Heute gewähre ich euch in einen meiner Arbeitstage einen Einblick. Hier gibts sonst allgemeines über den Arbeitsalltag.
5.30 Mein Wecker holt mich aus dem Bett. Ich bin noch im tiefschlaf, doch in einer Stunde muss ich in der Migros stehen, um Brot aufzufüllen. Ich gehe Duschen, ziehe mich an, mache mich bereit, esse was kleines Frühstück, doch um die früher Zeit mag ich kaum was essen. Ich verlasse schon bald mein Daheim um in die Migros zu gehen. Es wird Nacht sein, bis ich wieder richtig daheim bin.
Um 6.30 stemple ich pünklich, wie es sich gehört ein, um zusammen mit der Vorarbeiterin und ein paar anderen hochzugehen und die Arbeit zu beginnen.
Der Sauger aus dem Schrank geholt, Wagen mit leeren Kisten mitgenommen, um Brot vom Vortag herauszuräumen, und los gehts. Als erstes leere ich die Kleinbrotkistchen, die meisten sind jedoch schon leer. Danach sauge ich sie aus, um sie vom Mehl des Vortags zu befreien. Sie sind jetzt wieder sauber genug, um sie mit neuen, frischen, aus der hauseigenen Bäckerei stammenden Brötchen zu befüllen. Es riecht nach frischen Brötchen, die Brote sind noch ganz warm. Frisch eben, wie sich das gehört. Um 8 sind wir dann so weit, dass ich gehen kann, um mein Hunger, der sich nicht nur durch die Arbeit ergeben hat, zu stillen. Beim runtergehen kann ich die anderen Kassierinen beobachten, wie sie ihren Platz einnehmen, nach dem sie alles aufgefüllt haben, was zur Kasse gehört. Nach dem ich ausgestempelt habe, gehe ich ins Migrosrestaurant und esse in den 30 Minuten frische Gipfeli und ein Brötchen mit einem Branchli drin.
Nach einem ausgiebigen Frühstück melde ich mich munter mit meiner Kasse unter dem Arm bei meiner Vorgesetzen, um mich über die Neuigkeiten informieren zu lassen. Heute müssen wir bei gewissen Artikel den Preis von Hand eingeben, da der Hersteller offensichtlich ein Fehler beim Preis gemacht hat.
Eine leere Kasse wird geöffnet, und ich platziere mich dahinter, um meine erste Kundin zu begrüssen.
“Guete Morge” grüsse ich sie freundlich, aber etwas verschlafen, obwohl ich vom “Fitness” in der Backwarenapteilung schon ganz Fit sein sollte. Die Kundin manöfriert ihren Einkauf auf das Fliessband, welches die Ware direkt zu mir transportiert. Da ein Salat “hätte sie gärn es Sekli für e Salat?” Die Kundin schüttelt energisch den Kopf, was ich aber leider nicht sehe, weswegen ich sie nochmal frage. Sie antwortet, in ihrem morgentlichen Einkaufsglück, deutlich mit “nei danke!”. Der Einkauf ist nicht klein, es kommen Tiefkühlprodukte “Fürs gfrohrne es Sekli?” “nei”, Frischfleisch “Fürs Fleisch es Sekli” “nei”, ein frisches Huhn “Fürs Poulet demfall au ned?” “eh, doch, dafür gärn”. Und am schluss ein Berg Kleider, wohl für ihre Kinder. “Für Kleider en Sack?” “Eh ja gärn”. Ich packe ihr die Kleider so ordentlich, wie ich kann in einen Plastiksack, nach dem ich sie eingeskannt habe, und frage sie zu anfang, ob sie die Kleiderbügel haben mag, was sie verneint.
“Macht denn 139 Franke und 20 Rappe, bitte. Kumulscharte?” “Eh ja, und hie no so Guetschine” Sie gibt mir 2 20 Franken Cumulusgutscheine, die sie für ihre Cumuluspunktejagt bekommen hat. Den Rest zahlt sie in Bar. Ich gebe ihr raus und verabschiede sie. “Do sind no 80 Rp. und Quittig retur, danke für dr Ichauf und e schöne Tag” Sie lächelt freundlich und sagt “Danke glichfalls”.
Es geht so weiter, bis ich zum ersten mal um den Ecken muss. Dies wird heute noch einige mal den Fall sein. Doch, was sein muss, muss sein. Schliesslich muss jeder mal aufs Klo, und ich noch zwei mal mehr.
Irgendwann kurz nach 1 löst mich jemand ab, um mich in den Mittag zu schicken. Endlich, 2 Stunden heim. Zu hause erwartet mich eine frischgebackene Lassagne, die mein Mann für mich vorbereitet hat. Nach dem verspeisen lege ich mich 40 Minuten hin, ich bin totmüde, weil der Tag so früh begann, und ich will Fit für den Nachmittag sein. Es ist schneller 3, als ich gucken kann.
Der Nachmittag beginnt nicht unähnlich dem Morgen. Es gibt hier und da nette Gespräche mit den Kunden, was diese Freut, die Vorgesetzen aber vllt. weniger. Doch, ich bin hier nicht im Lidl, und schon gar nicht auf dem Friedhof. Ein lächelnder Kunde ist ein zufriedener Kunde!
Schnell, weil viel läuft, kommt der Abend auf uns zu, und ich darf ins Nachtessen. Es gibt Raclette. Ein Teller davon für 6 Franken. Kann man machen. Ohne Salat sogar nur 4.50. Ich nehms ohne Salat. Die Pause ist gut, und hilft einem über den langen Tag weg. Einige Gespräche mit vertrauten Gesichter, und schnell sind die 30 Minuten rum.
Der Abend in der Migros beginnt. Es ist nun schon weit nach halb Sieben, wo wir normalerweise heim gehen. Kurz vor Neun ist es so weit! Mein Stammkunde, und auch der Stammkunde der Migros, vor Neun, heute genau 20 Sekunden vor Neun, beginnt, seinen “kleinen” Einkauf aufs Bändli zu legen. “Grüezi, so spot no unterwägs? Lang nümme gseh” “eh, grüezi, ja, scho e ganzi Woche!” Ich fange an zu Scannen. Schon das erste Produkt will der Scanner nicht, ich muss den Code von Hand eingeben, was ich heute schon 100e male musste. Ich rege mich nicht über so was auf, es macht die Arbeit auch abwechslungsreich, hält einem jedoch auch auf.
Es folgt Frischfleisch “Es Sekli?” “Nei danke” “Und, werum höt so spot?” “ähm, ach, viel ztue gha, und ha ned weg chöne” “Soso” Die Scannerei geht derweil schon fast automatisch weiter. Dank einem guten Vermögen, zwei Sachen gleichzeitig zu machen (naja, wenigstens zu reden und zu Arbeiten) fällt mir das nicht schwer. Es folgt Gemüse, welches ich über Buttons im System eingeben muss. Da frische Zwiebeln, dort ein Knoblauch und hier noch ein Salat, ohne Code, doch ich erkenne ihn sofort. Er ist auch im System. “Ehm, ich ha do no so es 12er Pack Saft im Wägeli” “ah danke, scho igä” Den Saft habe ich via Spiegelsystem im Wagen schon längst gesehen, und via Button auf der Kasse eingegeben. Dennoch bedanke ich mich beim Kunden, da ich ja auch schon einige male was übersehen hab. Nach einer Weile und einem Smalltalk zwischen Kassierin und Stammkunde sage ich “Macht denn 510 Fr und 30 Rp. Er zieht seine Cumuluskarte heraus, und schaut mich an, fragt mich “Was isch hüt für nes Datum?” “Afangs Monet” “Ah guet, denn muess ich die gä” “wie si hend zwe Chumulus?” “eh ja, damit ich zwei mal 20 Fr Bonus bechume!” “Ok” Danke” Er gibt mir noch ein paar Gutscheine und zahlt den Rest mit seiner EC Karte. Ich geb ihm die Quittung “Danke für en ichauf, und es schöns Wochenedi” Er bedankt sich, ich lächle ihm nach, und kann die Kasse nach ihm Schliessen, um sie zu Reinigen. Die anderen sind derweil mit ihrer Reinigung schon fast fertig.
Hilfe wird mir von allen seiten angeboten, damit wir als Team herausgehen können. Einige müssen auf den Zug oder Bus, wir sagen ihnen, sie sollen gehn, nicht, dass sie noch länger hier sind, als nötig. Bald dürfen wir Akonto machen. Ich zähle alles raus, melde mich ab, laufe runter, stemple aus. Ein langer Arbeitstag ist zu enede. Es gab heute kaum grössere Probleme, aber lang war er.
ANMERKUNG: Dies ist die Wiedergabe eines Freitags, nicht diesen Freitags! Ich arbeite ja nicht mehr da. Im moment.












