112 ist wohl eine der besten Ideen, die man in den letzten Jahrzehnten hat. Nur, leider bliebs wohl bei der Idee.
Ich werde das nun an zwei negativ-Beispielen verdeutlichen, und danach sagen, wie ich mir die 112 vorstellen würde:
Vor ein paar Jahren: wir fahren auf die First zum Schlitteln, unterwegs beim Schlittenfahren herunter fahr ich an einen Menschen, der sich schwer verletzt hat, weil dieser Mensch die Piste verfehlt hat. Er schlug auf einen Stein auf. Sofort handelte ich, und rief 112 an. Es ging auch jemand ran. Ich schilderte ihm die Situation. Der Mensch, der wohl in Aarau oder wo sass, wusste nicht mal, wo die First ist. Als ich ihms erklärte, wurde ich verbunden, nach weiteren zig Verbinden war ich dann wohl endlich am richtigen Ort, und konnte Hilfe besorgen. Es vergingen geschlagene 10 Minuten, bevor ich überhaupt am richtigen Ort war. DAS KANN UND DARF NICHT SEIN!
2010, Mulhouse. Wir laufen an eine Schlägerei heran. Sofort wähle ich 112, um die Polizei und Krankenwagen zu verständigen. Dass die Person kein Deutsch kann, so weit ok. Ich werde verbunden. Der erklähre ich nun, was ist. Die verbindet mich weiter, und nochmal das ganze, bis ich in Mulhausen auf der Polizei lande, die wiederum kein Deutsch können. Deprimiert habe ich aufgehängt, und es seingelassen, da sich die Schlägerei in zwischen schon aufgelöst hat. Schon wieder vergingen über 10 Minuten, ohne das ich am richtigen Ort war.
Glück war, dass es in beiden Fällen keine Tote gab. An sonsten hätte ich wegen Fahrlässiger Tötung gegen die Betreiber der 112 geklagt.
Nun, es sind nur zwei Beispiele. Aber sofort erkennt man: DA ist was Faul! 112 ist ein Notruf! Es darf nicht sein, dass man zuerst zig mal verbunden wird.
Darum sag ich jetzt, wie ich mir das vorstelle:
Die 112 sollte so eingerichtet sein, dass man von seinem Mobiltelefon aus immer bei jemandem landet, der seine Sprache kann (überhaupt kein Problem, die Telefongesellschaften wissen ja, was für eine Muttersprache man beim Vertrag angegeben hat). Im schlimmsten Fall würde man einmal zur richtigen Sprache verbunden.
Schritt zwei: Man erzählt korrekt, wo was wie passiert ist. Der Rest macht die 112! Und nicht, man wird zur Präfektur verbunden, von da zur Stadtpolizei usw. usw. Oder wie im Schweizer Beispiel über 1000 Stellen an die Rega (in zwischen würd ich sofort die Rega informieren!)
Es muss so sein, dass der Mitarbeiter am Ende der 112 sofort alle nötigen Rettungen oder Polizei oder Feuerwehr direkt informieren kann. Sprich, wenn ich sage, ich bin in Mülhausen (Haut Rhin) an dem Platz, muss der sofort wissen, welche Stelle zuständig ist, und die bestellen. Diese müssen dann natürlich auch ausrücken. Gleiches gilt natürlich auch für die Schweiz.
Wenn 112 funktionieren soll, dann muss es so gelöst werden! Sonst ist die Nummer nichts mehr, als ich muss mir nur noch eine merken, aber gerettet werde ich wo möglich nicht, da mir die Kraft fehlen könnte, zu warten, bis ich am richtigen Ort bin.