Gravatar Zeltinger Band – Harter Rock aus Köln

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Die Kölner Hardrock-Band Zeltinger Band gibt es nun schon seit fast 30 Jahren. Gegründet wurde die etwas eigenwillige Band im Jahr 1979 von Sänger Jürgen Zeltinger. Weitere Gründungsmitglieder waren Ralf Engelbrecht (Gitarre), Norbert Zucker (Bass), Peter Gramen (Gitarre), Jaki Liebezeit (Schlagzeug) und Arno Steffen (Gitarre). Die Band um das schwergewichtige Kölner Original Jürgen Zeltinger sollte jedoch im Laufe der Zeit des öfteren umbesetzt werden.

Die Bandgeschichte beginnt an Weiberfastnacht 1979 im Kölner Nachtclub Roxy, wo die Band ihren ersten Auftritt hatte. Der “Rock n Roll von der Strasse”, wie Zeltinger ihn nannte, kam beim Publikum so gut an, dass in den verbleibenden Karnevalstagen noch 19 weitere Auftritte folgen sollte. Bereits nach wenigen Auftritten wird Schlagzeuger Jaki Liebezeit durch Uwe Fuchs ersetzt und der wiederum wenig später durch Cay Wolf. Auch Arno Steffen stieg wenig später aus, um sich Solo-Projekten zu widmen.

Das erste Album hiess “Live im Roxy”, erschien im August 1979 und wurde von Conny Plank produziert. Enthalten sind drei Zeltinger-Klassiker, die auch heute noch auf jedem Zeltinger-Konzert gespielt werden. Es handelt sich dabei um das verrockte Volkslied “Mein Vater war ein Wandersmann” und die kölschen Cover-Versionen “Müngersdorfer Stadion” (Ramones) und Stüverhoff (Lou Reed). “Müngersdorfer Stadion” wurde auch zur ersten Single der Band mit dem B-Seiten-Song “Tuntensong”.

Musikalisch gesehen lässt sich die Band irgendwo zwischen Hard-Rock und Punk-Rock einordnen, mal mehr oder weniger hart. Die Texte von Jürgen Zeltinger sind meist derb, ja fast schon asozial, aber immer mit einem kleinen Augenzwinkern zu sehen.

Diesen Stil behielt man auch beim 1980 folgenden Studio-Album “Schleimig” bei, von dem der Song “Asi mit Niwoh” als Single ausgekoppelt wurde. Im Frühjahr 1980 ging die Band zusammen mit den Boomtown Rats auf Deutschland-Tournee und trat auch bei der ZDF-Sendung “Rockpop” auf. Als Nächstes folgte ein Auftritt in der Sendung “Kölner Treff” mit Alfred Biolek, in der Zeltinger gemeinsam mit Paul Breitner sang.

Ende 1980 verliess Peter Gramen die Band. Neu dabei war nun Alex Parche, der der Band bis 2006 treu bleiben sollte und diese in den nächsten Jahren auch entscheidend mitprägen sollte. Auch auf den anderen Positionen wurde in den folgenden Jahren munter gewechselt. Von der Gründungs-Formation blieben längerfristig nur Zucker, Engelbrecht und Zeltinger selbst.

Das dritte Album “Der Chef” erschien im Jahr 1982 und schlug musikalisch deutlich härtere Töne an, als die beiden Vorgänger, was auch den Stil Alex Parches erkennen liess. Aufgrund weiterer Umbesetzungen erschienen in den folgenden Jahren lediglich die drei Singles “Zeltinger wird Präsident” (1983), “Urlaub in Hongkong” (1984) und “Italia” (1986).

Mit dem Album “Schon wieder live” und einer grossen Deutschland-Tour meldet sich die Band im Jahr 1986 zurück. Alex Parche ist weiterhin an der Gitarre und neuer Schlagzeuger ist Robbie Vondenhoff. Bei den nächsten beiden Album “Weder Mensch noch Tier” (1988) und “Ich bin ein Sünder” (1990), die von Alex Parche produziert wurden, merkt man immer mehr Parches musikalisch eher härtere Linie.

Im Jahr 1992 produziert Jürgen Zeltinger sein Solo-Album “Solo Plaat”. Mit Unterstützung des Bap-Frontmanns Wolfgang Niedecken und einigen anderen Kölner Künstler entsteht die Single-Auskopplung “Candy”, eine Iggy Pop-Cover-Version. Für das Album erhielt Jürgen Zeltinger zwar gute Kritiken, aber leider keinen Verkaufserfolg.

Im Jahr 1994 erscheint das Album “Scheisse”, das unter anderem ein eigenwilliges Duett von Zeltinger mit Walter Bockmayer enthält, das den Klassiker von Stefan Waggershausen “Zu nah am Feuer” neu interpretiert. Danach kam es zu weiteren Umbesetzungen. Unter anderem stiegen die neben Zeltinger letzten beiden verbliebenen Gründungsmitglieder Norbert Zucker und Ralf Engelbrecht aus. Im Jahr 1996 erscheint das von Alex Parche produzierte Heavy-Metal-Album “Faktor Z”. Danach wurde es für längere Zeit etwas ruhiger um die Zeltinger Band.

Erst im Jahr 2003 lässt die Zeltinger Band wieder etwas von sich hören. Inzwischen mit T. S. Crusoe am Bass und Stephan Neumeier an der Gitarre, entsteht das Live-Album “Voila! Leck ens am Arsch”, das auch vier neue Studio-Aufnahmen der Band enthielt. Ende 2005 erschien die DVD und Maxi-CD “Mit nacktem Arsch und Rock n Roll”.

Im Jahr 2006 wird bekannt, dass gemäss der Kölner Boulevard-Zeitung Express die inzwischen spärlich gewordenen Auftritte der Band den Lebensunterhalt von Jürgen Zeltinger nicht mehr decken und dieser inzwischen mit Unterstützung von Hartz IV lebt. Ende des Jahres 2006 erlitt Gitarrist und Produzent Alex Parche einen Schlaganfall und fiel ins Koma. Als er im Februar 2007 aud dem Koma erwacht, ist er seitdem halbseitig gelähmt. Die Zeltinger Band tritt derweil weiterhin noch hier und da auf. Den Part von Alex Parche hat der Gitarrist Volker Voigt übernommen.

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