz, der jedoch in etikettierten und mit Jahrgang versehenen Flaschen abgefüllt ist, derweil ich sein Blog hüte... prost! Ich hoffe gerne, dass es kein Frostschutz ist, sondern nur edle Tropfen." Einen habe ich gekauft - ohne Etikette, Barolo 2004, der 5 minuti. Brandneu abgefüllt und verkostet. Und was wäre eine gute Anlage ohne Fotos.

Barolo cinque minuti

... Barolo cinque minuti 2004 - für "Normalsterbliche" nicht käuflich ...


Barolo Presskuchen

... übrigens, es gibt in dieser Gegend bessere Süssigkeiten zu essen, als ein Barolo-Kuchen (Presskuchen) und was aus dem Kuchen getropft ist, wird erst in vier Jahren abgefüllt ...

Francesco Borgogno beim Prosten

... zu grossen Weinen darf auch Süsses gegessen werden und bei solchen wird dreimal (links - rechts - links) angestossen. Für moderne Weinfreude mag dies ein Gräuel sein. Aber es gibt sie noch, diese traditionellen Weinbauern, bei denen der "kleine Mann" herzlich, nach alter italienischer Manier willkommen ist. Francesco Borgogno hat auch mit dem österreichischen Premierminister, mit Helmuth Kohl, einem Nachfolger von Rommel schon angestossen ...

Francesco

... Francesco - ein Bild sagt mehr als 1000 Worte ...

Weinzubereitung

.... eine Schaufel voll Wein ...

Fässer bei Borgogno

... bei Borgogno und ...

Fässer bei Burlotto

... einem anderen Familienbetrieb bei Andrea Burlotto von Massara - einige Weine von ihm dürften sie in der Schweiz vergeblich zu kaufen suchen. Genau das macht es aus, dass der "kleine Mann" noch alternative Anlagen findet, die eine Rendite bringen und vor allem Freude bereiten ...

Fiat Topolino

... vielleicht findet der eine oder andere noch einen Oldtimer zwischen den Stahlfässern und der Abfüllanlage. Auch ein Fiat Topolino kann eine alternative Anlage sein, die unter Umständen die bessere Rendite erzielt, als dies mancher Finanzprospekt in den letzten Tagen auf zu zeigen versucht ...

Trüffelhund

... oder setzen sie auf einen Trüffelhund ...

Weisser Trüffel

... und lassen sie ihn einige Knollen weisser Trüffel finden. Das glatte Stück ist keine 10 cm lang und kostet ziemlich genau 600 Euro. Falls der Hund fündig wird, gibt es vermutlich eine neue Hütte ...

Gaja

... und hier kostet manchmal eine Flasche so viel. Bei Gaja gibt es die neue Linie. Umstritten aber sogar im 1. Klass-Restaurant (wenn erhältlich) zum Preis, wo in der Schweiz meistens nur offener Wein erhältlich ist. Ein Weisswein, absolut eine Wucht. Passt bestens zu einem Rindsfilet nach Piemonteser Art. Es scheint, dass die hochpreisigen Weine langsam das Zeitliche segnen werden. Wie auf den Finanzmärkten wurde auch hier extrem übertrieben. Es ist ein Umdenken angesagt ... vielleicht hat Kondratjew doch recht ... und die Etikette ist nicht immer das Wichtigste.



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Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Lieber Bundesrat (Sch)-Merz - statt Wein, Raps und Schnaps

Vor zwei Jahren erschienen:
Prosecco in der Dose ... einfach irre!

Vor drei Jahren erschienen:
Gen-Tech-Moratorium - so verschieden kann Ökologie sein




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Alternativanlagen für den kleinen Mann {2}

Montag, 17. November 2008, 06:00

Wie soll man sich Informationen über ferne Länder besorgen, die man
nicht selbst bereist hat. Am besten man kennt einen Kollegen aus dem
Netzwerk der selbst berichtet. Dr. Yahya Hassan Bajwa, Schweizer und
Pakistani berichtet direkt aus Islamabad.

Pakistan ganz normal Selbstmordanschläge, Strassenblockaden, Streik der Naanbais ? der traditionellen Brotbäcker und Stromausfälle. Das ist der Normalzustand nicht nur in Islamabad, sondern in ganz Pakistan. Das Versprechen, die Preise auf den Stand wie vor 15 Jahren zu bringen, ist gescheitert. Die Bevölkerung sieht langsam ein, dass auch die neue PPP Regierung unter dem Präsidenten Zardari, keine Wunder für den armen Mann bewirken will. Die USA kämpft ihren Krieg weiter gegen die Taliban und Al Qaida im Grenzgebiet zu Pakistan. Hingegen fordert die amerikanische Politik die Talibana in Afghanistan auf, an der Zentralregierung teilzunehmen ? in der Hoffnung, die Taliban als Verbündete gegen Al Qaida zu gewinnen. So verrückt kann die Politik sein. Oder ist das der Normalzustand? Islamabad aus der Sicht der Geschäftsleute Best Taylor nennt sich das Schneidergeschäft im Super Market in Islamabad. Normalerweise ist dies ein Ort des Shoppingvergnügens und der Restaurants. Ich frage einen Angestellten, wie er seine Geschäftssituation nach dem Marriott-Anschlag einschätze. Schon vor der Hotel-Explosion sei die Lage nicht sonderlich gut gewesen, erwidert er. Schon vorher habe es Anschläge gegeben, nun sei der Markt praktisch leer und die Kundschaft fehle. Ob sich noch Ausländer in den Markt wagen, wollte ich wissen. Zu ihnen hätten sich keine ausländischen Kunden verirrt. Aber auch die pakistanischen Käufer fehlen. Wie es weitergehen soll, wüsste er nicht. Auch die Festtage, die sonst ein gutes Geschäft bedeuten, seien nicht aus den roten Zahlen gekommen. Die Sicherheit fehle und niemand verliesse sein Haus freiwillig. Auf die Frage, ob Präsident Zardari der Retter Pakistans ist, meinte der Schneider: Wenn Zardari genauso ehrlich und Ziel gerichtet arbeitet, wie er es getan hat, um Präsident zu werden, dann könnte er sicher auch das Land retten. Mein Coiffeur, Naseer Ahmad, der seinen Laden in Bhara Kahu, einer Vorstadt Islamabads hat, stöhnt. Er habe keine Arbeit. Bis am Abend verdiene er mit Ach und Krach 200 Rupien. Mit diesen Einnahmen könne er seine Familie, die in seinem Dorf lebt, kaum ernähren. Alles sei teurer geworden und es wäre bereits ein Wunder, wenn man am Abend Essen kaufen könne. Was er als Hauptproblem betrachten würde, fragte ich Naseer. Das seien die Anschläge. Die meisten Opfer wären Leute wie er, aus der Unterschicht. Ob sich denn die politische Situation mit der Wahl der PPP und dem Präsidenten Zardari nicht dramatisch verbessert habe ? so das Versprechen vor den Wahlen, wollte ich wissen. Der PPP Wähler Naseer sagt enttäuscht, dass sich die Situation verschlechtert habe. Zardari sei an der Macht und sie hätten eine noch grössere Teuerung als unter Musharraf. Er lamentiert, dass jeder, der an die Macht ist, seine eigenen Kassen fülle. Alle seien Diebe und Gauner. Zwei Ausländer, die sich nicht von den Terroristen bezwingen lassen Linda Gask, Psychiatrieprofessorin an der britischen Universität Manchester, ist nicht zum ersten Mal in Pakistan. Ob sie denn keine Angst habe, wenn sie in das bombastische Pakistan käme. Angst habe sie nicht, sie sei aber inzwischen vorsichtiger. Beim letzten Besuch wohnte sie im Hotel Pearl Continental, da habe sie sich sicherer und entspannter gefühlt. Doch diesmal sei überall die Sorgen den Menschen anzusehen. Sie würde auf jeden Fall auch zukünftig wieder nach Pakistan kommen, um hier den Menschen zu helfen. Die Terroristen wollen, dass man sich einschränkt, dass man die Gewohnheiten ändert. Gask meint, dass man es auf keinen Fall zulassen darf, dass die Terroristen gewinnen. Vielleicht werden sie am Anfang mit dieser Taktik erfolgreich sein. Hoffnungsvoll meint die Professorin, dass wir uns nicht unterkriegen lassen. Unsere Angst darf uns nicht bezwingen. Eine Psychoanalyse des pakistanischen Volkes Freed Minhas, Psychiatrieprofessor am Rawalpindi Medical College und Vorsteher der Psychiatrieabteilung des General Hospitals, ist überzeugt, dass der mentale Zustand der Pakistaner schlecht sei. Die grösste Herausforderung für die Bevölkerung sei das Überleben. Finanzielle Engpässe, Ausbildungsprobleme, Gesundheit und der Privathaushalt seien die grössten Sorgen, die auch zu psychischen Problemen führen können. Welchen Einfluss hat der Bombenanschlag auf die Bevölkerung in Islamabad, wollte ich wissen. Minhas meint, dass nach jedem Anschlag wir es mit traumatisierten Menschen zu tun haben. Sobald die Leichen weggetragen, die Verwundeten verarztet und die Trümmer abgetragen sind, haben wir es mit den emotionalen Schäden zu tun. Die sind schwieriger zu behandeln. Die Explosion vor zwei Wochen, die immer wieder in den Medien gezeigt wurde, ist vielleicht bald aus den Gedanken der Menschen. Doch die Wunden sind frisch für jene, die Angehörige verloren haben oder deren Geschäfte zerstört wurden. Diese Wunden zu behandeln ist schwierig. Und zum Schluss noch dies Kürzlich besuchte der Präsident Zardari einen Schrein und schrieb in das Gästebuch: ?May Gaad give us the street to save Pakistan?. Wohl meinte er ?God? und ?strength?, dann würde es heissen: ?Möge Gott uns die Kraft geben, Pakistan zu retten?. Dieser Eintrag hatte einen Medienkrieg zur Folge. Man sah darin eine Verschwörung gegen den Präsidenten. Schlussendlich verschwand die Seite im Gästebuch und somit auch jeder Beweis. Das sind klare Lösungswege, solche braucht Pakistan. Deshalb ist Zardari der richtige Mann für Pakistan. Yahya Hassan Bajwa, Islamabad/Pakistan TransCommunication Research and Communication Dr yahya hassan bajwa POB 1351 5400 Baden Switzerland www.TransCommunication.info

Dieser Artikel erschien in Kurzform in der Aargauer Zeitung ... dem
Wohnkanton von Yahya und mir. Auf der einen Seite wünsche ich ihm gute
Besserung von Husten und Schnupfen und auf der anderen Seite nimmt er
sich so wenigstens in der kalten Jahreszeit die Möglichkeit, warm zu
duschen. Solche Informationen zeigen zusätzlich, wie die Leute dort
leben und welche Ansprüche sie ans Leben stellen können. Pakistan, das
Land weit weg von uns ... Bevölkerungs mässig an 6. Stelle auf der
Welt. Spätestens in 20 Jahren ein Big Player auf unserem Planeten.

Ich denke, in der Finanzwelt ist es besonders wichtig, das Heute und
die Zukunft von Emerging Markets (EMMA) an zu schauen, die nicht
alltäglich sind.

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Zwei herrliche Fotos, einige bon Mots und ein Interview von Max Boemle

"Die Theorie trägte eine Mitschuld

Max Boemle ist einer der profiliertesten Spezialisten für das Rechnungswesen. Die Theorie, dass die Firmen ihr Eigenkapital stark senken sollen, um dessen Rentabilität zu steigern, ist seiner Ansicht nach ein Grund für die Finanzkrise ... lesen sie weiter in der BernerZeitung ... "


Einige Bemerkungen aus der Dankesrede von Max Boemle:

" Keiner denkt daran, aber die HWV Schweiz ist dieses Jahr 40 Jahre alt ... die Spende an die Oeconomia Bernensis kam nicht aus der Schulkasse - die war leer. Die war privat von mir ... deshalb der Wunsch, dass der Beitrag lieber nicht für eine Fahne eingesetzt werde ... in Sankt Gallen hat man es vergessen, mir als Gründungsmitglied die Ehrenmitgliedschaft zu überreichen ... im Schweizer Treuhänder habe ich in einer Kolumne über schlechte Geschäftsberichte geschrieben und derer gab es damals ja genügend ... nur ein Geschäftsbericht war super, der von Mövenpick ... "


... mal schauen, ob sich da ein Beitrag oder gar ein Bild von der verantwortlichen Personen aus dem letzten Satz organisieren lässt ... das sind dann eben so die Zufälle im Leben, die es anscheinend gar nicht gibt ... noch etwas genauer, ein Bild hängt in meiner Küche, aber ich will ein Portrait-Foto, ein aktuelles, eines aus jüngeren Jahren habe ich ...

... und eines von Max Boemle aus jüngeren Jahren hat mir Daniel Eicher der ABC-Cards zur Verfügung gestellt ...

Boemle Max

... Daniel, ich darf dir und deinen Mitarbeitern an dieser Stelle ganz herzlich für die Idee und Durchführung des Anlasses im Bellevue Bern danken ... und vermutlich auch die anderen rund 200 Gäste ... und für das Bild aus jüngeren Tagen ...

Boemle Max 2

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ABC mit Prof. Dr. Max Boemle {0}

Montag, 3. November 2008, 06:00

Einer, der etwas mehr Überblick oder Abstand zur Emotionalität hat, reibt sich da doch öfters die Augen: Nachdem die Kosten der Klimaveränderung hochgerechnet und nur deshalb von den scheuklappenblinden Politiker (und nicht nur von denen) endlich wahrgenommen wurden, war es bis vor den höchst kurzweiligen Effekt der Economy-Krise allen klar, dass ein Weitermachen in demselben Stil die Schäden an der Umwelt so hoch treiben würde, dass sie jede Volkswirtschaft an die Wand fahren werden. Dann aber endgültiger.

Im TV sagten sie über irgendeinen Konsumentenindex in Deutschland, dass der nach oben zeige, die Leute konsumieren wie üblich, wenn nicht gar mehr. Klar, denn das Gedöns um die Wirtschaft ... in Europa kann noch jeder sein Brot kaufen. Und wenn die Rezession kommt, die Güter sind ja noch immer da, keine Naturkatastrophe hat Getreide, Gemüse, Wasser ruiniert, werde für nur eine Saison noch wenige Jahre. NICHTS ist passiert. Und dennoch konnte dieses Nichts die Staaten zum Herausrücken von Milliarden veranlassen.

Wie irrational. Wenn in 100 Jahren Holland unter Wasser liegt, in Zentraleuropa vielleicht im Sommer 40 Grad herrschen, keine Regenfälle mehr, im Winter Wasser und Stürme den Humus in gewaltigen Wetterausschlägen wegwaschen, in der Schweiz all die Bergkäffer regelmässig von Schlammlavinen geschliffen werden, dann wird das die Banken und den Staat gigantisch viel kosten, und zwar an realen Werten. Werten, die ja die Grundlage des Geldes sind. Werte, die, wenn vernichtet, jede virtuelle Währungsabstützung lächerlich machen. Gold kann man bekanntlich weder fressen noch saufen. Die Goldvorkommen der gesamten Welt sind nicht einmal einen Kubikkilometer gross. Was ist das schon. Und auf Teilen dessen basieren einige Währungen. Wie lächerlich.

Die für alle Menschen essentiellen Werte wie gute Luft, sauberes Wasser, schöne Landschaften, die sollten bewertet werden, darauf sollte eine Währung basieren. Die Abwertung geschähe, wenn die Einwohner eines Landes diesem keine Sorge geben. Und wenn sie es über den Durchschnitt hinaus pflegen, könnte die Währung Stärke zeigen, weil dieses Land nicht nur reich im virtuellen, sondern auch im real erfahrbaren Sinne ist.

Es nimmt mich immer wunder, wie Leute, die in tageslichtlosen Börsen ihre Arbeitszeit verbraten, wohl gerade deswegen nicht mehr bemerken, was sie als Körper und Menschen brauchen. Dabei scheint es keine Rolle zu spielen, ob es sog. kleine oder grosse Tiere, ähhh Leute sind - Tiere täten sowas Bescheuertes nicht.

Da ist das Konto gross, die Arbeitslast zwar auch, und was machen die? Eine Villa ranklotzen in der Natur. Also gilt auch bei denen doch: Die Natur, das natürliche Umfeld, ist es, was wirklich zählt. Sonst könnten diese ihre Kohle ja eigentlich im Bunker unter dem Gotthard versaufen. Das wäre wenigstens konsequent.

Wie auch immer, der Bundesrat will nun als Wirkung der Krise die Regeln zum Betrieb von Gaskraftwerken lockern, der Bundesrat, nicht das Parlament. Weil der Betrieb nicht wirtschaftlich sei. Schimpf und Schande über den Bundesrat. Welches Lobbying hat wen dort erweicht?

Ok, der einzelne Mensch ist halt eine äusserst kurzzeitige Erscheinung. Er hat - wenn kein spezielles Interesse vorhanden - einfach keinen Blick für lange Prozesse.

Wenn die schnelle Wirtschaftskrise abläuft, reagiert er ebenfalls angemessen schnell, obwohl auch diese Krise vorhergesehen wurde. Der reale Schaden ist allerdings auch relativ gering.

Wenn die generationenlange Klimaänderung abläuft, reagiert er praktisch nicht, weil er sie nicht wahrnimmt. Der reale Schaden wird sich anschleichen, er wird Effekte haben, doch wird immer noch keiner die Ursachen wirklich beachten und entsprechend darauf reagieren wollen.

Diese Kurzlebigkeit ist eventuell ja auch die Chance, die der Menschheit bleibt: Denn die erfolgreichsten Lebensformen in der Fauna sind die Insekten, weil sie sich enorm schnell anpassen können. Im Vergleich mit einer Eintagesfliege (mitsamt ihrer Larvenphase) scheinen wir mit einem ca. 250 mal längerem Leben ebenfalls sehr langsam. Und doch bewegen wir uns, auch wenn die Fliege uns eher wie wir die Berge wahrnehmen dürfte. Als einzelnes Individuum merkt sie nicht, wie der Mensch grad eingreift und den Fluss trockenlegt, aus dem sie gekommen ist und in den sie ihre befruchteten Eier reinwirft. Sie hat aber auch kein höheres Bewusstsein, dies wahrzunehmen.

Sie hat dafür auch kein Ego. Sie will auch nichts erhalten, das Individuum spielt keine Rolle, nichtmal die Art ist wichtig. Das unterscheidet die Natur vom Menschen. Die Gesamtheit der Natur ist immer da, Namen und Formen sind unerheblich. Das macht es einfach.

Der Mensch hat oder ist hingegen ein höheres Bewusstsein, das grössere, längere Prozesse sehr wohl wahrnehmen kann, z.B. über das Mittel der Wissenschaft.

Wieso also benehmen wir - in den reichen Ländern - uns also nicht endlich mal wie Menschen und würdigen diese Prozesse? Aus vorhersehender Einsicht mit Wahlmöglichkeiten und nicht aus erleidender Nötigung, ohne Wahl?

Wer in der aktuellen Zeit meint, er dürfe das Notwendige unter dem Deckmäntelchen des Kurzzeitigen aus dem Fokus der Gesellschaft verdrängen, der handelt in meiner aktuellen Ansicht anmassend.

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Klima vs. Wirtschaftskrise {0}

Donnerstag, 30. Oktober 2008, 18:30

Wenn sie Aktien kaufen und Geld verdienen wollen, müssen diese Aktien im Trend sein. Noch besser, sie kaufen solche Papiere, bevor sie im Trend sind ... auch wenn dieser jetzt vielleicht Chartmässig nach unten schaut.

Der Trend an der Börse zeigt nach unten. Die Frage ist nur, wie lange noch und das kann niemand beantworten. Das ist eigentlich ganz einfach zu begreifen, wenn man weiss, dass es zwei Arten von Trends gibt. Der mathematischen oder statisitschen Trend, der einfach weitergerechnet wird. 2, 4, 6, 8, 10, 12 und der nächste ist vierzehn. Dumm nur, wenn was "dazwischenkommt" und es dann wieder 2 ist. Wie bei der Uhr zum Beispiel. Oder nur eins, wenn auf die Winterzeit umgeschalten wird. Meistens wird aber ein mathematischer Trend durch die zweite Art von Trend durchbrochen.

Der Trend der Soziologie, der sehr schnell ändern kann. Es sei nur an die Börsensituation der letzten Monate oder Wochen gedacht. Jeder einzelne Mensch beeinflusst den Trend. Sie kaufen Biomilch, fahren mit dem ÖV zur Arbeit, unterstützen politische Linien ...

Genau genommen sind aber diese beiden Arten von Trends identisch. Das eine ist nur was der Mensch macht, denkt und das andere ist nichts anders, als statistisch diese Tätigkeit auf einen Zeitpunkt fest zu halten. Und dann kommt plötzlich ein aussenstehendes Ereignis, wie die Hypothekenkrise und alles ändert in Windes Eile. Die mathematischen Systeme versagen vollkommen und die soziologischen Trendbetrachtungen können schneller reagieren, weil man nicht wie in der Statistik Zeitreihen braucht.

Beiden ist gemeinsam, dass viele versagen, nicht brauchbar sind und oft nur für Schönwetterprognosen geeignet sind. Trendforscher und Chartisten haben eines gemeinsam. Sie halten an ihren Aussagen fest und sind davon überzeugt, dass sie eintreffen. Und noch eines ist ihnen gemeinsam. Meist arbeiten sie für einen an der Aussage interessierten Auftraggeber.

Es gibt genügend Beispiele, dass Prognosen oft falsch liegen. Versuchen sie etwas anderes als einen Trend zu prognostizieren. Versuchen sie die Zukunft so an zu schauen, wie sie sich ergeben könnte - in Bandbreiten und nicht genauen Aussagen. Sie liegen mit Garantie besser und wesentlich häufiger richtig. Ich habe keine Ahnung, ob man irgendwo Trendforschung studieren kann ... aber Zukunftsforschung. Nur ist man hier viel weniger populär und mediengeil, aber signifikant besser in den Aussagen und meist nie auf eine exakte Aussage fixiert.

«Jetzt beginnt das Zeitalter der Lebensqualität... In übersättigten Märkten werden Werte immer wertvoller!... Werte sind die Orientierungshilfen im Dschungel der Wahlmöglichkeiten... der Leitwert Lebensqualität wird das Wertschöpfungsprinzip der Zukunft sein!" ... lesen sie weiter bei trendbild.de ... »

Vergessen sie, was der Trendforscher sagt. Das trifft für eine kleine Gruppe von Individualisten zu und ich hoffe für sie, dass sie auch dazu gehören. Aber diese Gruppe wird klein beleiben, vielleicht etwas anwachsen, aber sicher nicht Trend bestimmend sein. Die Welt wird auch in Zukunft vom Geld regiert, man wird nur das Billigste kaufen oder nur wo der (Marken)-Namen bekannt ist. Die Qualität zu beurteilen oder auf das Preis-Leistungs-Verhältnis zu schauen, wird den allerwenigsten Menschen gelingen ...

... und aus diesem Grunde kaufe ich oft Aktien von solchen Unternehmen, wo ich die Produkte nicht regelmässig kaufen würde. Ausprobieren schon, falls es nicht Investitionsgüter sind (einmalige Käufe). Das Kaufen überlassen wir der Masse, die gibt gerne Geld aus, wo das Unternehmen gut verdient. Und wir verdienen dann an den Aktien. Es wird sich auch in Zukunft nicht viel daran ändern auch wenn das heute nicht im Trend liegt.

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Wir liegen im Trend - wirklich? {0}

Dienstag, 28. Oktober 2008, 16:00

Über Finanzspezialisten wurde berichtet - nun ist das Gesundheitswesen dran. Derjenige, der uns berichtet, meint nicht die Pflegefachleute, früher Krankenschwester genannt, sondern die Gesundsheits-Spezialisten.

«Ähnlichkeiten mit ... sind rein zufällig! Unser Gesundheitswesen ist krank. Man soll es mit dem finnischen vergleichen! Dieses ist weitaus kostengünstiger und das Volk ist nicht weniger gesund! Der Kanton Bern als Beispiel hat mehr Spitäler als das ganze Land Schweden! Allerdings hat man dort so etwas wie eine Spitex vorgeschaltet. Und dann kommen noch die anderen 25 Kantone und die staatlichen Institutionen dazu (SUVA, Bellikon...) Wir sind ein degeneriertes und verweichlichtes Wohlstandsland geworden, wo die Crème von den übrigen lebt. Ungefähr so wie in den Ostländern. Dort nennt man dies Korruption.... Ich habe den Mund auch im Spital gegen Missstände geöffnet. Das hat dann irgend wann jemand gestört und ich war arbeitslos - habe aber einen "innovativen" Weg gefunden, den man mir heute noch vergönnt! Interessant ist: -> Mein damaliger Chef ist nicht mehr. Aus meinem "Fall" hat man gelernt. Er wurde motiviert, selber zu gehen. -> Ein Mitglied der damaligen Spitalleitung (Rang Chefarzt und ärztlicher Leiter) ist nicht mehr. Er war es, der mir am meisten am Stuhlbein gesägt hat. Er wurde schliesslich gar von jenen Politikern durchschaut, die ihn am längsten gestützt haben. Aber sie liessen ihn aus Eigennutz fallen. -> Ein weiteres Mitglied der damaligen Spitalleitung ist ebenfalls weg. Er hat zu sehr die Missstände und ein Missmanagement bekämpft. In diesem Fall hat man den Fähigsten entfernt! -> Die Pflegedienstleiterin, auch Spitalleitungs-Mitglied ist nicht mehr. Dem Missstück hat niemand eine Träne nachgeweint -> Man wolle meine Aufgabe mit einer jüngeren, unverbrauchten Kraft erfüllen, so die Aussage des damaligen Vorsitzenden der Aufsichtskommission (Interessant: Er wurde aus dem Direktorium der SUVA entfernt, bevor bei uns wirksam wurde)... Der Nachfolger war älter, inzwischen ist die Stelle des Personalleiters zu einem Schleudersitz geworden. Es sind schon einige verheizt worden...! Inzwischen habe ich ein neues Paradebeispiel gehört. Man wollte einen neuen Bettentrakt bauen, den nachher etwa 2 Jahre betreiben, dann das Haus schliessen....! Beides ist jetzt von den Traktanden. Ich habe die Schonfrist genügend lang respektiert. Wenn ich höre, dass gefummelt wird, äussere ich mich. Ich äussere mich nicht gegen einzelne Mitarbeitende. Ich habe am letzten Samstag eine unkomplizierte und fachkompetente Behandlung im Notfall des Hauses erfahren! Diesen Leuten sollte man ein Umfeld schaffen, dass sie ihre Fähigkeiten wirksam entfalten können! Unser Gesundheitswesen ist deshalb so teuer, weil nur Kostgänger am Futtertrog für die besten Plätze kämpfen, koste es was es wolle...! Die Gesundheitspolitik ist - wie das Wort Politik schon sagt, etwas kompliziert und für Laien undurchsichtig. Aber es handelt sich um einen Futtertrog, der regelmässig gefüllt wird und zum Teil automatisch, was logischer Weise zu Schmarozzern führt. -> Spitalartikel sind noch teurer als Flugzeugartikel! -> Die Medis werden von der Pharmaindustrie terrorisiert -> Die Defizite der öffentlich rechtlichen Häuser werden zwar nach bestimmten Regeln gedeckt, aber oft ist das kontrollierende Organ gar nicht neutral oder unabhängig -> die Tarife werden ausgehandelt, nicht nach strengen kaufmännischen Gesichtspunkten festgelegt -> Es entsteht der Eindruck, die Kalkulation beginne von hinten. Zuerst werden die Kosten generiert, danach wird festgelegt, wie viel an Subvention in die Rechnung einfliessen soll -> Tarmed: gleiche Tarife in der ganzen Schweiz, obwohl die Kostenstruktur in Genf anders ist als z. B. in Langenthal. Nur schon der Bodenpreis, wo die Hütte drauf steht, würde via BAB einen Unterschied ausmachen und in Zürich sind die Löhne eindeutig höher als in Graubünden (ausser vielleicht Samedan/St. Moritz) - Chefärzte haben meist eine eigene Praxis, also auf eigene Rechnung. Sie müssen zwar an die Infrastruktur etwas abliefern, aber das macht nie das aus, was es kostet. Man kann es gut sehen. Wenn einer auszieht und selber eine Praxis auf privater Basis eröffnet, wird er das Einkommen nicht mehr erreichen. Ich kenne einen Chirurgen, der es so gemacht hat. Seine Praxisassistentin hat er zwar organisiert. Die muss aber auf eigene Rechnung arbeiten... (Ob so was eine selbständige Arbeit ist, würde im Streitfall schnell beantwortet sein!). Kanzler Schmidt: "(...) Auf die Finanzmarktkrise angesprochen, unterteilte alt Kanzler Schmidt (Raubtierkapitalismus) die Menschen in Kategorien: ?Die Normalen, die auch ein bisschen Schmu machen und aus dem Supermarkt einen Riegel Schokolade mitnehmen. Die zweite Stufe sind die mit einer leichten kriminellen Ader. Und die dritte Stufe sind die Investmentbanker.? Er hat die Ärzte vergessen, sie wären die dritte und die Investmentbanker die vierte Stufe! Damit meine ich nicht die hervorragend arbeitenden Hausärzte und jene, die nicht so nahe am "Tropf" sind wie z.B. Chefärzte und Spezialisten. Ich glaube, Politiker sagen lieber nichts gegen Ärzte, weil sie sich davor fürchten, dass sie auch einmal von den abhängig sein werden!»

Steht der Crash im Gesundheitswesen noch bevor? Jeder darf froh sein, wenn er einen guten Gesundheits- und Finanz-Berater hat und möglichst wenige Notsituationen besprechen und behandeln muss. Aber wenn ich so im Bekanntenkreis herumhorche, kann einem die heutige Zeit schon manchmal Sorgen bereiten ... wie die Bekannte mit Hirn-Tumor, die auf MS behandelt wurde. Nicht immer kommt es doch noch gut.

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