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Wie staunte Arinia, als sie das hörte. Doch sie dachte auch an den Wassermann. Was würde er nun tun, wenn seine Untertanen nach seiner Rückkehr verschwunden waren? Arinia hatte sich selbst, ihre Mutter, ihre Großmutter, ja das ganze Dorf in große Gefahr gebracht. Aber sie konnte diese Kinder doch nicht zurück in die ewige Dunkelheit schicken.
Während sie gerade überlegte, was sie tun sollte, hörte sie ein Brausen aus der Ferne, das schnell lauter wurde. Wie eine Dampfwolke sauste etwas über die Felder heran. Arinia wusste sofort, das musste der Wassermann sein. Auch die anderen Kinder hatten das Geräusch bemerkt und blankes Entsetzen stand in ihren Blicken.
„Was tun, was tun, was tun?“ Arinias Geist arbeitete fieberhaft. Auch sie hatte panische Angst. Dann spürte sie den Lederbeutel mit den Steinchen in ihrer Schürze. Nun würde sie erfahren, ob die Steine der Macht des Wassermanns widerstanden.
„Kommt her!“, schrie sie den Kindern zu, das näherkommende und lauter werdende Brausen übertönend. Schnell liefen sie zu ihrer Befreierin. Diese streute eilig einen Kreis aus den roten Steinchen in die Wiese, groß genug, um alle Kinder aufzunehmen. Nur einen einzigen Stein hielt sie zurück. Dann trat sie in den Kreis und die anderen folgten ihr, gerade rechtzeitig, bevor der Wassermann neben dem Brunnen angekommen war.
Er sah fürchterlich aus. Über zwei Schritte groß, mit breiten Schultern sah er aus, als ob er Bäume mit bloßen Händen ausreißen könnte. Seine Haut war blau und seine dunklen Augen funkelten in zorniger Boshaftigkeit. In der Hand trug er einen riesigen Dreizack.
Er schrie, dass die Erde erzitterte: „Wer hat meine Diener befreit? Wer hat meine Barriere zerstört?“ und stampfte wütend von einem Bein auf das andere. Arinia wurde angst und bange. Dann ging er auf die Kinder zu, den Dreizack drohend auf sie gerichtet. Doch als dessen Spitze an den Rand des Steinkreises stieß, schien er gegen eine Wand zu prallen. Der Wassermann stutzte und stieß ihn in Richtung des ältesten Jungen. Erneut prallte der Dreizack ab, als wenn über den Steinen ein unsichtbares Hindernis bestehen würde. Wütend schrie der Wassermann auf. Ohrenbetäubend hallte sein Schrei durch das Land. Die kleineren Kinder hielten sich die Ohren zu und weinten vor Angst.
Doch der jüngere der beiden Jungen, obwohl ebenfalls ängstlich, nahm all seinen Mut zusammen und tippte Arinia von hinten auf die Schulter. „Du hast doch noch so einen Zauberstein“, schrie er ihr ins Ohr, im verzweifelten Versuch, den Wassermann zu übertönen. Arinia nickte und zeigte dem Jungen den Stein in der ausgestreckten Hand. Dieser nahm ihn und sprach mehr zu sich selbst, zur eigenen Beruhigung: „Ich werfe am besten von uns.“
Vor ihnen tobte immer noch der riesige Wassermann. Der Junge trat hinter ihm halb aus dem Kreis, um Platz zum Ausholen zu haben. Der Wassermann sah die Bewegung und wandte sich ihm wütend zu. Er zielte und warf mit voller Wucht den Stein auf die riesige Gestalt und traf direkt in ihren weit geöffneten Rachen. Einen Moment war der Mann still, der Stein verstopfte seinen Hals. Er würgte. Plötzlich erschien eine Rauchwolke, die ihn ganz einhüllte. Noch einmal hörte man ein ersticktes Brüllen, dann löste sich der Nebel auf und der Wassermann war verschwunden.



















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