Quelle (Markus Moerler, Solothurn)
Nein, ich will mich nicht aufregen und schon gar nicht darüber schreiben. Nein, nein, ich bin ganz ruhig. Tief durchatmen … alles ist gut.
Nein, mich stört überhaupt nicht, dass wir in Solothurn wieder die “02.00 Uhr Schluss” Diskussion auf dem Tisch haben. Nein, kein Problem, da können ja alle mitreden und ein bisschen politisieren und gackern. Nein, stört mich überhaupt nicht, ist ja normal. typisch schweizerisch.
Aber mich stört, dass wir ein Jugendproblem haben!
Mich stört vor allem, dass die Politiker wieder nur Symptome bekämpfen wollen. Einmal Farbe bekennen und unbequeme Aussagen machen, könnte ja den Stuhl und das bequem verdiente Sitzungsgeld kosten. Vor allem könnte es sie ihr Lobby kosten. Politiker sind schon lange keine “Volksvertreter” mehr. Politiker sind nur noch Vertreter ihrer Lobby, ihrer eigensten und intimsten Interessen. Politiker sprechen nur noch für ihre Branche, für ihre Brötchengeber und Freunde. Da gibt es kein übergeordnetes Interesse, kein Volksinteresse mehr.
Wir haben ein Jugendproblem.
Das haben – oh Wunder auch Bern, Olten, Thun, Biel, Zürich, Köln, Berlin, Paris und und und hat das erkannt. Aber was machen die schlauen Leute? Man lamentiert über Öffnungszeiten. Die Anpassung der Öffnungszeiten gilt als Geheimwaffe. Als wundersame Lösung aller Probleme.
Hallo!! Das ist ein Symptom verschoben – von 04.00 auf 02.00 oder von 03.00 auf 05.00 Uhr. Egal. Schön könnt ihr Politiker lamentieren und einen Konsens finden. Sagen wir doch 03.30 Uhr. Bravo! Alle glücklich, Sitzungsgeld ehrlich verdient. Problem ungelöst.
Liebe Schweizer Vordenker – bekennt Farbe! (ihr lieben Deutschen, Franzosen, Österreicher … ihr auch)
Die elterliche Erziehung hat versagt. Wir haben ein Jugendproblem. Punkt. So ist es. Nun sollen es die Schulen richten. Aber auch die Lehrer sind überfordert und am Rande des Zusammenbruchs. Jetzt gibt es nur noch eines: Der Staat muss den überforderten Eltern und Lehrer, Ausbildner etc. erzieherisch unter die Arme greifen. Wir müssen eine neue gesellschaftliche Ordnung schaffen. Wir müssen eigentlich völlig logische Verhaltensweisen wieder bewusst machen. Und das Konsequent. Ja, Konsequent – heisst das Zauberwort!
Ein Beispiel:
Littering – also gedankenloses Verdrecken unseres einzigen Lebensraum. Machen wir doch alle, das ist easy, denn es liegen ja schon 2 Büchsen dort, dann kann ich meine auch noch dazuschmeissen. Dann bin nicht ich schuld, oder?
Littering kostet Fr. 1’000.—. Und zwar sofort bezahlbar. Das Gesetz muss dies konsequent umsetzen. Der Polizist begleitet die fehlbare Person zum Bankomaten und wartet bis die Fr. 1’000.—gezogen sind. Wer nicht bezahlen kann – Ab auf den Polizeiposten und gegen Kaution von Fr. 1’000.—kann er dann wieder von den Angehörigen ausgelöst werden. Einfach aber wirksam, oder? Ich wette jedes Mami bringt ihrem Kind wieder bei, den Kaugummi nicht einfach auf den Boden zu spucken.
Genauso konsequente Gesetze braucht es bei Gewalttaten.
Ein Beispiel:
Wenn Jugendliche eine Gewalttat verschulden werden sie verurteilt und müssen einsitzen. Aber einer ihrer Elternteile muss gleich mit in den Knast. Denn die Eltern sind ja mit Schuld – ihre Erziehung hat versagt. Punkt. Konsequent. Einfach. Aber unbequem – könnte ja den Stuhl kosten. Deshalb wird’s wohl auch nichts.
Also weiter mit Symptome bekämpfen – ich bin für Öffnungszeiten bis um 06.00 Uhr.
Face it!
Übrigens – Im Kanton Solothurn ist seit dem 1. Januar 2010 ein Littering-Gesetz in Kraft. Gewusst? Stellt euch schon mal darauf ein, ab Mai gilt es ernst. Dann gibt es auch ordentliche Bussen. Mal abwarten wie konsequent sie das nun wieder umsetzen.














