Wie erstarrt warteten die Kinder ungläubig im Steinkreis. In diesem Moment ertönte ein großes Tosen, das von überall her zu kommen schien. Es schwoll an und die Erde zitterte, bebte. Aus dem Boden wuchs eine Mauer empor, Häuser und Türme folgten. Schließlich kam die alte Burg wieder an die Oberfläche und gruppierte sich um das Haus von Arinias Familie. Die Kinder standen am Ufer eines kleinen Sees, der sich an der Stelle des vorherigen Brunnens befand. Dann wurde wieder alles still. Stolz ragten die Zinnen der Burgmauer empor, auch wenn sie noch teilweise mit Erde bedeckt waren. Die mächtige Festung stand wieder an ihrer alten Stelle, wo sie der Boden vor über hundert Jahren verschluckt hatte.

In den nächsten Tagen war ein riesiges Getümmel im Dorf. Bis in die Nachbarorte war das Getöse hörbar und das Beben spürbar gewesen und nun kamen die Leute von nah und fern, um sich die wiedererstandene Burg zu besehen. Schließlich kam sogar der König ins Dorf, der von den Vorkommnissen gehört hatte und ließ sich persönlich von Arinia und den anderen Kindern das Wunder erzählen. Dann überlegte er kurz und setzte den jüngeren Sohn des Ritters, der den Wassermann besiegt hatte, als neuen Herrn der Burg ein. Der ältere verzichtete auf alle Ansprüche und wollte auf die Wanderschaft gehen. Er war es gewesen, der damals durch den Diebstahl des Goldstücks den Untergang der Burg heraufbeschworen hatte. Arinia jedoch, die ja einen entscheidenden Anteil am Sieg über den gefährlichen Wassergeist hatte, belohnte er mit einem großen Beutel voll Golddukaten und erhob sie zur Gräfin über die ganze Gegend. Langsam kehrte wieder Ruhe ein in dem Land, das der Wassermann all die Jahre in Angst und Schrecken versetzt hatte. Die Menschen trauten sich, an dem Gewässer zu rasten und im See zu baden.

So gingen die Jahre dahin, in denen alle zusammen in Glück und Zufriedenheit lebten. Als der junge Ritter in das heiratsfähige Alter kam und selbst seine Burg in Besitz nahm, verliebte er sich in die junge Gräfin Arinia, heiratete sie und regierte noch lange Zeit mit ihr zusammen das Land. Doch das ist eine andere Geschichte.

© 2008 Roland Bathon, keine unerlaubte Vervielfältigung oder Verbreitung; Guillome Blanchard, hier verwendet unter den Lizenzen GFDL und Creative Commons

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DER ALTE BRUNNEN (Teil 8) {0}

Mittwoch, 20. August 2008, 18:00

Dann stieg sie den Brunnenschacht wieder hinauf. Zuerst wollte sie einfach weggehen, doch dann fielen ihr die traurigen Blicke der Fische wieder ein und ihre panischen Versuche, das Eis zu durchdringen. Sie hatte solches Mitleid mit den kleinen Kerlen. Wie konnte der Wassermann sie nur so lange alleine lassen? Schließlich fasste sich das Mädchen ein Herz. Es holte aus dem Haus einen Kanten Brot und nahm eines der roten Zaubersteinchen in die Hand. Arinia wollte beides ganz schnell hinunter werfen und dann vom Brunnen verschwinden, so dass der Wassermann nicht herausfinden konnte, wer einen Tag vor der Zeit seine magische Eisbarriere zerstört hatte. Sie holte aus und warf Stein und Brot in den Schacht hinunter. Sie wollte gerade wegrennen, da hörte sie ein lautes Zischen von unten und dann Stimmen, Stimmen von Leuten und lautes Platschen, als wenn eine ganze Menge Menschen dort im Brunnen herumschwimmen würden. Ängstlich schaute Arinia nach unten. Was hatte sie nur getan? Da kletterte ein junger Mann am Seil des Eimers nach oben, ein älteres Mädchen folgte gleich hinter ihm.

Als sie oben über den Brunnenrand kletterten, folgten weitere junge Leute. Am Ende standen fünf Mädchen und zwei Jungen im Alter zwischen fünf und fünfzehn Jahren vor Arinia. Alle waren triefend nass und in altertümliche Kleider gehüllt. Nachdem sie etwas zu Atem gekommen war, begann das älteste Mädchen zu sprechen.

„Liebes Kind! Danke, dass du uns vor dem bösen Wassermann gerettet hast! Schon so viele Jahre leben wir da unten in diesem Loch und müssen harte Arbeit für ihn tun! Wir sind die Kinder des Burgherren, die vom Wassermann vor vielen Jahren verschleppt wurden. Alle sieben Jahre ist er zu seinem König gereist. Damit wir nicht während seiner Abwesenheit ausrissen, verwandelte er uns immer in kleine Fische und verschloss den einzigen Ausgang seines Wasserreichs mit magischem Eis. Doch heute, als du das Eis zerstört hast, hast du auch seinen Zauber zerstört!“

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DER ALTE BRUNNEN (Teil 7) {0}

Mittwoch, 13. August 2008, 18:00

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Heidelberg - Die Bilder {0}

Sonntag, 10. August 2008, 18:00

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Hamburg-Miniaturwelt - Die Bilder {0}

Samstag, 9. August 2008, 18:00

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Wismar - Die Bilder {0}

Freitag, 8. August 2008, 06:00
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