Auf Leserwunsch befasse ich mich heute mit den Schweizer Electronic-Tüftler Yello, die unter anderem als eine der Vorreiter des späteren Techno gelten.
Die Gruppe Yello wurde im Jahr 1979 gegründet. Boris Blank und Carlos Peron trafen in einem Testlabor für Autos aufeinander, um Motorengeräusche aufzunehmen. Sie kamen ins Gespräch und begannen später mit den Geräuschen im Tonstudio zu experimentieren und diese zu Songs zu verarbeiten. Auf der Suche nach einer passenden Begleitstimme machte sie der Verkäufer eines örtlichen Plattenladens mit Dieter Meier bekannt, der bis dato noch einer Band namens “The Assholes” angehörte. Nun war die Band gegründet. Der Bandname hat nichts mit der Farbe gelb zu tun, wie man meinen könnte. Es war ein Wortspiel von Dieter Meier und bedeutet “a yelled hello” (deutsch: “ein gebrülltes hallo” ).
1979 erscheint die erste Maxi-Single auf dem Schweizer Underground-Label Peryphery Perfume. 1980 werden Yello auf der Suche nach einem Plattenvertrag in den USA fündig und unterschreiben einen Vertrag bei Ralph Records. Bereits die zweite Veröffentlichung “Bostich” wurde zum Club-Hit. Nach der gemeinsamen Veröffentlichung “You gotta say yes to another excess” verliess Carlos Peron die Formation.
Peron widmete sich stattdessen diversen Soloprojekten und gründete das Label Kristall Sound. Im Jahr 1990 schrieb er die Titelmelodie der “Harald-Schmidt-Sendung” Schmidteinander. Ab 1991 arbeitete er mit Louis Gärtner, dem Labelchef von Strange Ways Records zusammen und produzierte derweil verschiedene Bands, u. a. Wolfsheim, dessen Sänger Peter Heppner er auch im Jahre 1998 mit Joachim Witt zusammen brachte, um die gemeinsame Single “Die Flut” aufzunehmen.
Yello existierte währenddessen mit den beiden verbleibenden Mitgliedern Boris Blank und Dieter Meier weiter. Besonders in den 80er landete die Formation mit Songs wie “Lost again”, “Vicious Games”, “Desire”, “Goldrush”, “Call it love” oder “Oh yeah” diverse Charterfolge in Deutschland, österreich und der Schweiz. Den grössten Erfolg verzeichneten sie 1988 mit dem Song “The Race”, der in den deutschen Charts auf Platz 4 kletterte (österreich: Platz 6; Schweiz: Platz 8).
Die Songs von Yello wurden auch des öfteren als Untermalung für diverse Filme oder Fernseh-Shows verwendet. Der am häufigsten verwendete Track ist hierbei “Oh yeah”. So wird er zum Beispiel bei der Zeichentrick-Serie “Die Simpsons” immer kurz eingespielt, wenn Duff-Man, das Maskottchen der lokalen Bierbrauerei erscheint. Ebenfalls verwendet wurde der Track in den Filmen “Mein Partner mit der kalten Schnauze Teil 1”, “Ferris macht blau” und “Das Geheimnis meines Erfolges” mit Michael J. Fox. Der Song “The Race” wurde u. a. vom Fernsehsender Eurosport als auch von der Musikvideosendung Formel Eins über Jahre hinweg als Erkennungsmelodie verwendet. Desweiteren wurden einige Yello-Songs in der populären TV-Serie Miami Vice verwendet.
In den 90er-Jahren traf die Techno-Welle im Musik-Business ein. Und das machte auch Yello wieder populärer, da Yello von vielen Vertretern des Techno neben der Düsseldorfer Formation Kraftwerk als Vorreiter des Techno genannt wurden. 1995 entstand mit “Hands on Yello” eine Hommage der Techno-DJs. Auf diesem Album befanden sich Remixe von bekannten Yello-Songs interpretiert von Techno-Künstlern wie Westbam, Cosmic Baby, Jens Mahlstedt, Mark Spoon und Jam el Mar (Jam & Spoon), Oliver Lieb, Ilsa Gold, Hardsequencer, Carl Cox, Carl Craig und Moby.
Yello hatte somit Musikgeschichte geschrieben und besonders die elektronische Musik sehr mitgeprägt bis hin zum nachher entstanden Techno. Dies sieht man zum Beispiel auch an Aussagen wie “1982 stehe ich in einem Laden in Berlin, der DJ spielt Bostich. Es war eines jener Stücke, die in mir den Wunsch geweckt haben, Tanzmusik zu machen. (Westbam)



















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tom sagt:
Aug 23, 2008, 11:33, @439Lol, mit “Leserwunsch” bin wohl ich gemeint. Mein Vorschlag war aber nur als Anregung gedacht, ich wollte niemandem Arbeit verschaffen
.
Trotzdem sehr interessanter Artikel, hab’ einiges gelernt.
Danke!
Christopher sagt:
Aug 23, 2008, 8:20, @305Ob Anregung oder Leserwunsch. Ich komme halt gerne den Anregungen der Leser nach. Und ob ich jetzt über Yello oder über was anderes geschrieben hätte, wäre die gleiche Arbeit gewesen.