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Gotthard-Felsturz: Zwei Tote - völlige Verkehrsblockade


Zwei Insassen eines deutschen Personenwagens sind heute morgen bei einem Felssturz auf die Gotthardautobahn im Kanton Uri getötet worden. Die Autobahn A2 bleibt gesperrt. Auch am San Bernadino stauen sich bereits die Autos.

Die Felsmassen gingen um etwa 06.45 Uhr südlich der Güetligalerie auf dem Gemeindegebiet von Gurtnellen auf die Autobahn A2 nieder. Wie Polizeisprecher Herbert Planzer sagte, rollten mehrere 20 Kubikmeter grosse Felsbrocken auf die Autobahn und die Kantonsstrasse. Dabei wurden ein deutscher Personenwagen sowie ein Sattelmotorfahrzeug und ein Anhängerzug getroffen, die in Richtung Gotthardtunnel beziehungsweise in Richtung Süden unterwegs waren. Die Insassen des Personenwagen wurden getötet, die beiden Lastwagenchauffeure überlebten unverletzt. Weitere Menschen kamen nicht zu Schaden. Näherer Angaben zur Identität der Opfer waren vorerst nicht erhältlich.

Sowohl die Gotthardautobahn wie auch die Kantonsstrasse wurden für jeglichen Verkehr gesperrt. Der Unterbruch der Autobahn dürfte laut Polizei den ganzen Tag andauern: Der Gotthardstrassentunnel in Richtung Norden wurde am Südportal in Airolo gesperrt. In Fahrtrichtung Süd wurde der Verkehr von der Polizei im Urner Unterland gestoppt. Für den Schwerverkehr wurde die Phase Rot verfügt. «Der Kanton Uri ist mit dem Auto zurzeit nicht durchquerbar», sagte Planzer.

Den Autofahrern wurde empfohlen, die San-Bernardino-Route zu benutzen. Doch auch hier droht der Verkehrskollaps. Grund sind zwei Baustellen auf der Südrampe im Misox. Der Verkehr wird deswegen teilweise auf die Kantonsstrasse umgeleitet.

Überdies ist der San-Bernardino-Tunnel nur einspurig befahrbar. Im Normalfall betragen die Wartezeiten für die Durchfahrt 15 bis 20 Minuten. Am Mittwochmorgen musste man bereits bis zu 30 Minuten warten, wie Paolo Annoni von der Bündner Verkehrspolizei auf Anfrage sagte. Vor dem Südportal bildete sich ein 6 Kilometer langer Stau.

Da die Tessiner Polizei den Schwerverkehr in Chiasso stoppte, hielt sich der Zufluss auf die Transitachsen aber in Grenzen. In den Provinzen Como und Mailand werden die Camionneure auf den Autobahnen darauf hingewiesen, dass die Gotthard-Route gesperrt ist. Am Zoll in Chiasso kämen derzeit nur wenige neue Lastwagen an, sagte Zollinspektor Eros Cavadini auf Anfrage.

Die SBB waren vom Steinschlag nicht betroffen. Die Interregio-Züge hielten ausserordentlicherweise in Gurtnellen an, um den öffentlichen Verkehr zu gewährleisten. Vor dem verlängerten Pfingstwochenende rechnet die Polizei mit starkem Verkehrsaufkommen in Richtung Süden.

Auf der Nordzufahrt zum Gotthardstrassentunnel ist es in den letzten Jahren schon mehrmals zu Steinschlägen gekommen. Letztes Jahr waren am 21. März in der Karwoche ebenfalls bei Gurtnellen zwei grosse Felsbrocken auf die Autobahn gestürzt. Die Blöcke von je fünf Kubikmetern Grösse hatten Schutznetze durchschlagen und waren auf beiden Fahrbahnen zum Stillstand gekommen. Ein Personenwagen und ein Lastwagen fuhren auf die Felsblöcke auf; die Lenker blieben unverletzt. Bereits Ende April 2003 hatte bei Gurtnellen ein grosser Felsbrocken eine Lawinengalerie durchschlagen. Nach dem letzten Steinschlag vor Ostern 2005 war die Stelle von Geologen beobachtet worden. Die Sicherheitsvorkehrungen würden ständig den neuesten Erkenntnissen angepasst, sagte damals Kantonsingenieur Peter Püntener. Letzte Sicherheit gebe es in dem steilen Gelände jedoch nicht.

Quelle: AP


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