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Hocico - Harter Electro aus Mexico!Gravatar


Veröffentlicht in Musik&Club von Christopher Samstag 6 September 2008 at 21:00


Eine neuartige harte Form des Electro kommt aus Mexico. Die Gruppe Hocico wurde 1992 in Mexico von Racso Agroyam (Programmierung) und Erk Aicrag (Texte und Gesang) gegründet. Die etwas seltsam und wenig spanisch anmutenden Namen der beiden sind Ananyme ihrer bürgerlichen Namen Oscar Mayorga und Erik Garcia. Das Symbol der beiden Cousins ist eine sechsbeinige Spinne, die ein H auf dem Rücken trägt.

Die beiden Mexikaner sammelten bereits in ihrer Kindheit erste musikalische Erfahrungen. Mit 15 Jahren begann Racso mit einem Yamaha-Keyboard zu experimentieren. Zur gleichen Zeit begann Erk mit Gesangsproben und schrieb erste Texte. Zu dieser Zeit hatte Racso noch keine Misch- und Aufnahmemöglichkeiten und so begann er sich selbst zu schulen.

Hocico bestehen also schon, seit die beiden Cousins Jugendliche waren. Bereits 1989 gründeten sie mit Freunden das Projekt “Ninera Degenerada”, das heute allerdings nicht mehr existiert. 1992 beschlossen Erk und Racso dann ein neues Projekt mit dem Namen “Hocico de Perro” (das heutigen Hocico) zu starten und begannen ein Konzept auszuarbeiten.

Die Aussprache wird jedoch von vielen Fans falsch gemacht. Es heisst weder “Hosseiko” noch “Hotschiko”. Die korrekte Aussprache ist “Osziko”. Das Wort bedeutet in Mexico “(Tier-)Maul”. “Hocico” ist ein ziemlich aggressives Wort und hat in Mexico eine beleidigende Wirkung. Es ist ein Schimpfwort, wie eine Art Angriff.

Sie singen von Lügen, sexuellen Missbrauch, über alles, was sie sehen und fühlen. “Hocico” sagen hierzu: “Mit unserer Musik versuchen wir den Dämonen im Innern eines jeden Zuhörers zu wecken. Sie sollen ihre eigene dunkle Seite erkennen und entdecken, ihre eigene Kritik an unserer Arbeit zu entwickeln… Ihr eigenes Böses, ihren Hass wollen wir nicht zur Selbstzerstörung, sondern zu einer intelligenten Art der Kreativität führen. Wir benutzen “Hocico” als Medium dazu unsere inneren Gefühle ehrlich und ohne Vorurteile zu zeigen”.

Schon vor ihrem Debütalbum “Odio Bajo del Alma”, das im Jahr 1997 erschien, veröffentlichte “Hocico” drei Tapes, die heute gar nicht mehr bzw. nur sehr schwer erhältlich sind. Das Tape mit ihren ersten Aufnahmen wurde bei ihrem ersten Konzert in Erks Haus (am 18. Februar 1994) verteilt. Es heisst “Mibuse, Abuse and Accident” und war auf lediglich 30 Stück begrenzt.

Inzwischen haben “Hocico” seit 1997 über ihr in Berlin ansässiges Plattenlabel “Out of Line” zahlreiche Alben veröffentlicht. Die Mehrzahl der Liedtexte handeln immer noch von Themen wie der Darstellung von Hass und Gewalt sowie der Ablehnung von Religion. Der verzerrte, aggressive Gesang ist in englisch oder in spanisch gehalten. Mit den Songs “Starving children” (deutsch: Hungernde Kinder) und “Tales from the third world” (deutsch: Geschichten aus der Dritten Welt) veröffentlichte die Band auch zwei sozialkritische Songs über ihre mexikanische Heimat.

Ihre CDs werden inzwischen in ganz Nordamerika und in Europa veröffentlicht. Grösster Beliebtheit erfreut sich die Band zu Zeit in Deutschland, wo sie auch fast jedes Jahr bei mehreren grösseren Festivals der schwarzen Szene, wie dem Wave-Gotik-Treffen in Leipzig auftreten.

Sowohl Racso als auch Erk haben inzwischen auch ein Soloprojekt am Start. Racso gründete sein Soloprojekt “Dulce Liquido” bereits im Jahr 1993. In den Jahren 2000 und 2003 erschienen die beiden Alben “Disolution” und “Shock Therapy”. Erk gründete im Jahr 2006 sein Soloprojekt “Rabia Sorda”. Im selben Jahr erschien das Album “Metodos del Caos”.

Das neueste Album von “Hocico” heisst “Memorias Atras” und wurde Anfang dieses Jahres veröffentlicht. Davor erschien im vergangenen Jahr bereits die Single “About a dead”.




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