Markt ade! Das wars dann mit Demokratie und Volkswohlstand!
Die Marktwirtschaft war ein Erfolg. Sie war es, solange Firmen auf dem Markt mit Waren handelten. Jetzt sind die Firmen selbst zur Ware geworden. Das verändert die Lage grundsätzlich.
Beispiel ABN Amro:
Die Bank wird zurzeit für gut 120 Milliarden Franken übernommen, weil ihre Eigenkapitalrendite mit 21 Prozent zu tief ist. «Von nun an», jubelte das «Wall Street Journal», «werden es sich die Manager zweimal überlegen, bevor sie die Wünsche der Investoren missachten.»
Damit ist klar:
25 Prozent Rendite sind das Minimum. Nicht erst in drei Jahren, sondern schon im nächsten Quartal. Wie schafft man das? Man lagert Jobs in Billiglohnländer aus und setzt die Lieferanten unter Druck. Und man erhöht die Preise. Die Konkurrenz zu unterbieten, liegt nicht drin. Bis diese Strategie aufgeht, ist man längst zum Übernahmeopfer geworden.
Die Drohung von Übernahmen wirkt wie ein Preis- oder Margenkartell, das durch jede Fusion noch verstärkt wird – wieder ein Konkurrent weniger. Eine weitere Rückkoppelung kommt hinzu: Die hohen Profite läppern sich zu den Milliarden zusammen, mit denen die nächsten Fusionen finanziert werden.
Die Marktwirtschaft – die einst Wohlstand für alle schuf – ist in Gefahr – genau wie eine andere wichtige Institution: Ist Demokratie noch möglich in einem System, bei dem alle Macht bei den Multimillionären liegt?









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