Gravatar DER ALTE BRUNNEN (Teil 7)

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Dann stieg sie den Brunnenschacht wieder hinauf. Zuerst wollte sie einfach weggehen, doch dann fielen ihr die traurigen Blicke der Fische wieder ein und ihre panischen Versuche, das Eis zu durchdringen. Sie hatte solches Mitleid mit den kleinen Kerlen. Wie konnte der Wassermann sie nur so lange alleine lassen?
Schließlich fasste sich das Mädchen ein Herz. Es holte aus dem Haus einen Kanten Brot und nahm eines der roten Zaubersteinchen in die Hand. Arinia wollte beides ganz schnell hinunter werfen und dann vom Brunnen verschwinden, so dass der Wassermann nicht herausfinden konnte, wer einen Tag vor der Zeit seine magische Eisbarriere zerstört hatte. Sie holte aus und warf Stein und Brot in den Schacht hinunter. Sie wollte gerade wegrennen, da hörte sie ein lautes Zischen von unten und dann Stimmen, Stimmen von Leuten und lautes Platschen, als wenn eine ganze Menge Menschen dort im Brunnen herumschwimmen würden. Ängstlich schaute Arinia nach unten. Was hatte sie nur getan? Da kletterte ein junger Mann am Seil des Eimers nach oben, ein älteres Mädchen folgte gleich hinter ihm.

Als sie oben über den Brunnenrand kletterten, folgten weitere junge Leute. Am Ende standen fünf Mädchen und zwei Jungen im Alter zwischen fünf und fünfzehn Jahren vor Arinia. Alle waren triefend nass und in altertümliche Kleider gehüllt. Nachdem sie etwas zu Atem gekommen war, begann das älteste Mädchen zu sprechen.

„Liebes Kind! Danke, dass du uns vor dem bösen Wassermann gerettet hast! Schon so viele Jahre leben wir da unten in diesem Loch und müssen harte Arbeit für ihn tun! Wir sind die Kinder des Burgherren, die vom Wassermann vor vielen Jahren verschleppt wurden. Alle sieben Jahre ist er zu seinem König gereist. Damit wir nicht während seiner Abwesenheit ausrissen, verwandelte er uns immer in kleine Fische und verschloss den einzigen Ausgang seines Wasserreichs mit magischem Eis. Doch heute, als du das Eis zerstört hast, hast du auch seinen Zauber zerstört!“

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