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Plattenkritik: Samsas Traum – 13 Jahre lang dagegen – Anti bis zum TodGravatar


Veröffentlicht in Archiv, Musik&Club von Christopher am Samstag 7 November 2009 at 21:00


Gerade erschienen ist das “Geburtstagsalbum” zum 13-Jährigen Bandbestehen von Samsas Traum. Das Album trägt den Namen “13 Jahre lang dagegen – Anti bis zum Tod”. Doch es handelt sich hier nicht um ein Art “Best-Of-Album”, sondern um ein komplett neues Album. Wie üblich bei Samsas Traum gibt es das Ganze auch als Limited Edition mit T-Shirt und einigen anderen Extras.

Vor dem vorliegenden Album hatte Samsas-Traum-Mastermind Alexander Kaschte einen erneuten Stil-Wechsel angekündigt und den neuen Stil als eine Mischung von Motöerhead, Tocotronic und Wir sind Helden charakterisiert. Man durfte also gespannt sein, was sich Kaschte hier wieder ausgedacht hatte.

Beim Hören des ersten Stückes “Lichtbestäubt” merkt man dann allerdings doch eher eine Stil-Anlehnung an den Stil des letzten Albums “Heiliges Herz”, allerdings mit etwas mehr Melodie. Dieser Song sollte dann jedoch der Einzige dieser Machart auf diesem Album bleiben. Schon der zweite Song “Mr. Misanthropia” zeigt deutliche Elemente des Punk-Rock. In der Folge mischt Kaschte geschickt Elemente aus Gothic, Punk-Rock und Black Metal zu einem sehr eigenwilligen Stil. Mit der ursprünglichen Musik von Samsas Traum hat diese Musik noch herzlich wenig zu tun. Auch textlich ist Samsas Traum anders geworden. Was weiterhin bleibt sind die gesellschaftskritischen Texte wie bei “Allein unter Menschen” oder “Peng – Du bist tot”, der für mich beste Song dieses Albums. Ebenfalls treu bleibt Kaschte dem Thema Veganismus, zu hören im Song “Ich werde da sein”. Was jedoch fehlt, ist die persönliche Note Kaschtes, die ihn vor allem bei den Alben “Utopia”, “Tineoidea” und “A.ura” ausgezeichnet hatte. Ebenfalls fehlt die in diesen Alben immer wieder erwähnten Selbstzweifel und Selbstkritik, die Kaschte irgendwie sympathisch gemacht hatte. Stattdessen wirken einige Texte (Beispiel: “Hallo Christ”) extrem arrogant. Ein weiterer Punkt, der beim neuen Stil Samsas Traums definitv fehlt, sind die Saxophon- und Klarinetten-Soli von Daniel Schröder, der von Kaschte im letzten Jahr aus der Band geworfen wurde. Mit Schröder hat Samsas Traum einen sehr wichtigen Teil, der Samsas Traum über Jahre hinweg charakterisiert hat verloren.

Fazit: Das Album ist mit Sicherheit nicht schlecht und musikalisch gesehen, hat sich Samsas Traum dank professioneller Unterstützung wie zum Beispiel von Schlagzeuger Michael Beck wohl auch auf jeden Fall verbessert. Was mir ein wenig fehlt, ist zum einen das Herz und zum anderen, das besondere Element, das Samsas Traum bisher ausgezeichnet hat. Für mich ist Samsas Traum somit zwar zu einer guten und professionellen Band heran gewachsen, aber das gewisse Etwas, dass die Band immer zu etwas Besonderem gemacht hat, fehlt hier leider ganz.

Trotzdem wird es sich sicher auch diesmal lohnen die nun aktuell laufende Samsas-Traum-Tour zu besuchen. Auch wenn einige Konzerte zum Erscheinen dieses Artikels schon vorbei sind, hier noch einmal die Daten:

04.11. Frankfurt (Batschkapp)
05.11. Köln (Essigfabrik)
06.11. Bremen (Schlachthof)
07.11. Magdeburg (Factory)
08.11. Hamburg (Markthalle)
10.11. Berlin (Postbahnhof)
11.11. Hannover (Musikzentrum)
12.11. Bochum (Matrix)
13.11. Glauchau (Alte Spinnerei)
14.11. Memmingen (Kaminwerk)
16.11. Wien (Szene)
17.11. Konstanz (Kulturladen)


Eine Antwort und, was ist deine Meinung?

  1. Gravatar Kathia sagte:

    Geschickt verschiedene Elemente mischt auf dieser Platte niemand zusammen; 13 Jahre Bandgeschichte werden herzlich ungeschickt mit Plattheit und Einheitsbreis gefeiert; ein Tribut an die Monotonie. Singen kann Kaschte immer noch nicht und unterdessen scheint er auch noch das Reimen verlernt zu haben. Sprachlich, thematisch und musikalisch so langweilig wie der Auftritt einer Teenager-Dorfband, viel mehr wollen als können.

    Nicht kaufen, Geldverschwendung! ;)



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