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ten Club: OMD - Orchestral Manoeuvres in the Dark


Um die Synthie-Pop-Reihe der 80er abzurunden, beschäftige ich mich heute noch mit einer weiteren britischen Band, die in dieser Reihung nicht fehlen darf. Sie nennen sich Orchestral Manoeuvres in the Dark (Deutsch: Orchestrale Manöver im Dunkeln) oder kurz OMD!

OMD wurde im Jahr 1978 von Andy McCluskey und Paul Humphreys gegründet. In der Anfangszeit fungierten die beiden hauptsächlich bei der England-Tour von Gary Numan als Vorband. OMD wurde laut Aussage Andy McCluskeys hauptsächlich inspiriert durch die Musik der Düsseldorfer Elektronic-Pioniere “Kraftwerk”, was besonders bei den frühen OMD-Werken unschwer zu erkennen ist.

1979 erschien die erste Single “Electricity”, die bereits ein beachtlicher Clubhit wurde. Es folgte 1980 das Debütalbum “Orchestral Manoeuvres in the Dark”, von dem dann noch die Singles “Messages” und “Red Frame, White Light” ausgekoppelt wurden. Noch im selben Jahr erschien das zweite Album “Organisation”, von dem die Single “Enola Gay” ausgekoppelt wurde, die bereits ein grosser kommerzieller Erfolg wurde.

Das dritte Album “Architecture and Morality” wurde ein erster Höhepunkt des Schaffens der Band. Obwohl dieses Album immer noch sehr experimentell war, wurde es zu einem kommerziellen Erfolg, vor allem dank der erfolgreichen Singles “Souvenirs” und “Maid of Orleans”. Letzteres war mit seiner ungewöhnlich langen instrumentalen Einleitung, die sich anhörte wie ein Kernspintomograph, ein wegweisender Track. Vor allem blieb es die bis heute erfolgreichste Single der Band. Sie erreichte in den britischen Charts Platz 4. In Deutschland war sie sogar für 4 Wochen auf Platz 1 und wurde zur meistverkauften Single des Jahres 1982. Auch in Südostasien war der Song im Jahr 1982 die erfolgreichste Single, war wochenlang in den Charts und wurde in allen Radiostationen rauf und runter gespielt.

Im Jahr 1983 trieben OMD ihre experimentellen Sounds mit dem Album “Dazzle Ships” auf die Spitze. Das Album wurde folgerichtig nicht zu einem kommerziellen Erfolg, was die Band zu einer Veränderung ihres Stils veranlasste. Mit der Single “Locomotion” und dem folgenden Album “Junk Culture” wurde OMD allmählich zur Pop-Band. Man arbeitete vornehmlich mit musikalischen Motiven der lateinamerikanischen Musik. In dieser Zeit stiessen die Brüder Graham und Neil Weir zur Band, die ursprünglich nur als Unterstützung der Live-Auftritte gedacht waren, dann aber bis 1988 ständige Mitglieder der Band waren.

Das 1985er Album “Crush” wendete sich musikalisch noch mehr von den Vorgänger-Alben ab und OMD wurde immer mehr zur Pop-Band, die mit der Single “So in love” Erfolg hatten. Produziert wurde das Album von Stephen Hague, der später auch die Pet Shop Boys erfolgreich produzieren sollte. 1986 veröffentlichte OMD die Single “If you leave”, der zum Soundtrack des Films “Pretty in Pink” gehörte. Die Single wurde der einzige grössere Erfolg der Band in den USA, wo die Single auf Platz 4 der Charts kletterte. Im gleichen Jahr erschien das vorerst letzte gemeinsame Album “The Pacific Age”.

Danach konnten sich McCluskey und Humphreys nicht auf einen weiteren gemeinsamen musikalischen Kurs einigen. So erschien mit “Dreaming” im Jahr 1988 die letzte gemeinsame Single, sowie ein erstes “Best-Of”-Album. Humphreys und die beiden anderen Musiker wandten sich in der Folgezeit von OMD ab und gründeten ein Projekt namens “The Listining Pool” sowie ein Label namens “Telegraph Records”, das jedoch schnell pleite ging.

McCluskey bastelte derweil alleine weiter an seinen Ideen und feierte weiterhin unter dem Namen OMD 1991 mit dem Album “Sugar Tax” ein auch für ihn selbst überraschend erfolgreiches Debüt. Das Album verkaufte sich sehr gut und die Singles wie “Sailing on the seven seas”, “Pandoras Box” oder “Call my name” wurden zu Hits. Ausserdem enthielt das Album wohl als Hommage an die Band, die OMD am meisten inspirierte, mit “Neon lights” eine englische Version des Kraftwerk-Klassikers “Neon Licht”. Als Live-Unterstützung wurde McCluskey von Nigel Ipinson, Phil Coxon und Abe Juckes begleitet.

Der grosse Erfolg von “Sugar Tax” veranlasste McCluskey 1993 zu der Produktion eines weiteren Albums, das sich “Liberator” nannte. Es konnte jedoch an den Erfolg nicht anknüpfen. Es folgte 1996 noch das Album “Universal”, dessen Vorab-Single “Walking on the milky way” es immerhin noch auf Platz 17 der britischen Charts schaffte. Das Album blieb jedoch weitgehend unbeachtet, sodass sich McCluskey 1998 dazu entschloss die Band aufzulösen. Es folgte noch ein zweites “Best-Of”-Album im Jahr 1998 sowie 2001 mit “Navigation” ein “B-Seiten”-Anthologie.

McCluskey war in der Folgezeit an der Gründung der Gruppe “Atomic Kitten” beteiligt, deren Produzent er schliesslich wurde. Inzwischen arbeitet er mit Claudia Brücken (Ex-Sängerin von Propaganda) als Onetwo zusammen. Auch privat sind die beiden nun ein Paar.

Im Jahr 2005 fand sich die Band in der Besetzung Andy McCluskey, Paul Humphreys, Malcolm Holmes und Stuart Kershaw wieder zusammen, um bei der RTL-Show “Die ultimative Chartshow – Die erfolgreichsten Künstler der 80er Jahre” aufzutreten. Es folgte die Teilnahme an der Tour “Nokia Night of the Proms” im Jahr 2006.

Im Jahr 2007 ging die Band erstmals seit langem wieder in ihrer Original-Besetzung auf eine erfolgreiche Europa-Tournee. Die Tour war in zwei unterschiedliche Programme aufgeteilt. Zum einen war dies ein Best-Of-Programm, im zweiten Programm wurde das komplette Album “Architecture and Morality” plus einer ausgewählte Stücke ihrer gesamten Karriere gespielt. Im Herbst 2007 wurden jedoch alle weiteren Auftritte wegen der Krebserkrankung von Andy McCluskeys Frau abgesagt.

Im September/Oktober 2008 will OMD als Vorband von “China Crises” erneut auf Tour gehen. Ob es auch bald wieder ein neues Album von OMD geben wird, ist derzeit noch unklar.


2 Antworten und, was ist deine Meinung?

  1. Gravatar
    tom sagt:


    Mir fehlt da eigentlich noch “Yello”?!

    Oh yeah

  2. Gravatar
    Sandra-Lia sagt:


    Kann man vielleicht noch einbauen.

    Rush! Push! Cash!

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