Der kantonale Wettbewerb um reiche Steuerzahler stösst der überwiegenden Mehrheit der Schweizer sauer auf, wie eine Online-Umfrage zeigt.
66 Prozent der rund 20 600 Personen, die an der Online-Umfrage «Perspektive Schweiz» teilnahmen, möchten den Steuerwettbewerb unter den Kantonen für Einkommen über 300 000 Franken abschaffen. Die dafür notwendige Steuersatz-Vereinheitlichung stösst gemäss der am Dienstag veröffentlichen Umfrageergebnisse bei Anhängern aller Parteien und in allen Kantonen auf Zustimmung. Eine Mehrheit findet sich zudem für die Einführung einer Schuldenbremse und für die Abschaffung der Erbschaftssteuer.
Bei der Umfrage konnten zwischen Mitte Oktober und Anfang Dezember 2006 32 Ideen zur Zukunft der Schweiz in den Bereichen Gesundheits, Arbeitsmarkt-, Steuer-, Verkehrs- und Energiepolitik bewertet werden. Eine deutliche Mehrheit der Teilnehmer will die Unternehmen zu mehr sozialer Verantwortung verpflichten. So sind 72 Prozent für ein Obligatorium, pro 20 Angestellte eine Lehrstelle zu schaffen. 60 Prozent wollen, dass Firmen mit über 500 Arbeitsplätzen verpflichtet werden, Krippenplätze anzubieten.
Weitgehend einig sind sich die Teilnehmer auch darin, dass Senioren ab 70 ihre Fahrtüchtigkeit unter Beweis stellen müssen. Der Vorschlag eines praktischen Fahrtests alle zwei Jahre fand bei 59 Prozent Zustimmung. 61 Prozent würden auf Schweizer Autobahnen gerne schneller fahren.
Gefordert wird weiter eine restriktivere Raucherpolitik, etwa mit einem Verbot in allen geschlossenen Räumen an Bahnhöfen (86 Prozent dafür), Arbeitsplätzen (90), öffentlichen Bildungseinrichtungen (91) und Speiserestaurants (77). 66 Prozent sprachen sich für höhere Zigarettenpreise aus. Entsprechend gering fällt demgegenüber die Unterstützung für eine Legalisierung des Cannabiskonsums aus; 52 Prozent sind dagegen.
In der Gesundheitspolitik spricht sich eine Mehrheit für mehr Eigenverantwortung aus. 48 Prozent würden ein Anreizsystem befürworten, indem jemand, der geringe Gesundheitskosten verursacht, 20 Prozent weniger Krankenkassenprämien bezahlen müsste als jemand, der überdurchschnittlich viele Gesundheitsleistungen konsumiert. 40 Prozent sind gegen diese Idee, wobei die Ablehnung mit zunehmendem Alter steigt. Deutlich abgelehnt werden alle drei Vorschläge zur AHV-Sanierung: Erhöhung des Rentenalters, Steuererhöhung und Rentenkürzungen.
Geteilt sind die Ansichten bei der Kernenergie. Während 47 Prozent für einen kurz- oder mittelfristigen Ausstieg sind, setzen 44 Prozent weiterhin auf Atomstrom. 19 Prozent sprechen sich für zusätzliche Atomkraftwerke aus. 61 Prozent zeigen sich aber auch bereit, mehr für Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu bezahlen.
Initiiert wurde «Perspektive Schweiz» vom 2003 gegründeten Verein «Vernunft Schweiz». Dem Patronat gehören Politiker aller Parteien an, darunter Volkswirtschaftsministerin Doris Leuthard.
AP
Der kantonale Wettbewerb um reiche Steuerzahler stösst der überwiegenden Mehrheit der Schweizer sauer auf, wie eine Online-Umfrage zeigt.
66 Prozent der rund 20 600 Personen, die an der Online-Umfrage «Perspektive Schweiz» teilnahmen, möchten den Steuerwettbewerb unter den Kantonen für Einkommen über 300 000 Franken abschaffen. Die dafür notwendige Steuersatz-Vereinheitlichung stösst gemäss der am Dienstag veröffentlichen Umfrageergebnisse bei Anhängern aller Parteien und in allen Kantonen auf Zustimmung. Eine Mehrheit findet sich zudem für die Einführung einer Schuldenbremse und für die Abschaffung der Erbschaftssteuer.
Bei der Umfrage konnten zwischen Mitte Oktober und Anfang Dezember 2006 32 Ideen zur Zukunft der Schweiz in den Bereichen Gesundheits, Arbeitsmarkt-, Steuer-, Verkehrs- und Energiepolitik bewertet werden. Eine deutliche Mehrheit der Teilnehmer will die Unternehmen zu mehr sozialer Verantwortung verpflichten. So sind 72 Prozent für ein Obligatorium, pro 20 Angestellte eine Lehrstelle zu schaffen. 60 Prozent wollen, dass Firmen mit über 500 Arbeitsplätzen verpflichtet werden, Krippenplätze anzubieten.
Weitgehend einig sind sich die Teilnehmer auch darin, dass Senioren ab 70 ihre Fahrtüchtigkeit unter Beweis stellen müssen. Der Vorschlag eines praktischen Fahrtests alle zwei Jahre fand bei 59 Prozent Zustimmung. 61 Prozent würden auf Schweizer Autobahnen gerne schneller fahren.
Gefordert wird weiter eine restriktivere Raucherpolitik, etwa mit einem Verbot in allen geschlossenen Räumen an Bahnhöfen (86 Prozent dafür), Arbeitsplätzen (90), öffentlichen Bildungseinrichtungen (91) und Speiserestaurants (77). 66 Prozent sprachen sich für höhere Zigarettenpreise aus. Entsprechend gering fällt demgegenüber die Unterstützung für eine Legalisierung des Cannabiskonsums aus; 52 Prozent sind dagegen.
In der Gesundheitspolitik spricht sich eine Mehrheit für mehr Eigenverantwortung aus. 48 Prozent würden ein Anreizsystem befürworten, indem jemand, der geringe Gesundheitskosten verursacht, 20 Prozent weniger Krankenkassenprämien bezahlen müsste als jemand, der überdurchschnittlich viele Gesundheitsleistungen konsumiert. 40 Prozent sind gegen diese Idee, wobei die Ablehnung mit zunehmendem Alter steigt. Deutlich abgelehnt werden alle drei Vorschläge zur AHV-Sanierung: Erhöhung des Rentenalters, Steuererhöhung und Rentenkürzungen.
Geteilt sind die Ansichten bei der Kernenergie. Während 47 Prozent für einen kurz- oder mittelfristigen Ausstieg sind, setzen 44 Prozent weiterhin auf Atomstrom. 19 Prozent sprechen sich für zusätzliche Atomkraftwerke aus. 61 Prozent zeigen sich aber auch bereit, mehr für Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu bezahlen.
Initiiert wurde «Perspektive Schweiz» vom 2003 gegründeten Verein «Vernunft Schweiz». Dem Patronat gehören Politiker aller Parteien an, darunter Volkswirtschaftsministerin Doris Leuthard.
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