Wie realistisch ist eigentlich die 2000W Gesellschaft?

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Heute verbraucht der Durchschnitts-Schweizer ca. 6000 Watt. Nun soll dieser Wert um 2/3 gesenkt werden. Dies laut Propaganda der SP ohne jeden “Nachteil” für die Menschen.

Wir haben jedoch mal nachgedacht, und uns gefragt, wer heute schon diesem Modell entsprechen kann, und wer es nicht kann.

Fangen wir bei den Reichen an: Sie könnten sich theoretisch ein Minergie-Haus leisten, dass dann so wenig Enerige beim Heizen an seine Umwelt abgibt, dass sie damit dem Ziel schon viel näher kommen. Denn ca. 40% der Heizenergie geht ja nach aussen verloren, bei Altbauten sogar bis zu 60%.

Sie können heute schon Autos fahren, die wenig Treibstoff verbrauchen, da ihnen auch dort die Mehrkosten kaum was ausmachen würden.

Solarzellen aufs Dach, und natürlich ein Kollektor, auch das ist für die Reichen kein Prolbem.

Für den Schweizer Mittelstand, der sich Eigentum leisten kann, wird es zwar eine gewisse Anforderung an ihre Leistungsfähigkeit darstellen, doch auch diese dürften eigentlich, wenn auch in etwas längerem Zeitraum keine grösseren Probleme haben, das Ziel zu erreichen.

Was aber mit jenen, die sagen wir mal, 5000 Franken und weniger im Monat verdienen, und damit klassisch Mieter sind? Heute sind die Mieten schon für schlecht Isolierte Wohungen sehr hoch. Die Nebenkosten machen da zwar gut und gerne schon 20% und mehr aus. Aber, bei einem kleinen Budget darf halt die Wohnung “warm” nicht viel mehr als sagen wir mal 1300 Franken pro Monat kosten. Dafür bekommt man weder Minergie, noch gut Isoliert (oder höchst selten), auch sind solche Wohnungen meist mit teuren, und nicht sehr zukunftsträchtigen Öl-Heizungen ausgestattet. Solarzellen oder Kollektoren auf dem Dach sind fehlanzeige. Denn der Eigentümer will ja möglichst viel an den Wohnungen verdienen.

Würde er nun diese Wohnungen auf den neusten Stand bringen, könnten sich viele Mieter die neuen Mieten nicht mehr leisten. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass nach einer Renovation die Wohnungen gut und gerne mehr kosten, als vorher, auch wenn nun weniger Nebenkosten anfallen.

Was nutzt das aber, wenn dann der Mieter plötzlich so viel bezahlen muss, dass er ausziehen muss?

Weiterhin kann man festhalten, dass Leute mit wenig Geld entweder kein Auto fahren, da sie es sich nicht leisten können, und wenn doch, fahren sie sicherlich eins, das nicht viel Benzin verbraucht, da das Budget eh schon eng ist.

Steuerliche Anreize sind gerade für jene kaum von Bedeutung, denn ob ich ende Jahr 100 Franken weniger Steuern zahle, oder nicht, spielt kaum eine Rolle, da dann meistens die Gebühren dafür um 200 Franken steigen, was alles andere als Sozial ist.

Fakt ist also, das gerade jene, die am meisten von teuren Energiepreisen betroffen sein werden, kaum eine Chance haben, diesen auszuweichen.

Sehr sozial sind also diese Ambitionen nicht!

3 Kommentare

  1. Diana sagt:

    Es lohnt sich, Deine Frage noch etwas zu erweitern. Kann sich der Mittelstand einen Super-GAU leisten? Da Atomkraftwerke nicht mal zu 1% versichert sind und ein Super-GAU auf 4000 Milliarden geschätzt wird, würde das pro Kopf eine halbe Million ausmachen, das wäre nun definitiv nur noch für sehr Reiche bezahlbar.

    Eine 2000 Watt Gesellschaft kann nicht von heute auf morgen geschaffen werden, aber wir müssen dieses Ziel anstreben. Auch der Mittelstand kauft neue elektronische Geräte, wenn der Druck auf Hersteller steigen würde und der Anreiz mit Lenkungsabgaben erhöht würde, wäre der Weg geebnet.

    Ich glaube, wir dürfen uns nicht einreden, der Atomausstieg oder die 2000 Watt Gesellschaft sei einfach zu erreichen, es wird in gewissen Bereichen auch weh tun. Aber haben wir denn eine andere Wahl, wenn wir nicht auch eines Tages eine Verseuchung erleben wollen wie es in Harrisburg, Tschernobyl und Japan geschehen ist resp. noch geschieht?

  2. Sandra-Lia sagt:

    Ich wollte diese Diskusion nicht um ein AKW führen, sondern generell.

    Ich glaube nämlich, dass auch ohne 2000w Gesellschaft der Strom in der CH neutral von CO2 und AKW sein kann.

  3. Sandra-Lia sagt:

    Zudem gings mir um den sozialen Aspekt. Denn mein Lohn wird nicht höher, also träfe es mich sehr, wenn ich plötzlich doppelt so viel für den Strom zahlen müsste.

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